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Forschung für verbesserten Gewässerschutz

JUNGES FORSCHEN

Forschung für verbesserten Gewässerschutz

Sophie Oster bei ihrer Arbeit im Labor. Foto: RPTU/Hiller

Für das menschliche Auge ist er meist nicht sichtbar, aber auf jedem Stein und dem Sediment im Bach zu finden: Der Biofilm. Diese Artengemeinschaft aus Algen, Pilzen und Bakterien ist eine wichtige Nahrungsquelle für die Organismen unter Wasser wie Schnecken und Insektenlarven.

Mit ihrer Doktorarbeit untersucht Sophie Oster potenzielle Auswirkungen auf Unterwasser-Weidegänger, wenn sich die Zusammensetzung des Nahrungsteppichs - zum Beispiel aufgrund von eingetragenen Schadstoffen ins Gewässer - verändert. ,,Ich möchte herausfinden, ob sich seine Qualität als Nahrungsquelle verringert oder er sich dem chemischen Stress anpasst und erhoffe mir Antworten auf die Frage nach einem verbesserten Gewässerschutz." Für ihr Forschungsvorhaben hat sich die Ökotoxikologin den Bach ins Labor geholt. In Fließgewässer-Rinnen kultiviert sie den im Freiland gesammelten Biofilm. Ein Geduldspiel: Das Wachstum kann Wochen bis Monate dauern. Das bedeutet, sie führt täglich im Labor Messungen durch und schaut, dass der Biofilm ausreichend Nährstoffe bekommt. Ihre größte Herausforderung: „Bei meinen Versuchsreihen ist zwar alles planbar, aber nicht alles vorhersehbar". In ihren aktuellen Proben waren kleine Mückenlarven, „die haben den Biofilm vor meinen Augen weggefressen."

Haben sich die Biofilm-Kulturen im Labor gut entwickelt, kann die Versuchsreihe starten: „Ich führe aktuell meine sechste Studie durch. "Danach will Sophie Oster ihre Daten auswerten und in Artikeln veröffentlichen. Konkret untere sucht die Doktorandin anhand eines Antibiotikums und eines Herbizids aus dem Weinbau, ob und wie sich die Zusammensetzung des Biofilms verändert. „Mir war wichtig, in meinen Versuchen mit Substanzen zu arbeiten, die derzeit zugelassen sind, hier in der Region zum Einsatz kommen und in Gewässer-Untersuchungen nachgewiesen werden."

Aktuell engagiert sich Sophie Oster auch im Planungsteam einer internationalen Fachtagung für Studierende und Nachwuchsforschende. Ende August findet in Landau das 12. YES-Meeting statt, ein Treffen von jungen Umweltwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern aus voraussichtlich über 20 Ländern weltweit. Mit der diesjährigen Konferenz schließt sich ein Kreis. Initiiert hat sie vor zwölf Jahren - damals als Student - ihr Doktorvater Mirco Bundschuh, heute Juniorprofessor in Landau. (KT)