Künstliche Intelligenz hat alle Bereiche der Gesellschaft innerhalb weniger Jahre stark verändert. Sie bringt unglaubliches Potenzial mit sich – aber auch einige Risiken. Wenn man an die Entwicklung der KI denkt, wandern die Gedanken häufig ins Silicon Valley oder in die Tech-Metropolen in Asien. Dabei wird nicht selten übersehen, dass die Zukunft der KI maßgeblich auch hier in der Westpfalz, direkt vor unserer Haustür, mitbestimmt wird.
Die Westpfalz wird mittlerweile auch liebevoll als die „Silicon Woods“ bezeichnet, denn die Region hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem der bedeutendsten KI-Cluster Europas entwickelt. Was in den Laboren der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU), der Hochschule, des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) und der Fraunhofer Institute entsteht, verändert nicht nur die Westpfalz, sondern die ganze Welt und natürlich auch die Gesellschaft.
Zahlreiche spannende Wissenschaftler, die aktuell die Zukunft formen, haben einen persönlichen Bezug zur Region. Ob Talente aus der Westpfalz, die von hier aus den Sprung auf die Weltbühne der Forschung gewagt haben, oder international anerkannte Forscher, die hier ihre neue wissenschaftliche Heimat gefunden haben: sie alle prägen den Fortschritt von morgen. So wirft aktuell ein besonderer „Coup“, den die RPTU möglich machen konnte, seine Schatten voraus: Mit Professor Seth Flaxman gewinnt der Wissenschaftsstandort Kaiserslautern einen internationalen Spitzenforscher im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Der renommierte Informatiker wechselt von der Universität Oxford an die RPTU. Dort übernimmt er eine neu geschaffene KI-Schlüsselprofessur und soll die Forschung zu den gesellschaftlichen Auswirkungen von KI maßgeblich ausbauen. In Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Softwaresysteme wird er die Brücke zwischen Technologie, Statistik und Sozialwissenschaften schlagen. Flaxmans hochgelobte Arbeiten – unter anderem zur computergestützten Epidemiologie während der Pandemie – berieten bereits weltweit Regierungen und die WHO.
Aber auch zahlreiche andere Wissenschaftler, die in dieser spannenden Zeit die Welt mit ihrem Forschen verändern, haben einen direkten Bezug zur Westpfalz. Einige von ihnen kann man in dieser Ausgabe kennenlernen.
KI in der Westpfalz ist weit mehr als Algorithmen, Serverfarmen oder ChatGPT. Es geht um konkrete Lösungen für den Alltag und die Wirtschaft: Vom intelligenten Acker bis hin zu mittelständischen Handwerks- und Industriebetrieben.
Bei all den Chancen, die die neue Technologie mit sich bringt, darf man aber die Augen auch nicht vor den potenziellen Gefahren und den offenen Fragen verschließen, die die digitale Transformation mit sich bringt. So entstand diese Ausgabe, während die Republik durch die kritische PHP-Sicherheitslücke in Atem gehalten wurde. Sie zeigte eindrücklich, wie verletzlich die vernetzte Welt ist, und zwang zahlreiche Unternehmen auch in der Westpfalz, Systeme flächendeckend abzuschalten.
Das Kuriose dabei: hoch entwickelte Sprachmodelle hatten die jahrelang unentdeckte Schwachstelle im Code aufgespürt und davor gewarnt. Natürlich hätte das auch anders ausgehen können, wäre diese Lücke zum Schaden genutzt worden. Fluch und Segen digitaler Evolution lagen selten so dicht beieinander.
Ein international geschätzter Experte, Professor Herbert Zech, kommt in dieser Ausgabe zum Thema „Europäische KIGesetzgebung“ zu Wort. Er sagt deutlich: Die Gesellschaft muss erst einmal lernen, mit der KI umzugehen. Das wird Zeit brauchen. Die Region ist dafür aber hervorragend gerüstet. Die Westpfalz beweist Innovationsgeist und Bodenhaftung zugleich.
Diese Sonderbeilage zeigt, wie viel Zukunft schon heute in der Westpfalz steckt und warum der Verein ZukunftsRegion Westpfalz ein starkes Netzwerk ist, das diesen Wandel mitträgt und gestaltet. mide
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