„Immer weniger Kinder gehen selbstständig und mobil zur Grundschule“, macht Lena Dubetz deutlich. Die Rektorin der Grundschule Berghausen sieht in dem Angebot, das den Namen Sport-Bewegungs-Pass und den Zusatz SpoSpiTo (Sport, Spielen, Toben)trägt, eine gute Möglichkeit zur Sensibilisierung.
Zielsetzung des Bewegungs-Passes ist nämlich zum einen, die Verkehrssituation vor den Lehreinrichtungen zu entschärfen und zum anderen, die Kinder generell zur Bewegung – im Besonderen an der frischen Luft – zu animieren.
Stempel als Nachweis

In Berghausen lautet die Vorgabe, 20 Tage ohne Auto in die Schule zu kommen. Als Nachweis gibt’s einen Stempel im Bewegungspass. Auf Vertrauensbasis, wie Dubetz betont: „Die Umsetzung liegt in der Verantwortung der Eltern.“
Besser geworden ist die Verkehrssituation aktuell zu Stoßzeiten vor der Grundschule. Das liege unter anderem daran, dass die Polizei häufig Präsenz gezeigt und auch der Schulelternbeirat Gespräche geführt hat. Auch das bessere Wetter spiele in die Karten.
Positive Rückmeldungen auf die Teilnahme an der Aktion hat Dubetz bislang erhalten. Ein Anreiz für die Kinder sei sicher auch die Urkunde am Ende und die Chance, bei einem Gewinnspiel einen schönen Preis abzusahnen.
Vor allem das Mehr an Bewegung ist für Martina Rausch, Rektorin der Grundschule Mechtersheim, ausschlaggebend für die Teilnahme am SpoSpiTo-Bewegungspass. Auch hier gilt: „Die Kinder sollen zu Fuß, mit dem Rad oder dem Tretroller in die Schule kommen.“
Motivation ist geweckt
Die Aktion, die von Kempten aus koordiniert wird, sei etwas Nachhaltiges, das auch in den Köpfen hängen bleibe. Die Motivation zur Bewegung wird durchaus geweckt, hat Rausch festgestellt. „Wir sehen die Kinder oft auf dem Schulhof Bewegungen machen, die wir ihnen gezeigt haben. Oder sie äußern von sich aus den Wunsch, die eine oder andere Übung aus Bewegungspausen im Unterricht zu wiederholen“, sagt Rausch.
Verpflichtend ist die Teilnahme am Bewegungs-Pass nicht. Doch auch an der Karl-Hufnagel-Grundschule in Harthausen ist zu spüren, dass die Kinder durch die bewussten Bewegungsräume konzentrierter und fitter durch den Schulalltag gehen.
Ein zusätzlicher Nebeneffekt gefällt allen Teilnehmern, ob klein oder groß: Dadurch, dass das Auto öfter stehen bleibt und der Schulweg aus eigener Dynamik zurückgelegt wird, tun alle aktiv etwas für den Umweltschutz. xsm