„Der Friedhof ist in einem ständigen Wechsel und Wandel“, sagt der Beigeordnete der Gemeinde Harthausen, Matthias Löffler. Für die Planung der weiteren Jahre ist das Leerstandsregister wichtig, ergänzt Bürgermeister Günter Gleixner.
Zwischen 18 und 22 Gräber gibt es in Harthausen pro Jahr, bei denen die Nutzungszeit abgelaufen ist. Mit der Auflösung der Stätten ergeben sich für die Gemeinde neue Möglichkeiten. Wie die sich in der Praxis auswirken, ist auf der gesamten Friedhofsfläche am Falltorweg zu sehen.
„Wir wollen uns anpassen und Neuerungen auffangen“, betont Gleixner. Wie das aussieht, ist beim Rundgang zu sehen. Nicht statisch voneinander getrennt sind die einzelnen Bestattungsformen. Stattdessen hat sich die Gemeinde für eine Durchmischung entschieden, die wiederum dem parkähnlichen Charakter des Gottesackers zugute kommen soll.
Baumgräber sind gefragt
„Die Baumgräber haben sich gut gemacht. Das hätten wir nicht gedacht“, lenkt Gleixner ein. Löffler weist in dem Zusammenhang auf 75 bis 80 Prozent Urnenbestattungen hin - ein deutliches Signal der Neuzeit im Vergleich zu den noch vor Jahrzehnten dominanten Sargbestattungen.
Erhaltenswerte Grabsteine sind in das Gesamtbild ebenso integriert wie die auf Lavasteinen als Untergrund angeordneten Grabsteine für die Gefallenen der Weltkriege.
„Mitte der 1970er, 1980erJahre waren Plattengräber angesagt“, merkt Löffler schlieẞlich beim Blick auf die flächendeckenden Marmorplatten an. Die sind nur noch selten auf dem Harthausener Friedhof zu finden. „Man ist davon weggekommen“, bestätigt der Beigeordnete.

Dafür stehen die Urnenbestattungen im Rasenfeld inzwischen hoch im Kurs. „Die Variante wird am liebsten genommen“, weiß Gleixner. Der Pflegeaufwand für die Angehörigen geht dort gen Null. Der Bauhof ist für das Mähen der Rasenfläche zuständig, auf den Marmorplatten mit den Namen der Verstorbenen eingelassen werden. Genormt ist deren Größe.
Diskussionen gegeben habe es zunächst über die Erdbestattungen im Rasenfeld. Diese wurden so geplant, dass in einer Hälfte Platz für zwei Erwachsenensärge ist. In der anderen, kürzeren Hälfte können Kinder beigesetzt werden. Ein separates Feld für Sternenkinder gibt es nicht.
Im linken hinteren Bereich wurde 2019 mit dem Anlegen von Urnengräbern begonnen, in die insgesamt vier Urnen eingelassen werden können. „Der Ursprung der Feuerbestattungen geht bereits auf die 1980er-Jahre zurück“, sagt Löffler. Damals wurde die erste Erweiterung des Friedhofs vorgenommen. Die zweite folgte in den 1990ern.
Großgräber, in denen mehrere Personen untergebracht sind, können gezählt werden auf dem Gelände. „Es gibt noch ein Schreiben vom früheren Bürgermeister Ludwig Remmel, das besagt, dass die Pflege dieser Gräber von der Gemeinde übernommen wird, diese dafür jedoch einen Obolus bekommt“, erzählt Gleixner.
Das Thema Geld spielt bei den Menschen auch beim Tod eine Rolle. Nahezu ungenutzt ist der Miniatur-Memoriamgarten auf dem Friedhof. Eine Stele markiert den Bereich, der von einer Gärtnerei gepflegt wird. Das kostet seinen Preis und den kann oder möchte nicht jeder tragen.
Die neuen Bestattungsformen, davon ist Gleixner überzeugt, werden erneut zu einer Veränderung des Erscheinungsbildes auf dem Friedhof sorgen. „Es wird ein schöner, großer Park werden“, blickt er voraus.
Der dritte Bauabschnitt des Harthausener Friedhofs, der in einer 72-Stunden-Aktion der KjG entstanden ist, lässt erahnen, wie die Entwicklung aussehen kann. Hügel sind angelegt, ebenso ein Insektenhotel. Dankbar ist Löffler zudem über Baumspenden, die es in der Vergangenheit gegeben hat. ❘xsm