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Domspitzen

„Schätze der Chormusik zum Klingen bringen“

Vereint in Speyer: Jürgen Dedek ist Vorsitzender des Mozartchors Speyer. Er singt seit mehreren Jahrzehnten mit Hingabe – und das in einer Gemeinschaft, wo er seine musikalische Heimat gefunden hat

Plant in diesem Jahr ein Vorweihnachtskonzert in der Dreifaltigkeitskirche: der Mozartchor Speyer. FOTOS: MOZARTCHOR SPEYER

6.07.2021

„Es ist das gemeinsame Erleben, das gemeinsame Erarbeiten eines musikalischen Werkes und die gemeinsame Leistung, die für Sängerinnen und Sänger eine Herausforderung, aber auch Befriedigung im Chorgesang bietet. Musik lässt den Alltag manchmal vergessen und macht ihn in jedem Fall erträglicher, oder rundet ihn positiv ab.“ Jürgen Dedek ist seit 30 Jahren Mitglied des Mozartchors Speyer; seit 2019 ist der 65 Jährige Erster Vorsitzender. Vorgefunden habe er bei seinem Eintritt in das Amt vor zwei Jahren die großen Fußstapfen der nunmehr Ehrenvorsitzenden Ruth Hocke, die über 30 Jahre das Amt bekleidete. „Stellen Sie sich vor, dass circa 80musikbegeisterte Sängerinnen und Sänger, vielleicht gemeinsam mit einem 45-köpfigen Orchester, zu einer Klangeinheit zusammengeführt werden müssen. Da kommt es tatsächlich auf jeden an, ohne dass jeder Einzelne als Individuum klanglich erkennbar sein soll.“ Anspruchsvolle Werke führten den Sängern oftmals auch die eigenen Grenzen vor Augen. Durch kontinuierliche Übung und Arbeiten am Chorklang, könnten diese überwunden werden. Sich einzuordnen in einen gemeinsamen Klang – das mache einen Chor aus und sei die besondere Herausforderung. „Was ich schätze, ist das Miteinander“, sagt Dedek.

Der Mozartchor hat sich anspruchsvoller Musik aller Epochen verschrieben.

Erste Chorerfahrungen habe er mit 19-Jahren im Männerchor seines sauerländischen Heimatdorfes gesammelt; musikalisch geprägt sei er damals bereits durch seinen Vater gewesen. Dedeks musikalischen Interessen liegen dabei nicht nur im klassischen Bereich. „Mich interessiert Musik, wenn sie gut ist“, sagt er. Wenn Dedek Musik höre, höre er sie bewusst. Mit seinem Zuzug nach Speyer im Jahr 1991, hat der Gymnasiallehrer für Mathematik und Physik schließlich gemeinsam mit seiner Frau im Mozartchor auch seine musikalische Heimat gefunden. „Meine Frau und ich haben einen Chor gesucht, der sich bei seinem Repertoire an anspruchsvoller A-capella- und Oratorienliteratur orientiert.“ Dabei seien sie damals eher zufällig auf den Mozartchor gestoßen – und dort geblieben.

„Wennman in einem Verein wie dem Mozartchor an den vielfältigen musikalischen und kulturellen Angeboten teilhaben möchte, drängt sich recht schnell die Frage auf, was man der Chorgemeinschaft außer der eigenen Stimme zurückgeben kann“, beschreibt Dedek seinen Wunsch nach seinem ehrenamtlichen Engagement. „Gerade eine Vereinsstruktur erfordert vielfältige Organisation und bringt im Zusammenhang mit Konzerten logistische Herausforderungen mit sich.“

Was Dedek am Mozartchor seit vielen Jahren begeistere sei, dass er sich als guter gemischter Chor anspruchsvoller Literatur aus allen Musikepochen verschrieben habe. „Er bietet damit ambitionierten Laien die Möglichkeit, sich intensiv mit herausragenden Werken der Musikliteratur zu beschäftigen und sie durch intensive Probenarbeit und viel persönliches Engagement zur Aufführungsreife zu bringen“, sagt er. Im Vordergrund stehen dabei oftmals bekannte Werke von Bach, Brahms, Mendelssohn, Haydn, Mozart und anderen, aber auch „Neuentdeckungen“ oder selten aufgeführte Stücke wie die Chichester Psalms von Leonard Bernstein oder ein Requiem von Andrew Lloyd Webber, so Dedek. Die konzeptionelle Arbeit dafür leistet der neunköpfige Vorstand. Er plant im Einvernehmen mit dem Dirigenten das sängerische Programm, legt Termine fest und organisiert die Durchführung.

