Die Verfügbarkeit von Flächen ist gerade für Unternehmensneuansiedlungen eine Grundvoraussetzung. Wie positioniert sich Frankenthal hier derzeit und welche Pläne gibt es zukünftig?
Geeignete Gewerbeflächen sind eine zentrale Voraussetzung für Ansiedlungen, Wachstum und die Sicherung von Arbeitsplätzen, zugleich aber knapp. Die Stadt prüft derzeit gemeinsam mit der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim und der Ortsgemeinde Beindersheim die Entwicklung eines interkommunalen Gewerbegebiets. Auf Frankenthaler Gemarkung würde dies eine Erweiterung des sehr gut ausgelasteten Industriegebiet Nord bedeuten. Damit sollen sowohl neue Unternehmen angesiedelt als auch Erweiterungsinteressen bereits ansässiger Betriebe berücksichtigt werden. Für uns ist wichtig, Flächen strategisch zu entwickeln und an den tatsächlichen Bedarfen der Unternehmen auszurichten. Die Wirtschaftsförderung bringt diese frühzeitig in den Prozess ein und versteht sich als verlässlicher Partner zwischen Unternehmen, Verwaltung und weiteren Beteiligten. Das Thema Flächenverfügbarkeit spielt auch in der Frankenthaler Innenstadt eine wichtige Rolle. Deshalb setzen wir auf ein aktives Leerstandsmanagement, das wir kontinuierlich weiterentwickeln. Durch den engen Austausch mit Eigentümerinnen und Eigentümern, bestehenden Unternehmen sowie Betrieben, die sich für den Standort interessieren, bringen wir Angebot und Nachfrage gezielt zusammen. Mit einer aktiven Ansprache und Begleitung der Beteiligten arbeiten wir daran, die Innenstadt lebendig, vielfältig und attraktiv zu gestalten.
Wie verstehen Sie die Rolle der Wirtschaftsförderung in Frankenthal und welche Schwerpunkte setzen Sie aktuell?
Wir verstehen uns als verlässlicher Ansprechpartner für die Unternehmen in Frankenthal und als Bindeglied zwischen Wirtschaft, Verwaltung und weiteren Partnern. Wir hören zu, greifen Anliegen auf, vernetzen die richtigen Akteure und begleiten Projekte pragmatisch und lösungsorientiert. Dabei betrachten wir Wirtschaftsförderung, Stadtentwicklung, Citymanagement, Stadtmarketing, Tourismus und Veranstaltungen nicht getrennt voneinander, sondern als Bereiche, die eng zusammenhängen und sich gegenseitig stärken können.
Unsere Arbeit reicht von der Betreuung bestehender Unternehmen über die Unterstützung bei Neuansiedlungen und Erweiterungen bis hin zum Flächen- und Objektmanagement sowie der Vernetzung von Wirtschaft, Handel und Gastronomie. Gleichzeitig möchten wir die Wahrnehmung Frankenthals als attraktiven Wirtschaftsstandort in der Pfalz und der Metropolregion Rhein-Neckar weiter stärken. Dafür arbeiten wir derzeit an einer klaren Stadtmarke, die die Grundlage für die zukünftige Vermarktung und Kommunikation des Standorts bilden soll.
Oft liegt der Fokus auf neuen Unternehmen. Wie wichtig ist die Betreuung der bereits ansässigen Unternehmen vor Ort aktuell besonders?
Die Betreuung der ansässigen Unternehmen ist eine unserer wichtigsten Aufgaben. Sie schaffen Arbeits- und Ausbildungsplätze, investieren am Standort und prägen die wirtschaftliche Entwicklung Frankenthals. Durch Unternehmensbesuche, Wirtschaftsforen, Netzwerktreffen und direkte Gespräche erkennen wir frühzeitig Unterstützungsbedarfe. Dabei geht es etwa um Erweiterungsvorhaben, Genehmigungsfragen, Fachkräfte, Erreichbarkeit oder passende Kooperationspartner. Wir vermitteln innerhalb der Verwaltung, bringen die richtigen Ansprechpartner zusammen und begleiten Prozesse kontinuierlich. Unser Anspruch ist, verlässlich erreichbar zu sein und Unternehmen langfristig am Wirtschaftsstandort Frankenthal zu halten.
Welche Rolle spielt eine attraktive Innenstadt für die wirtschaftliche Entwicklung Frankenthals und welche Maßnahmen zeigen aus Ihrer Sicht bereits Wirkung?
Eine attraktive Innenstadt ist ein wichtiger Wirtschafts- und Standortfaktor. Sie stärkt Handel und Gastronomie, erhöht die Aufenthaltsqualität und prägt das Bild Frankenthals nach innen und außen. Mit der 2025 neu eingeführten Innenstadtwerkstatt haben wir ein regelmäßiges Austauschformat geschaffen, um Kontakte zu den Innenstadtakteuren zu pflegen, Herausforderungen frühzeitig zu erkennen und gemeinsam neue Ideen zu entwickeln. Daraus können konkrete Formate wie der „First Saturday“ entstehen und weiterentwickelt werden. Mit dem Landesförderprogramm „Modellvorhaben Innenstadtimpulse“ konnten bereits Aufwertungsmaßnahmen realisiert und weitere Planungen hierzu angestoßen werden. Auch Veranstaltungen denken wir gebündelt als zentralen Faktor der Innenstadtentwicklung, weil sie zusätzliche Besuchsanlässe schaffen und unterschiedliche Zielgruppen zusammenbringen. Eine lebendige Innenstadt kann die Stadt nicht allein gestalten. Es braucht die enge Zusammenarbeit mit Handel, Gastronomie, Immobilieneigentümern, Kulturschaffenden und weiteren Akteuren.
Die Wirtschaftsförderung versteht sich dabei als Partner, Umsetzer, Impulsgeber und Bindeglied. red