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LEO Saison

Physik im Wasserturm

ROCKENHAUSEN: DAS FOUCAULTSCHE PENDEL AM BAHNHOF

Physik im Wasserturm

Das neue Glanzstück der Stadt, hier eine noch vor der Eröffnung gemachte Aufnahme: das Foucaultsche Pendel im alten Wasserturm am Bahnhof, hier mit Helfern bei dem Projekt. Foto: J. Hoffmann

An Umberto Ecos Romanerstling „Der Name der Rose", damals ein Weltbestseller, erinnert man sich noch gut. Wie hieß aber der Roman, den Eco danach geschrieben hat? Richtig: „Das Foucaultsche Pendel" (1988), und auch der stürmte die Bestsellerlisten. Was aber hat das wohl mit Rockenhausen zu tun?

Die Antwort ist schnell gegeben: In Rockenhausen gibt es ein „Foucaultsches Pendel", vor einem Jahr offiziell eingeweiht. Ein alter Wasserturm am Bahnhof aus der Zeit noch, als die Kessel der Dampflokomotiven mit Wasser gespeist werden mussten, bot einen geeigneten Raum, diesen physikalischen Versuch zum Nachweis der Erdrotation einzubauen - und Rockenhausen um eine weitere Sehenswürdigkeit reicher zu machen. Die Idee und die Beharrlichkeit, die Stadt dafür zu begeistern, hatte der frühere Bautechniker Udo Lang.

Beherbergt das Foucaultsche Pendel: der Wasserturm am Bahnhof, aus dem Jahr 1871. Foto: Thomas Behnke

Das Vorbild - und der zentrale Schauplatz in Ecos Roman - befindet sich im Pariser Pantheon, natürlich in größerer Dimension, als es in Rockenhausen möglich wäre. Der Versuch des französischen Physikers Leon Foucault (1819-1868) besteht aus einem lang aufgehängten Pendel, das nicht, wie man erwarten mag, nur einfach auf gerader Linie hin und herschwingt, sondern mit seinen Schwüngen über längere Zeit einen Kreisbogen beschreibt, bedingt durch die unmerklichen Kräfte, die aus der Rotation der Erde um ihre Achse entstehen. Dadurch kann diese Eigenbewegung der Erde bewiesen werden.

In Paris ist die Pendelaufhängung 67 Meter lang. Das ist in Rockenhausen nicht umsetzbar. Aber der Effekt kann auch mit einer zehn Meter langen Aufhängung und den Schwüngen einer 30 Kilogramm schweren Messingkugel mit Eisenkern als Schwungkörper aufgezeigt werden. Am Fuß des Turms beschreibt das Pendel über einer Rosette mit einem Spiegel seine gemächliche Kreisbahn und verdeutlicht den Fortschritt der Bewegung dadurch, dass er nach und nach 51 Kippstifte umwirft, die um 9 und 21 Uhr jeden Tag automatisch wieder aufgerichtet werden.

Die Konstruktion im Turm, die Einrichtung und die Sanierung von Bau und Umfeld wurde mit knapp über 100.000 Euro, zu drei Vierteln vom Land bezuschusst, verwirklicht. Betrachten kann man sie nur von außen über die rund um den Turm eingebaute Fenstergalerie. Eine Info-Tafel versorgt Besucher mit allem Wissenswerten.

Thematisch steht das Pendel - ähnliche befinden sich im Atrium des Dynamikums in Pirmasens, in der Kasseler Orangerie, dem Deutschen Museum in München oder der Uni Koblenz - in engem Zusammenhang mit dem Museum für Zeit zwischen Marktplatz und Schlosspark und seiner Sammlung von Turmuhren und anderen historischen Zeitmessern sowie einer astronomischen Uhr an der Turmfassade. Einen Besuch in dem überregional geschätzten, schmuck hergerichteten Museum sollte man mit einem Abstecher zum Bahnhof verbinden.

Auch das Rockenhausener Museum für Kunst - das frühere Museum Pachen - lohnt bei solcher Gelegenheit einen Besuch der Dauer- und Sonderausstellungen mit zeitgenössischer Kunst. Thomas Behnke

INFO

Foucaultsches Pendel im alten Wasserturm am Bahnhof Rockenhausen, nur von außen zu besichtigen.