Aus den vergangenen Jahren seien Dedek großartige Konzerte der Chorgemeinschaft in Erinnerung geblieben. Zum einen war das die Aufführung der „Carmina Burana“ von Carl Orff unter der Leitung von Landeskirchenwart Udo R. Follert im Jahr 2010, die nicht in einem der üblichen Konzertsäle oder Kirchen, sondern ergänzt um Starwars-Filmmusik in der Raumfahrthalle des Technikmuseums Speyer vor über 1000 Zuschauern stattfand. „Das war ein klangliches und optisches ,Event’, das den Chor mit ganz neuen Herausforderungen konfrontiert hat“. 2017 hat der Mozartchor mit Paul McCartneys „Liverpool Oratorio“ eine Brücke zur Gegenwartsmusik geschlagen. „Und dass wir uns auch im Barock wohlfühlen, durfte man in einer bestens besuchten Aufführung von Händels ,Messiah’ in englischer Originalsprache in der Dreifaltigkeitskirche im Jahr 2019 erleben.“ Beide Konzerte wurden unter der musikalischen Leitung von Dieter Hauß zur Aufführung gebracht.

Als eingetragener Verein trage der Mozartchor aber auch selbst das finanzielle Risiko solcher „Großveranstaltungen“, berichtet Dedek. „Wir sind sehr froh, dass wir auf regelmäßige finanzielle Unterstützung durch die Stadt Speyer, die Kulturstiftung und eine ganze Reihe von Sponsoren aus dem Wirtschaftsbereich zählen dürfen. Zusammen mit den Mitgliedsbeiträgen machen diese Gelder es erst möglich, ein ganzes Jahr Kulturarbeit in breitem Rahmen zu betreiben“, betont er. 2018 feierte der Mozartchor sein 200-jähriges Bestehen. Ein Verein lebe von seinen Mitgliedern. Und dem Mozartchor kann man sowohl aktiv als Sänger als auch passiv als Fördermitglied beitreten. „Es ist enorm wichtig für einen Chor, dass er immer über genug engagierte Sängerinnen und Sänger verfügt, die miteinander ihre Liebe zum Chorgesang teilen wollen.“ Und wie vielen anderen Chören mangele es auch dem Mozartchor immer wieder mal insbesondere an Stimmen – auch Männerstimmen. Zurzeit seien noch keine Proben möglich, „aber wenn es wieder losgeht, stehen wir in den Startlöchern und haben entsprechende Pläne“, berichtet der Vorsitzende. Für die Vorweihnachtszeit sei ein Konzert in der Dreifaltigkeitskirche geplant, im Januar 2022 sei zu Mozarts Geburtstag eine Veranstaltung im Historischen Ratssaal angedacht, und im Herbst kommenden Jahres soll auch wieder ein großes Chorkonzert aufgeführt werden; geprobt werde hierfür ein Jahr im Voraus. „Da stehen dann das ,Gloria’ von Poulenc und das Requiem von Fauré auf dem Programm“, kündigt Dedek mit Vorfreude an.

„Es ist einfach schön und befriedigend, mit anderen Sängerinnen und Sängern die Schätze der Chormusik zum Klingen zu bringen“, sagt er. In einer nicht ganz ernst gemeinten Abwandlung eines Loriot-Zitats gelte für ihn: „Ein Leben ohne Mozartchor ist möglich, aber nicht sinnvoll.“ Denn der Mozartchor sei für ihn nicht nur ein Chor, sondern eine Chorgemeinschaft. „Es ist wie ein Organismus, der letztendlich gemeinsam etwas gestaltet.“ una

Mozartchor Speyer in Zahlen und Daten

• Gründung: 1818
• Mitglieder: etwa 80 Sänger, 100Mitglieder
• Mitgliedsbeitrag: 80 Euro/Jahr als aktiver Sänger; für Ehepaare 120 Euro/Jahr, für Fördermitglieder mindestens 40 Euro/ Jahr; bei Interesse bietet der Chor die Möglichkeit, zunächst ein Konzert mitzusingen, bevor man sich entscheidet, dem Chor beizutreten
• Besonderes: Für Mitglieder sind alle Konzerte des Mozartchors zu einem vergünstigten Eintrittspreis erhältlich
• Aktivitäten: Mitgliederversammlung, Chorausflüge, Weihnachtsfeiern, Sommerfest, regelmäßige wöchentliche Proben, Konzerte
• Kontakt: www.mozartchorspeyer.de, Telefon 06232 93325, Mail: post@mozartchor-speyer.de, vorsitzender@mozartchorspeyer.de, dirigent@mozartchorspeyer.de
• Ansprechpartner: Jürgen Dedek

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