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Donnerstag, 26.09.2019 Drucken

Neuhofen

Mit Farbe und Tinte

Ausstellung zeigt Werke von Otto Ditscher und Helmut Hirmer

Zwei große Künstler Neuhofens werden erstmals gemeinsam präsentiert: Helmut Hirmer und Otto Ditscher. Anlässlich des 825-jährigen Bestehens der Gemeinde lädt der Heimat- und Kulturkreis (HKK) zu einer Ausstellung in die Museumsscheune ein.  

Zum Jubiläum werden erstmals Werke des Kalligraphen Helmut Hirmer (links) und des Malers Otto Ditscher („Trifels II“ von 1964) gemeinsam gezeigt. ARCHIVFOTOS: PFALZGALERIE/DUNKEL-HIRMER/FREI
Zum Jubiläum werden erstmals Werke des Kalligraphen Helmut Hirmer (links) und des Malers Otto Ditscher („Trifels II“ von 1964) gemeinsam gezeigt. ARCHIVFOTOS: PFALZGALERIE/DUNKEL-HIRMER/FREI

Zweifellos gehört der 1987 verstorbene Otto Ditscher zu den bekanntesten Neuhofenern. Das Werk des Malers und Bildhauers wurde zuletzt vor zwei Jahren in einer großen Ausstellung im Bürgerhaus „Neuer Hof“ gewürdigt, als sich sein Todestag zum 30. Mal jährte. Damals wurden etwa 200 Exponate gezeigt, darunter wenig bekannte Gemälde aus Privatsammlungen.

Auch in der kommenden, etwa 30 Bilder umfassenden Ausstellung, können Besucher Werke sehen, die noch nicht öffentlich gezeigt wurden. Sie sind Leihgaben des Palatin-Ateliers, die auch zum Verkauf angeboten werden. Achim Bauer, Inhaber der Galerie, ist wertschätzender Sammler des Künstlers. Seit Jahren schon beschäftigt er sich mit Ditschers Arbeiten und ist bestrebt, Einblick in das Gesamtwerk des Neuhofener Ehrenbürgers zu geben.

Für die Präsentation in der Museumsscheune wurden Arbeiten aus allen Schaffensepochen Ditschers ausgewählt. Die Bilder, die in einem Zeitraum von rund 50 Jahren entstanden sind, sollen die vielfältigen Stilrichtungen des Malers dokumentieren. Sie sind mal gegenständlich mit expressionistischem Duktus, mal abstrahiert und experimentell. Dennoch haben zahlreiche Bilder eines gemeinsam: Neuhofener Motive. Die Liebe zu seinem Dorf wurde zu einer Art Handschrift, denn: „Hier bin ich geboren und aufgewachsen“, sagte Ditscher 1974 während einer Schenkung von 300 Exponaten an seine Heimat-Ausstellung zeigt Werke von Otto Ditscher und Helmut Hirmer gemeinde. Die meisten Bilder sind in dem nach ihm benannten Anwesen, dem Otto-Ditscher-Haus, in der Galerie des Dachgeschosses aufbewahrt.


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Anders als bei Ditscher wurde die Kunst von Helmut Hirmer in Neuhofen bisher kaum öffentlich gezeigt. Die jetzige Ausstellung soll einen kleinen Eindruck vermitteln über das, was die Bürger bald erwarten dürfen. „Wir planen im Juni nächsten Jahres eine umfangreiche Ausstellung, um Hirmers Werk in seiner Gemeinde bekannter zu machen“, sagt HKK-Vorsitzender Horst Heiler.

Tatsächlich war der Pfälzer Künstler in seiner unmittelbaren Umgebung nicht so populär wie im Ausland. Das mag womöglich an seiner Kunstrichtung liegen: der Kalligraphie. Die Kunst des schönen Schreibens hatte längst in Asien und in Amerika Anerkennung gefunden, bevor sich dieser Stil Mitte des vergangenen Jahrhunderts auch in Europa etabliert hat. Das war wohl auch der Grund, weshalb Hirmer nicht nur internationale Aufträge annahm, sondern sich auch ständig im Ausland weiterbildete und Kurse gab – etwa in England, Frankreich und Österreich, aber auch in den Vereinigten Staaten, in Kanada oder in Japan.

Dass der ausgebildete Schriftmaler ein großer Meister seines Handwerks war, steht außer Zweifel. Er erweiterte sein Arbeitsfeld um viele Techniken, experimentierte mit Malgründen, Aquarellfarben und Tinten. Sein großes Fachwissen befähigte ihn, verschiedene Techniken zu kombinieren.

Hirmers umfangreichstes Werk war die Abschrift des Neuen Testaments. Es umfasst zehn Bände mit jeweils unterschiedlichen Schriften in mittelalterlicher Technik. Dieses Meisterwerk ist jedoch im Nachlass des 2014 verstorbenen Künstlers nicht vorhanden, der Verbleib ist unbekannt. Im vergangenen Jahr hat die Ortsgemeinde Hirmers Nachlass erworben. Langfristig wird – sobald geeignete Räumlichkeiten gefunden wurden – eine Dauerausstellung angestrebt. bmx
   

AUSSTELLUNG

Die kostenlose Ausstellung in der Museumsscheune, Hauptstraße 9, ist am Sonntag, 29. September, und am Sonntag, 6. Oktober, jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

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