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Region mit Zukunft

Kein unbeschwerter Genuss in Sicht

Die Stimmung in der Gastronomie und im Hotel wesen ist getrübt – Gäste schon vor dem Lockdown zurückhaltend

Ein Jakobsches Familienfoto aus der Osterzeit. Damals hatten die Maßnahmen zur Pandemie-Eindämmung Hotels und Restaurants auch lahm gelegt. Weihnachten und Silvester werde es wohl auch ruhig, selbst wenn die Regeln gelockert werden sollten, sagt Peter Jakob (links).
FOTO: JAKOB/FREI

28.11.2020

Die Restaurants geschlossen, Übernachtungen von Touristen verboten: Nach dem Frühjahr setzt der November der Hotelbranche zu. Dabei leide die Landgastronomie ohnehin unter Fachkräftemangel, sagt Peter Jakob vom Pfälzer Hof in Lauterecken.

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Die Hotels Bremerhof und Heymann in Kaiserslautern, das Hotel-Restaurant Kunz in Pirmasens, das ART Hotel Braun in Kirchheimbolanden, die Klostermühle in Münchweiler an der Alsenz mit Hotel und Restaurant und der Pfälzer Hof in Lauterecken haben im November 2020 zwei Dinge gemeinsam: Sie sind Mitglied im Verein Zukunftsregion Westpfalz (ZRW), und ihr Betrieb läuft wegen der Verordnungen zur Pandemie-Eindämmung auf Sparflamme.

ZRW: „Gemeinschaft, die nach vorne blickt“

Über den ZRW sagt Peter Jakob: „Das ist eine Gemeinschaft, die nach vorne blickt.“ Wenn es um die Pandemie gehe, sei es derzeit aber leichter, zurück als nach vorn zu blicken: „Für uns ist es kein Lockdown light, sondern ein zweiter harter Lockdown. Über Sommer konnten wir einiges aufholen, was im Frühjahr verloren gegangen war. Aber das Winterhalbjahr – selbst wenn wir bald wieder öffnen dürfen, glaube ich an schwierige Geschäfte.“ Weihnachtsfeiern seien schon früh abgesagt worden, an Silvestertanz sei in der Pandemie-Lage nicht zu denken: „Normalerweise haben wir da drei Tage volles Haus.“

Peter Jakob, Jahrgang 1956, ist der Seniorchef im Pfälzer Hof in Lauterecken. Er verkörpert die zweite Generation und steht mit seiner Frau in der Küche, die beiden Kinder haben ebenfalls das Hotelfach eingeschlagen. „Wären wir kein Familienbetrieb, der sich in 50 Jahren Substanz erarbeitet hat, könnten wir diese Zeit nicht so überstehen, wie wir es tun. Kollegen, die erst angefangen haben, haben einen ganz schweren Start, daran ändern auch Kurzarbeitergeld, Kredite und Betriebskostenzuschüsse nichts“, findet Jakob.

45 Betten bietet der Betrieb, einen Landgasthof im Haus und eine Pizzeria nebenan. Letztere setzt derzeit auf einen coronakonformen und umweltbewussten Abholservice – „Salate und Nudelgerichte werden über die Straße in Pfandbehältern verkauft“ – von Donnerstag bis Sonntag. „Bei Pizza geht das“, sagt Jakob. „Aber sonst ... Die Qualität leidet. Es soll aber eine Empfehlung für die Küche sein, die Lust macht, wieder zu kommen.“

Weiteres Problem: „Ein, zwei Gläser Wein zur Pizza, vielleicht ein Grappa, ein Espresso – mit diesen Margen können wir im Abholservice nicht kalkulieren. Wir brauchen aber trotzdem Personal. Der Koch kann nicht auch Bestellungen aufnehmen, Essen abgeben und kassieren.“

Hotelbetten dürfen wie im Frühjahr derzeit nur an Geschäftsreisende vermietet werden. „Aber denen kann ich nicht einmal Frühstück machen“, sagt Jakob. „Und abends den Fernfahrern kein Essen.“ Man hat sich beholfen im 2100-Seelen-Städtchen am Zusammenfluss von Lauter und Glan, eine Bäckerei bietet in Zusammenarbeit mit dem PfälzerHof Kaffee und Frühstück „to go“ an. Die Getränkehändler und sonstigen Zulieferer litten sehr, sagt Jakob. „Das ist eine ganze Kette.“ Er kann immerhin noch schmunzeln: „Das Fassbier wird schlecht, das ist doch eine Schande!“

Jakob glaubt nicht, dass das Geschäft im Winter anzieht. „Der Sommer ist gut gelaufen, weil wir gutes Wetter hatten und die Freisitze lange offen waren. Aber wir spüren, dass die Menschen Angst haben. Viele wollen nicht drinnen sitzen, da können unsere Hygienekonzepte noch so gut sein.“ Diese Zurückhaltung der Kundschaft könne der Staat nicht durch Hilfen auffangen.

Gesucht: Pächter, Nachfolger und Personal

Und nach Corona? Die ländliche Gastronomie zwischen Glan und Lauter tue sich allgemein schwer, trotz wunderschöner Landschaft und verlockender Wanderrouten, sagt Jakob, der sich auch kommunalpolitisch engagiert. Er kann aus dem Stegreif etliche Gaststätten mit und ohne Fremdenzimmer in verkehrsgünstiger und auch in romantisch abgeschiedener Lage aufzählen, die endgültig oder vorübergehend wegen Pächterwechsel geschlossen haben. Der Fachkräftemangel mache sich extrem bemerkbar und führe dazu, dass sich oft die junge Generation gegen eine Übernahme des elterlichen Betriebs entscheide. „Wenn der Inhaber alles stemmen muss, führt das zwangsläufig zur Überlastung“, sagt Jakob.

Auch das sei eine Baustelle, an der der Verein ZRW ins Spiel komme: „Der Verein macht Werbung für die Westpfalz, vor und hinter den Kulissen werden unsere Potenziale mit positiver Grundeinstellung aufgezeigt. Das ist sehr gut.“ kgi
                    

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