Auf den Feldern von Landwirt Andreas Jester sind die kleinen runden Kugeln schon seit Längerem zu erspähen. „Die Kürbisse sehen gut und gesund aus“, stellt er fest. Die ersten Kürbisse, die vom Acker geholt werden, sind die Hokkaido und hier konkret die Sorte „Amaro“. Die Sorte „Fictor“ folgt.
Zu 85 Prozent beherrscht der Hokkaido Jesters Felder. Die Hauptsorte hat ihren Namen von einer gleichlautenden Insel in Japan erhalten, wo sie von den Bewohnern gezüchtet wurden. Schon im Februar, spätestens März, beginnt die Bodenbearbeitung. „Damit die Kürbisse ein gutes Saatbeet bekommen“, wirft Jester ein. Die Samen kommen Ende April bis Mitte, Ende Mai in die Erde. Der zeitliche Versatz ist bewusst arrangiert, um die Ernte zu strecken.
Das Charmante am Hokkaido, so Jester: „Man kann ihn verwerten, wie er ist.“ Sprich: Schälen muss nicht sein. Stattdessen kann der Hokkaido komplett verwertet werden – nachdem das Kerngehäuse herausgeschabt wurde.
Als nächstes kommt der Butternut mit dem Namen „Miluna“ an die Reihe. Ein wenig mehr Arbeit macht dieser Kürbis, denn er muss von der Schale befreit werden, bevor er im Kochtopf landet. Zart, hell und orangefarben ist das Fruchtfleisch mit dem buttrigen Geschmack. Selbst die Kürbiskerne sind essbar, können roh geknabbert oder kurz in der Pfanne angeröstet und leicht gesalzen werden.
Mehr Halloweenkürbisse
„Die Fläche mit Halloween-Kürbis haben wir vergrößert“, informiert Jester. Drei Hektar zusätzlich werden angebaut. Die spezielle Sorte ist rein zum Schnitzen und Dekorieren gedacht. „In Deutschland hat Halloween mittlerweile eine riesige Fangemeinde“, fügt Jester an. Der Absatz zeigt das. Bemerkenswert: Auch ins Ausland liefert Jester inzwischen enorme Mengen an Halloween-Kürbissen. „Im vergangenen Jahr sind diese palettenweise nach Portugal und England gegangen.“
Hinzu kommen die Zierkürbisse, die guten Absatz finden. Froh ist Jester über das gute Wachstum der Kürbisse. „Es gab keine großartigen Schädlinge oder Pilzkrankheiten“, stellt er fest. Das sei auch vom trockenen Wetter abhängig.
Die Kürbisse gesund zu halten sei die Aufgabe des Landwirts und seiner Helfer. Das Blätterdach der Pflanze bleibe daher zunächst stehen. Ab August darf es kaputt gehen. „Es ist gewollt, dass der Mehltau reinkommt und das Blätterdach zusammenbricht“, führt Jester aus. Berieselt würden die Kürbisse nur über Nacht, um ein tropisches Klima angesichts der anhaltenden Hitze in den zurückliegenden Wochen zu vermeiden.
Vom Feld werden die Kürbisse auf Jesters Hof – einen zertifizierten Betrieb - und dort in eine Halle gebracht. Dort werden sie in einer Waschstraße gereinigt, dann nach Gewicht in Großboxen sortiert, gestapelt und getrocknet. xsm