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Neustadter Sommer

Reiseapotheke für entspannten Urlaub

Mit wenigen Basics lassen sich viele typische Reisebeschwerden gut abdecken

Reiseapotheke für entspannten Urlaub

In den Koffer gehört auch eine sinnvoll ausgestattete Reiseapotheke. FOTO: KITTIPHAN/STOCK.ADOBE.COM

RATGEBER. Eine gut zusammengestellte Reiseapotheke für rund 30 bis 60 Euro kann im Urlaub teure Arztbesuche bei kleineren Beschwerden vermeiden und damit das Risiko senken, vor Ort hohe Rechnungen aus eigener Tasche zahlen zu müssen.

Gerade wenn Flüge und Hotels ohnehin teurer werden, treffen zusätzliche Gesundheitskosten besonders hart. Nach Angaben der ADAC SE und der ADAC Versicherung können Behandlungen in beliebten Urlaubsländern wie Ägypten oder der Türkei für deutsche Reisende ein Vielfaches der Kosten in Deutschland ausmachen, teils das 20- bis 30-Fache. Das gilt laut ADAC auch für Medikamente, die dort häufig deutlich teurer abgerechnet werden, obwohl sie rezeptfrei sind. 

Wie verbreitet das Problem ist, zeigt eine repräsentative Online-Umfrage der ADAC SE unter 2.090 Reisenden, durchgeführt vom 6. bis 19. Februar 2026. Zwar stellen 77 Prozent der Befragten eine Reiseapotheke zusammen. Gleichzeitig mussten 67 Prozent schon einmal Arztrechnungen im Urlaubsland zunächst selbst bezahlen. Wer dann wegen Bagatellen wie Erkältung, Magen-Darm oder Insektenstichen zum Hotelarzt geht, landet schnell bei Summen, die den Urlaubsetat sprengen können. 

In der ADAC-Umfrage gab mehr als ein Drittel (36 Prozent) an, im Urlaub bereits ärztliche Hilfe benötigt zu haben. Von diesen suchten 56 Prozent Hotelärzte oder Kliniken vor Ort auf. Dazu passt, dass 74 Prozent wissen, dass im Ausland häufig Vorkasse verlangt wird. Praktisch heißt das, dass eine Behandlung nicht nur teuer sein kann, sondern im Moment der Erkrankung auch sofort bezahlt werden muss. 

Eine Reiseapotheke ersetzt keine ärztliche Versorgung bei ernsthaften Beschwerden. Sie hilft aber, typische kleine akute Probleme selbst zu überbrücken, bis sich die Lage bessert oder eine geplante, passende medizinische Anlaufstelle organisiert ist. Damit sinkt die Wahrscheinlichkeit, wegen leichter Symptome in Situationen zu geraten, in denen hohe Kosten und unklare Abrechnungspraxis zusammenkommen. 

Bei den konkreten Mitteln zeigt die Umfrage, was in der Praxis häufig mitgenommen wird. Schmerzmittel sind demnach in 94 Prozent der Reiseapotheken vorhanden. Mittel gegen Durchfall haben 70 Prozent dabei. 

Unterm Strich ist die praktische Konsequenz klar: Eine kleine, passende Reiseapotheke senkt bei typischen Alltagsbeschwerden im Urlaub das Risiko unnötiger Sofortzahlungen und kann damit schneller Geld sparen, als sie kostet.

Tipp

Das gehört laut ADAC in die Basis-Reiseapotheke:

Der ADAC empfiehlt, regelmäßig benötigte Medikamente in 50 Prozent höherer Menge mitzunehmen, idealerweise im Handgepäck und in Originalverpackung. Chronisch Kranke sollten außerdem wichtige Unterlagen wie Beipackzettel und Dokumente wie den Diabetikerausweis dabeihaben.

Für eine Basis-Ausstattung der Reiseapotheke nennt der ADAC typische Bausteine, die je nach Auswahl insgesamt etwa 30 bis 60 Euro kosten können:
- Hilfsmittel für kleine Verletzungen
- Fieberthermometer
- Insektenschutz
- Juckreizsalbe
- Erkältungsmittel
- Bei Bedarf Mittel gegen Reisekrankheit