„Das Apfeljahr hat gut angefangen. Wir hatten eine angenehme Winterfeuchtigkeit, bei der sich die Blüte entsprechend entwickeln konnte. Vom Frost sind wir verschont geblieben“, fasst Jester zusammen. Ab dem Beginn der Spargelzeit habe die Trockenheit begonnen.
„Zwischendrin hat es zwar mal geregnet, aber das war nicht der Rede wert“, sagt Jester. Die 25 Liter, die es im August über ein paar Tage verteilt geregnet habe, seien „gar nichts“ gewesen. „Wir konnten stellenweise noch nicht mal die Bodenbearbeitung machen“, gibt Jester zu bedenken.

Über Kopf beregnet worden seien die Flächen infolgedessen. Aber: Das sei nicht auf allen Geländen möglich gewesen. Dort sind die Bäume kaputt gegangen. 200 bis 300 Stämme wird Jester entfernen müssen. In Relation, meint der Landwirt, sei das nicht viel. Die Investition beläuft sich dennoch auf rund 10.000 Euro. „Der Standort hat gezeigt, dass wir unsere Sonderkulturen nur noch in beregnungsfähigen Gewannen pflanzen können“, unterstreicht Jester. Am Schlittberg, wo die Bäume ausgefallen sind, sei das eben nicht der Fall.
Dem fehlenden Wasser geschuldet sei die Größe der Äpfel. Die fallen in diesem Jahr nämlich deutlich kleiner aus als in der Vergangenheit. Jester wirft ein: „Dafür ist der Fruchtzuckergehalt extrem.“ Für den Verkauf ausschlaggebend ist das Aussehen der Äpfel. Daher mussten einige Exemplare aussortiert werden von den Erntehelfern.
Um Äpfel mit Sonnenbrand handelte es sich konkret. „Bei Extremtemperaturen von 40 Grad bedeutet das eine Temperatur auf der Haut der Früchte von 50 oder 60 Grad“, macht Jester deutlich.
120 Hektar Anbaufläche hat er rund um Römerberg insgesamt, wobei die Apfelplantagen den größten Teil ausmachen. Pinova, Idared, Melrose oder Rubinette heißen die Vitaminträger, die hektarweise auf Bäumen reifen. Bis Mitte Oktober läuft die Ernte. So unterschiedlich wie die Apfelsorten ist deren Geschmack.
Der Verkauf läuft zum einen im eigenen Hofladen, aber auch Kleinhändler gehören zu den Abnehmern. Bäckereien bevorzugen Sorten wie den Boskop, der zum Backen besonders gut geeignet ist.
Probiertage im Oktober
Ein großer Teil der Äpfel wird in Flaschen abgefüllt, in Form von Saft. Das Ergebnis können die Gäste bei den Apfelprobiertagen testen. Die finden immer am zweiten und dritten Wochenende im Oktober, 11 bis 18 Uhr, statt. Verkostet werden können die unterschiedlichen Sorten, die auf Jesters Plantagen wachsen. Hinzu kommen Leckereien wie Apfel- oder Zwetschgensecco, Kürbiscremesuppe, Kürbisbratwurst und Flammkuchen. Der Nachwuchs darf sich auf Rundfahrten mit dem Planwagen oder einem Schlepper freuen. Jäger informieren, Kunsthandwerk wird ausgestellt, moderne Traktoren und Oldtimer werden zu sehen sein. Nicht fehlen darf die große Auswahl an Apfelkuchen und sonstigen süßen Gaumengenüssen. xsm