Anzeigensonderveröffentlichung

75 Jahre DIE RHEINPFALZ

Auf den dritten Blick

Die RHEINPFALZ und ihr Aufbruch ins Digitale

Und los geht’s: Ganz stolz verkündete die RHEINPFALZ am 16. Januar 1998 den Beginn des digitalen Zeitalters auf ihrer Titelseite.
FOTO: RHP

8.10.2020

Liebe auf den zweiten, vielleicht auch erst dritten Blick. So lässt sich die Beziehung der RHEINPFALZ mit dem Internet beschreiben. Heute unerlässlich, um die Pfälzer mit Nachrichten zu versorgen, waren die Anfangsjahre und ersten Gehversuche im Internet auch bei der RHEINPFALZ von Skepsis und Unsicherheit geprägt. Viele Verlage nahmen Mitte der 90er-Jahre das Internet nicht als Herausforderung wahr und waren damit nicht allein: „Das Internet ist nur ein Hype.“ Bill Gates, der Gründer von Microsoft, sagte diesen Satz im Jahr 1993. Heute ist klar: Bill Gates und die Tageszeitungen – sie lagen damit falsch. 

Bei der RHEINPFALZ war Wolfgang Hübner einer jener Visionäre, die es braucht, um solche Themen nach vorne zu bringen. 1996 sprach er erstmals das Thema bei Verleger Thomas Schaub an, der sich nach vielen Diskussionen überzeugen ließ, mit einer eigenen Website an den Start zu gehen. 30 Prozent der Pfälzer, so ergab damals eine Untersuchung, hatten einen Internetanschluss und kamen als Leser infrage. Am 15. Januar 1998 fiel der Startschuss für RON. So hieß der erste Auftritt der RHEINPFALZ im Netz. „Das war ganz bunt. Jede Navigationsebene hatte eine eigene Farbe. Das waren schon wilde Zeiten“, erinnert sich Jochem Kranz, der damals an der Spitze von RON stand. „Dort gibt es ständig aktualisierte Nachrichten aus aller Welt, Neues aus der Pfalz, einen großen Veranstaltungskalender, Immobilien- und Kfz-Anzeigen sowie Diskussionsforen und Gewinnspiele. Über die elektronische Post gibt es die Möglichkeit, der Redaktion Mitteilungen zu einzelnen Beiträgen zu schicken. Außerdem können sich die Nutzer in sogenannten Chat-Rooms miteinander unterhalten“, schrieb die RHEINPFALZam16. Januar 1998 in ihrer Printausgabe.

Rheinlandpfalz Generaldirektion Kulturelles Erbe

Entwickler Bernd Klaffke, der im Jahr 2000 zur RHEINPFALZ kam, kann sich noch gut an die Dating-Plattform erinnern, die ebenfalls auf RON angeboten wurde und sehr erfolgreich war. So erfolgreich, dass Klaffke damals seine Frau darüber kennenlernte.

Die Ehe hielt, der Internetboom bekam im Jahr 2000 allerdings die ersten Risse. Und dann stand der RHEINPFALZ auch noch Ärger ins Haus, da RON vom Namen her sehr dem Sportangebot eines großen privaten Fernsehsenders ähnelte. Um den zu vermeiden, wurde 2001 aus RON schließlich rheinpfalz.de. VON UWE RENNERS