Anzeigensonderveröffentlichung

75 Jahre DIE RHEINPFALZ

Alla, nimmi und die Neischluppschlappe

UNSER MANN FÜR DIE MUNDART: Michael Konrad „määnt bloß“

Er lässt das Pfälzische leben: Michael Konrad.
ARCHIVFOTO: KUNZ

8.10.2020

Wir Pfälzer sind heimatverliebt und weltoffen, grantelig und charmant, gefühlsbeladen und pragmatisch. Mal drucksen wir herum, mal sind wir geradeheraus. Mal lassen wir fünfe gerade sein, mal sind wir revolutionär. Warum sich all diese Gegensätze so gut zusammenfügen? Das liegt an unserer Mundart! 

Das Pfälzische nimmt unsere Heimatliebe, unserer Grantelei, unseren Emotionen, unserem aufrührerischen Geist die Schärfe, die Provokation. Im täglichen Leben ist das ein Riesenvorteil. So schnell wir Pfälzer uns aufregen können, so rasch regen wir uns wieder ab. Das Pfälzische ist ein rheinfränkischer Dialekt. Er ist geprägt von der Nähe zum französischen Sprachraum und mehr noch von der Geschichte dieser Landschaft, die eine Völkermühle war: mal Einwanderungsland, mal Auswanderungsland, immer Durchgangsland. All das hat die Mundart der Pfälzer so lebendig, so vielfältig und manchmal auch so widersprüchlich gemacht.

Keiner weiß das alles besser als Michael Konrad. Er ist der Mundart-Mann der RHEINPFALZ und der RHEINPFALZ am SONNTAG. Seit 2002 ist der 1968 in Landau geborene Redakteur den Besonderheiten der pfälzischen Sprache auf der Spur. In der Reihe „Saach blooß“ werden Sprüche, Redensarten und Wörter unter die Lupe genommen. Wie werden sie benutzt und wo liegt ihr Ursprung? Michael Konrad stellt einen Spruch oder ein Wort zur Diskussion – und die Leserinnen und Leser schreiben ihre Einschätzungen und Erlebnisse dazu. Die Resonanz ist groß. Das Pfälzische lebt. Eine regelrechte Fangemeinde begleitet „Saach blooß“. Der Sprachschatz der Leserschaft ist ein unerschöpflicher Fundus.

Und was wäre die RHEINPFALZ am SONNTAG, zu deren Gründungsredakteuren er gehört, ohne Michael Konrads Mundart-Kolumne „Ich mään jo blooß“, die seit 2007 wöchentlich erscheint? Darin schreibt er mit nie versiegender Fantasie, mit hintergründigem Humor und überraschenden Pointen über das Zusammenleben mit seiner „Mitbewohnerin“, den Ärger mit seiner „Dannde Liesel“, über seinen schrulligen „Kumpel Fred“ und manchmal auch über Politik.

Der Mundart-Mann Michael Konrad ist eine Marke. Er gibt der RHEINPFALZ wie niemand sonst ein pfälzisches Profil. Sieben Mundart-Bücher hat er veröffentlicht, Preise und Ehrungen bekommen, zum Beispiel die Hermann-Sinsheimer-Plakette. Wissen Sie, welche Michael Konrads Pfälzer Lieblingsworte sind? Natürlich „alla“, aber auch „Berschel“ (so nennt ihn „Dannde Liesel“), „nimmi“ und „Neischluppschlappe“. VON MICHAEL GARTHE