Herr Beck, wie war die Spargelsaison 2026?
„Wir waren sehr zufrieden. Die Qualität war sehr gut, die Menge ebenso. Wir konnten sogar ein wenig mehr als im vergangenen Jahr ernten. Das liegt daran, dass wir auch ein paar neue Felder haben, auf denen die Spargelflächen verjüngt wurden. Für uns war wichtig, dass wir den Kunden zu Ostern die ersten Spargel anbieten konnten. Das ist uns gelungen.“
Hat sich denn an den Verkaufsmengen etwas geändert?
„Nein. Ein Ausreißen der Zahlen nach oben oder unten gibt es nicht. Beim Verkauf im Hofladen sind die Mengen gleich geblieben.“

Am Wochenende wird nun Schluss sein, richtig?
„Ja. Wir stechen am Freitag, 21. Juni, zum letzten Mal. Am Samstag wird noch verkauft, am Sonntag auch - wobei es sein kann, dass die Menge dann schon knapp wird oder wir ausverkauft sind.“
Weshalb braucht die Spargelpflanze ab dem Johannistag ihre Ruhe?
„Weil sie einfach Zeit braucht, um sich zu regenerieren. Die Pflanze muss bis zur nächsten Saison wieder genug Energie einlagern, damit sie im kommenden Jahr wieder antriebswillig ist und ordentlich wächst. Das ist wichtig, um uns keinen schlechten Ertrag zu bescheren.“
Was würde passieren, wenn Sie über den Johannistag hinaus stechen würden?
„Dann würde die Spargelanlage geschädigt. Es kämen viel weniger und dünnere Spargel, was für uns natürlich kontraproduktiv wäre.“
Spielt der Klimawandel beim Spargelanbau eine Rolle?
„Wir merken, dass es relativ früh warm ist und dann früh mit dem Wachstum losgeht. Das ist aber nicht nur dem Klimawandel geschuldet, sondern unserer Dreifach-Folien-Bedeckung. Wenn der Spargel die Wärme merkt, legt er los.“
Gelten für den grünen Spargel die gleichen Gesetze wie für den weißen?
„Ja, die sind bei beiden identisch. Auch den grünen Spargel dürfen wir nicht länger als bis zum Johannistag stechen, da er dann im kommenden Jahr nicht die notwendige Energie zum Wachsen hat.“
Hat sich der grüne Spargel etabliert oder dem weißen gar den Rang abgelaufen?
„Etabliert hat sich der grüne Spargel inzwischen durchaus. Wir haben viele Kunden, die ihn gerne kaufen. Den Rang abgelaufen hat er dem weißen Spargel aber längst nicht. Er ist nach wie vor sehr dominierend. Ich schätze die Verteilung liegt bei 85 Prozent weiß und 15 Prozent grün.“
Wo liegt der Unterschied im Geschmack?
„Grün ist kräftiger im Geschmack. Es kommt aber auch immer auf die Art der Zubereitung an.“
Ist nach der Spargelernte erstmal Pause auf dem Hof angesagt?
„Auf keinen Fall. Bei uns geht es direkt für den Kollegen Zürker mit der Getreideernte weiter. Die Wintergerste wird eingeholt. Wenn die angekündigte Hitze jetzt kommt, sind wir in zehn bis 14 Tagen soweit. Anfang Juni haben wir bereits die neuen Blumenkohlpflanzen gesetzt. So geht es weiter im Jahresverlauf. Zu tun gibt es genug.“ |xsm