Rund um große Fußballturniere tauchen schnell Fahnen an Autos auf und nach Siegen bilden sich Autokorsos. Der ACV Automobil-Club Verkehr ordnet ein, was im Straßenverkehr erlaubt ist und wo es teuer werden kann.
Wichtig ist die Grundregel: Deko und Feiern sind nicht verboten, solange Sicht, Beleuchtung, Signale und sichere Fahrt nicht beeinträchtigt werden. Auf Autobahnen kann lose Deko schon bei höheren Geschwindigkeiten zum Problem werden, wenn sich Teile lösen und andere Verkehrsteilnehmer behindern.
Autokorsos werden vielerorts toleriert, StVO gilt weiterhin
Spontane Korsos werden vielerorts toleriert, solange nichts blockiert wird und es sicher bleibt. Rechtlich gilt aber weiterhin die Straßenverkehrsordnung. Das bedeutet:
- Unnötiges Hin- und Herfahren und vermeidbare Lärmbelästigung sind untersagt.
- Hupen ist nur zur Warnung vor Gefahren oder außerhalb geschlossener Ortschaften zur Ankündigung eines Überholvorgangs erlaubt, geregelt in § 16 Absatz 1 StVO. - Rot bleibt Rot. Wer über eine rote Ampel fährt, begeht einen Verstoß.
- Kreuzungen freihalten. Wer Kreuzungen blockiert, um den Korso zusammenzuhalten, kann andere behindern.
- Besonders kritisch ist jede Behinderung von Einsatzfahrzeugen. Rettungsgasse und freie Wege haben Vorrang.
- Auch rund um Public-Viewing-Orten wird Parken schnell zum Thema. Halteverbote, Einfahrten und Rettungswege werden in Feierlaune häufiger übersehen. Das kann Bußgeld und Abschleppen bedeuten.
Mitfahrer: Nicht aus dem Fenster lehnen
Feiern im Auto hat klare Grenzen. Mitfahrer dürfen nur auf zugelassenen Sitzplätzen mitfahren und müssen gesichert sein. Aus dem Fenster oder Schiebedach lehnen ist riskant. Schon bei einer Bremsung kann das zu schweren Verletzungen führen.
Große Fahnen an langen Stangen oder andere Gegenstände aus dem Fenster zu halten ist verboten, weil andere behindert oder gefährdet werden können. Pyrotechnik wie Bengalos oder Feuerwerkskörper gehört nicht ins Auto und nicht in den Straßenverkehr.
Problematisch: Spiel im Auto verfolgen
Ein Spiel im Auto zu verfolgen, lenkt schnell ab. Während der Fahrt darf ein Smartphone oder Tablet nicht in die Hand genommen oder aktiv bedient werden.
Dafür nennt der ACV als Mindestfolge ein Bußgeld von 100 Euro und einen Punkt in Flensburg. Bei Gefährdung oder Unfall können die Folgen deutlich höher ausfallen.
Auch ein WM-Livestream auf einem fest montierten Gerät ist heikel, wenn bewegte Bilder für den Fahrer sichtbar sind und ablenken. Schon ein kurzer Blick reicht, um bei Tempo 50 mehr als 25 Meter ohne Blick auf die Straße zurückzulegen.
Praktikabler sind Audio-Infos, zum Beispiel die Live-Reportage im Radio. Wenn Mitfahrer dabei sind, können sie Spielstände ansagen, ohne dass der Fahrer auf Displays schaut.
Alkohol: Grenzen gelten auch für E-Scooter
Für die Heimfahrt nach einem späten Spiel zählen weiterhin nüchterne Regeln. Für Autofahrer gilt die Grenze von 0,5 Promille. Bereits ab 0,3 Promille kann es zur Straftat werden, wenn Fahrfehler oder Ausfallerscheinungen hinzukommen. Für Fahranfänger in der Probezeit gilt absolutes Alkoholverbot.
Viele unterschätzen E-Scooter. Laut ACV greifen hier die gleichen Promillegrenzen wie beim Autofahren, inklusive möglicher Punkte.
Zusätzlich spielt Müdigkeit nach späten Spielen eine große Rolle. Sie kann die Reaktionsfähigkeit ähnlich beeinträchtigen wie Alkohol. Praktisch bedeutet das: Wer nicht mehr fit ist, sollte für die Heimfahrt auf Alternativen setzen. red
Bei Auto-Deko beachten
Der ACV Automobil-Club Verkehr gibt Tipps, was beim Anbringen von Deko zu beachten ist:
Fahnen auf der Motorhaube, Fanschals auf der Hutablage oder Spiegelüberzüge sind grundsätzlich möglich. Entscheidend ist, dass nichts wackelt, abfliegt oder die Sicht einschränkt.
Deko muss fest sitzen. Löst sich unterwegs eine Fahne oder ein Schal, kann das andere gefährden und je nach Folgen zu Bußgeldern und Punkten führen.
Große Fahnen am Seitenfenster können die Sicht beeinträchtigen und sind dann problematisch.
Außenspiegel mit integrierten Blinkern dürfen durch Spiegelüberzüge, sogenannte Spiegelsocken, nicht verdeckt werden.
Für längere Fahrten und vor allem auf der Autobahn ist es oft die praktischste Lösung, Deko vorsichtshalber abzunehmen. red