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16. Ausbildungsbörse der Agentur für Arbeit

Auch im 16. Jahr eine Erfolgsgeschichte

Interview mit dem Leiter der Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens, Peter Weißler, über die Ausbildungsbörse

Auch im 16. Jahr eine Erfolgsgeschichte

Peter Weißler leitet die Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens. FOTO: MIRIAM DIECKVOB

Herr Weißler, welche Zielgruppen sprechen Sie mit der Ausbildungsbörse „Mit Doppelpass zum Ausbildungsplatz“ an?

Wir sprechen ganz gezielt zwei Hauptgruppen an. Zum einen Schulabgänger, die kurzfristig einen Ausbildungs- oder Studienplatz suchen. Manche von ihnen haben sich aufgrund von Prüfungsstress oder Unsicherheit noch nicht ausreichend orientiert. Für sie ist die Ausbildungsbörse eine echte Last-Minute-Chance, in Kontakt mit Betrieben zu kommen. Zum anderen richtet sich unser Angebot an Schülerinnen und Schüler, die demnächst ins Abschlussjahr starten. Sie wollen sich einen Überblick verschaffen, Kontakte knüpfen, konkrete Informationen sammeln – auch dafür bietet die Ausbildungsbörse ideale Bedingungen. Grundsätzlich haben junge Menschen in der Westpfalz derzeit sehr gute Chancen auf eine passende und zukunftssichere Ausbildungsstelle. Der regionale Branchenmix sorgt dafür, dass viele unterschiedliche Berufsbilder angeboten werden. Am Nachmittag ist aber auch viel Zeit und Raum für all jene, die sich gerne über Karrieremöglichkeiten oder berufliche Veränderung informieren möchten. 

Welche Rolle spielen die Eltern bei der Berufswahl?

Eine ganz zentrale Rolle. Eltern sind für mich die ersten Berufswahlbegleiter – sie kennen ihre Kinder, wissen um deren Stärken und Schwächen und bringen eigene Erfahrungen aus dem Berufsleben mit. Gerade der Nachmittag eignet sich hervorragend für einen Besuch mit Eltern. Es ist ruhiger, es gibt mehr Raum für Gespräche – viele Unternehmen schätzen das sehr. Und auch wenn manche Jugendliche anfangs zögern: Eltern können Türöffner sein, ins Gespräch bringen – und sich dann zurücknehmen, damit der Dialog auf Augenhöhe zwischen Jugendlichen und Betrieben entsteht. 

Wie bereitet man sich ideal auf die Ausbildungsbörse vor?

Wer sich vorbereitet, profitiert von den zahlreichen Angeboten deutlich mehr. Auf unserer Webseite www.ausbildungsboerse-kaiserslautern.de gibt es alle wichtigen Informationen – nach Zielgruppen gegliedert. Wir empfehlen, sich vorab genau anzuschauen, welche Aussteller da sind und welche Berufe vorgestellt werden. Die Bandbreite reicht von Handwerk über Gesundheitswesen, Erziehung und Verwaltung bis hin zu technischen Berufen. Dann kann man sich gezielt informieren. Wer eine Kurzbewerbung oder einen Lebenslauf mitbringt, kann gleich erste Unterlagen übergeben. Viele Betriebe bringen Auszubildende mit – Gespräche auf Augenhöhe sind oft besonders authentisch. Werkstücke, Mitmachaktionen und persönliche Erfahrungsberichte machen viele Berufsbilder greifbarer.

Ein großes Thema ist derzeit der Wandel technischer Berufe. Wie gehen Sie damit um?

Die Entwicklungen sind rasant. Künstliche Intelligenz, Digitalisierung – vieles, was vor fünf Jahren noch Zukunftsmusik war, ist heute Alltag und bei den Schülerinnen und Schülern längst angekommen. Umso wichtiger ist es, diese Entwicklungen auch in der Berufsorientierung abzubilden. Deshalb freuen wir uns, dass viele Aussteller gerade im technischen Bereich aktiv sind und diesen Wandel auch auf der Ausbildungsbörse darstellen. Gleichzeitig erleben wir aktuell erstmals, dass Unternehmen wegen der immer weiter steigenden Bedeutung und Einsatzmöglichkeiten der KI bei Neueinstellungen teilweise vorsichtiger agieren als früher. Umso wichtiger ist eine gute Ausbildung als stabile Grundlage für den weiteren Berufsweg. Deshalb gewinnt auch die frühzeitige Berufsorientierung weiter an Bedeutung – gerade mit Blick auf Zukunftsperspektiven und Veränderungen in einzelnen Berufsfeldern. 

Geballte Information: Am Stand der Agentur für Arbeit. FOTO: MIDE
Geballte Information: Am Stand der Agentur für Arbeit. FOTO: MIDE

Ist die Ausbildungsbörse auch für Erwachsene interessant, die sich beruflich neu orientieren wollen?

Auf jeden Fall. Ab 12.30 Uhr sind die Schulgruppen meist im Aufbruch, dann wird es auf dem Gelände ruhiger. Diese Zeit eignet sich besonders gut für Erwachsene, die sich umorientieren möchten, auf Jobsuche sind oder einen Wiedereinstieg planen. Die Westpfalz bietet durch ihre vielfältige Wirtschaftsstruktur auch in diesem Bereich gute Perspektiven. Die Ausbildungsbörse hat sich deshalb ab 12.30 Uhr auch zu einer Plattform für neue berufliche Perspektiven und persönliche Gespräche entwickelt und wird dafür gerne genutzt.

Was macht das Fritz-Walter-Stadion als Veranstaltungsort so besonders reizvoll?

Es ist ein Ort mit einer enorm hohen Strahlkraft. Für viele junge Menschen ist das Stadion ein emotionaler Ort – das sorgt für zusätzliche Motivation, die Ausbildungsbörse zu besuchen. Gleichzeitig bietet es uns beste Bedingungen: große Innen- und Außenflächen, eine gute Infrastruktur und flexible Nutzungsmöglichkeiten. Es wäre schwer, eine andere Örtlichkeit zu finden, bei der solche Präsentationen ähnlich gut möglich wären. Auch die Anbindung ist gut: Für die Besucher steht der Parkplatz Ost zur Verfügung, Ordner und Beschilderung helfen bei der Orientierung. 

Wie hat sich die Ausbildungsbörse in den letzten Jahren entwickelt?

Es ist unsere 16. Veranstaltung – das allein sagt schon viel. Was als innovative Idee begann, hat sich zur größten Veranstaltung ihrer Art in der Westpfalz entwickelt. In diesem Jahr sind sowohl der Innen- und Außenbereich wieder vollständig ausgebucht. Die Nachfrage ist groß – wir erleben eine ungebrochene Dynamik bei den Anmeldezahlen. Das zeigt auch, dass die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen in der Region weiterhin hoch ist. Trotz leicht rückläufiger Zahlen bei Bewerbern und gemeldeten Ausbildungsstellen gibt es in der Westpfalz nach wie vor ein breites Angebot, sodass nahezu alle Jugendlichen die Chance auf einen Ausbildungsplatz haben. 

Die Ausbildungsbörse ist eine Erfolgsgeschichte – für uns, für die Betriebe und vor allem für die jungen Menschen in der Region. Die Kombination aus persönlichem Austausch, praxisnaher Information und regionaler Vernetzung trifft den Nerv der Zeit. mide