Die Idee, junge Leute aus Fernost als Azubis für den eigenen Betrieb zu gewinnen, kam bei einem Gespräch in der Burgschenke in Hohenecken, berichtet Eva Moser. Ihr Betrieb, der Fleisch-Zerlegungsbetrieb ZEMO in Weilerbach, hat große Probleme, neue Azubis zu finden. „Der Wirt hat mir berichtet, dass sie gute Erfahrung mit jungen Leuten aus Vietnam gemacht haben“, sagt Moser. Über eine Agentur in Regensburg, mit der ihr Betrieb jetzt zusammenarbeitet, haben sich zwei junge Vietnamesen gefunden, die nun ihre Ausbildung bei ZEMO machen.
„Es sind Berufe, die nicht unbedingt ganz oben auf der Wunschliste junger Leute stehen“, macht Moser deutlich. Gerade ihre Branche leide unter dem Fachkräftemangel. Gleichzeitig wird ein Großteil der Belegschaft – derzeit rund 70 Mitarbeiter – in den kommenden Monaten und Jahren den Ruhestand antreten. Der Personalmangel könnte sich also umso mehr verstärken. Umso glücklicher ist Moser über die beiden jungen Vietnamesen, die voller Tatendrang schon jetzt im Betrieb mitanpacken. Das große Ziel: Beide sollen nach der Ausbildung in Deutschland bleiben, hier ihr neues Zuhause finden und weiterhin im Betrieb arbeiten. „Dafür setzen wir gute Rahmenbedingungen, ein gutes Umfeld“, sagt Moser. Gerade weil die beiden Vietnamesen fremd in Deutschland sind, brauche es besonders viel Unterstützung. Zunächst gehört dazu die Eingliederung ins Sozialsystem. Zudem stellt ZEMO beiden eine Werkswohnung, holt sie dort jeden Tag ab, fährt sie zur Arbeit. Das ist aber noch nicht alles: „Beide haben bei uns Anschluss zur Familie gefunden“, berichtet Moser. Dazu gehört auch, die vietnamesischen Azubis in ihrer Freizeit zu begleiten; etwa kommen sie mit zu Fußballspielen. „Man muss wissen, dass man für solche Menschen eine große Verantwortung hat.“ Ein Problem gibt es jedoch: Moser sucht noch immer nach einem passenden Sprachkurs. Derzeit bekommen die beiden Azubis von einer Mitarbeiterin Deutschunterricht in Eigenregie. Das ersetze jedoch nicht einen qualifizierten Sprachkurs. Deutschkenntnisse sind eine wichtige Qualifikation, damit die beiden Vietnamesen nach dem Sommer in der Berufsschule durchstarten können. Gute Nachricht: Im Betrieb sind die Azubis laut Moser schon jetzt vollkommen angekommen. „Wir sind generell eine bunt gemischte Truppe“, sagt Moser mit Blick auf ihre 70 Mitarbeitenden. „Die asiatische Freundlichkeit kommt natürlich sehr gut an. Jedes Mal, wenn die beiden den Betrieb betreten, werden sie herzlich empfangen. Sie gewinnen einfach mit ihrer Freundlichkeit. Noch nie gab es ein blödes Wort, einen schrägen Blick von einem der Angestellten.“ phkr
MI(N)Tmachwelt, digitale Kunst und ein Science-Slam
Ausblick auf spezielle Veranstaltungen der ZRW für junge Menschen - Begeisterung für Wissenschaft und Kunst wecken
Die Verein ZukunftsRegion Westpfalz plant in diesem Jahr drei Großveranstaltungen für Jugendliche. Dieses Mal gibt es sogar einen digitalen Kunstwettbewerb.
Zum sechsten Mal findet in diesem Jahr die MI(N)Tmachwelt in der Kaiserslauterer Gartenschau statt. Über drei Tage gibt es ein buntes Programm für Kinder und Jugendliche. Ziel der Aktion: Junge Leute für MINT-Themen, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, begeistern. Am 20. und 21. August gibt es in der Gartenschau verschiedene Workshops, an denen Schüler mit praxisnahen Experimenten in die Materie eintauchen können, kündigt Katharina Weisel von der ZukunftsRegion Westpfalz an. Diese beiden Tage richten sich explizit an Schulen, die sich bis zum 15. Juni unter westpfalz.de anmelden können. Am darauffolgenden Samstag, 22. August, gibt es ein öffentliches Programm in der Gartenschau, an dem sich Kinder ab vier Jahren beteiligen können. „Es gibt verschiedene Mitmachstände, etwa mit Experimenten“, sagt Weisel.
Federführend bei den meisten Workshops ist die RPTU sowie die Hochschule Kaiserslautern. „Es sind aber auch verschiedene Institute, Vereine und andere Einrichtungen dabei.“ Ein weiteres Ziel ist, die Westpfalz als MINT-Standort der Region herauszustellen. Zweites Großprojekt der ZRW ist in diesem Jahr die Veranstaltung „Slammin’ Time“. Laut Weisel handelt es sich dabei um einen Science-Slam. Die Idee: Schüler sollen vor Publikum ein wissenschaftliches Thema aus dem MINT-Bereich humoristisch erklären, sodass jeder im Publikum den Sachverhalt versteht. Explizite Themen gibt die ZRW dabei nicht vor. „Im vergangenen Jahr hat einer die Chaostheorie anhand von Kohlköpfen erklärt“, erinnert sich Weisel. Die Themen sollen sich die Schüler selbst aussuchen. Weisel: „Es muss also etwas sein, das die Schüler begeistert, wo sie sich für interessieren, wo sie sich auch etwas auskennen.“ Um beim Science-Slam mitzumachen, müssen sich Schulen bei der ZRW dafür anmelden. In den Schulen gibt es dann einen Vorentscheid. Die besten Redner bekommen dann noch mal ein Intensiv-Coaching vonseiten der ZRW. „Am Ende stehen dann sechs Schüler von drei verschiedenen Schulen auf der Bühne.“ Das Finale der „Slammin’ Time“ findet am 9. Dezember statt. Die Anmeldefrist für die Schulen geht bis 1. Juni.
Animation und Stop-Motion
Bei der dritten Großveranstaltung handelt es sich um einen Digital Art Contest. Also ein Kunstwettbewerb, bei dem nur digital erstellte Kunstwerke angenommen werden. Laut Weisel machen Schüler aus ganz Rheinland-Pfalz mit. Entweder können Schüler ein digital erstelltes Kunstwerk – etwa eine digitale Kollage oder ein auf dem Tablet gezeichnetes Werk – einreichen. Die zweite Kategorie befasst Stop-Motion- und Animations-Videos. Das vorgegebene Thema lautet in diesem Jahr: „Lieblingsort Schule – Lernen mit Spaß“. Weisel: „Die Schüler sollen uns zeigen, wie sie sich eine perfekte Schule vorstellen.“ Die Einreichungsfrist endet am 5. Mai, das dazugehörige Formular gibt es im Internet auf westpfalz.de. Der erste Preis ist beim Digital-Art-Contest mit 200 Euro dotiert, Platz zwei mit 100 Euro und Platz drei mit 50 Euro. Weisel: „Das Geld geht auch direkt an die Schüler.“ phkr