Für viele Kinder ist ein Schnuller über Jahre hinweg ein treuer Begleiter. Der Abschied fällt vielen daher schwer. Emily soll für den Nachwuchs der Kindertagesstätte Villa Sonnenburg in Hanhofen Erleichterung bringen.
Ein Schnuller spendet Trost, gibt Sicherheit und hilft dabei, zur Ruhe zu kommen. Dessen sind sich Kita-Leiterin Stefanie Langhauser und ihr Team bewusst. Ihnen ist auch klar, dass sich die Kinder nicht nur von einem Gegenstand, sondern von etwas Vertrautem verabschieden, das sie oft schon seit der Babyzeit begleitet.
„Genau deshalb ist die Schnullerfee Emily bei uns eingezogen“, verrät Langhauser. Und die hat einen Briefkasten mitgebracht, in den die Schnuller eingeworfen werden. „Hinter dem Briefkasten steckt ja nicht nur eine nette Idee, sondern ein Entwicklungsschritt, der für Kinder und Familien oft mit vielen Gefühlen verbunden ist“, erklärt Langhauser.
Kinder erlebten die Welt anders als Erwachsene. Was für diese ein Briefkasten ist, könne für ein Kind der direkte Weg zur Schnullerfee sein. „Die Geschichte hilft dabei, aus einem schwierigen Abschied etwas Schönes und Besonderes zu machen“, betont Langhauser.
Wichtig dabei. „Die Entscheidung muss immer bei den Familien liegen.“ Niemand werde dazu gedrängt, den Schnuller abzugeben. Gemeinsam mit Eltern und Kindern soll der Entwicklungsschritt gestaltet werden.
Für den passenden Zeitpunkt dafür gebe es kein bestimmtes Alter und keine feste Regel. „Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo“, betont Langhauser. Manche Kinder sprächen selbst davon, dass sie ihren Schnuller nicht mehr brauchen, andere benötigten noch etwas Zeit.
Natürlich gebe es Kinder, die ihren Schnuller nach der Abgabe vermissen. „Das ist ganz normal. Gefühle verschwinden nicht von heute auf morgen“, stellt Langhauser heraus. Häufig sei zu erleben, dass Kinder über sich hinauswachsen, wenn sie einen solchen Schritt selbst mitgestalten dürfen.
Aktiv und kompetent

Die Kita-Leiterin erzählt dazu: „Sie packen ihren Schnuller ein, schreiben ihren Namen darauf und werfen ihn selbst in den Briefkasten. Dadurch erleben sie sich als aktiv und kompetent - nicht als jemand, dem etwas weggenommen wird.“
Dass sich das Kita-Team mit dem Thema beschäftigt liege daran, dass Entwicklung aus vielen kleinen Schritten besteht. Der Abschied vom Schnuller sei einer davon. „Uns geht es nicht darum, Kinder möglichst schnell davon zu lösen, sondern sie auf ihrem Weg zu begleiten und ihnen zuzutrauen, neue Schritte zu gehen“, macht Langhauser deutlich. Oft sei etwas sehr Schönes zu erleben. Kinder seien stolz auf sich - nicht, weil sie etwas leisten mussten, sondern weil sie spüren, etwas geschafft zu haben, das ihnen zunächst schwergefallen ist. Warum es einen Schnullerbriefkasten und keinen -baum für die Villa Sonnenburg gegeben hat, kann Langhauser schnell erklären: „Die Idee eines Schnullerbaums finden wir wunderschön. Gleichzeitig liegen uns Naturund Umweltschutz sehr am Herzen. Schnuller bestehen aus Materialien, die nicht in die Natur gehören.“ Deshalb sei die Entscheidung bewusst für einen Briefkasten ausgefallen.
„So“, untermauert die KitaLeiterin, „bleibt die Symbolik erhalten: Die Kinder schicken ihre Schnuller auf die Reise zur Schnullerfee Emily. Gleichzeitig vermeiden wir Müll in Bäumen und Sträuchern.“ ❘xsm