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Region mit Zukunft

Pirmasens: „Hohe Lebensqualität bei unschlagbaren Preisen“

Pirmasens im Wandel – Wirtschaftsförderer und Citymanager sollen Innenstadt-Entwicklung neue Impulse geben

Leere Läden, blasse Fassaden: Auf den ersten Blick scheint’s in Pirmasens rapide abwärts zu gehen. Dabei sei die Talfahrt überwunden, sagt Oberbürgermeister Markus Zwick. Ohne allerdings ein Hehl daraus zumachen, dass mancherorts „über viele Jahre hinweg nichts investiert worden“ ist. Das aber ändert sich, das ist auch sichtbar – und der Wandel komme nicht von ungefähr: „Wir haben viel Potenzial. Pirmasens bietet hohe Lebensqualität. Und das bei unschlagbaren Preisen, die weit unter denen anderer Städte liegen.“
   

Markant: der „Exe“. Rund um den Exerzierplatz aber gibt’s unverkennbar Probleme – wie überall. Der Einzelhandel leidet, Leerstände breiten sich aus. FOTO: KRÖHER
Markant: der „Exe“. Rund um den Exerzierplatz aber gibt’s unverkennbar Probleme – wie überall. Der Einzelhandel leidet, Leerstände breiten sich aus. FOTO: KRÖHER

Schon im benachbarten Landau zu leben sei weit weniger erschwinglich, von Karlsruhe mal ganz zu schweigen, verdeutlicht der OB. Da tue sich in Pirmasens nachgerade eine attraktive Nische auf: Wohnraum sei verfügbar und sei nicht überteuert – „das macht ja unsere Stadt auch für Fachkräfte durchaus attraktiv“.

Der Sektor Wohnen biete in Pirmasens reichlich Potenzial, sagt Oberbürgermeister Zwick. Wer hier lebe, finde eine gute Infrastruktur vor. Und die Preise seien erschwinglich, nicht nur die Mieten, sondern auch beim Kauf von Bestand sowie beim Bauland.

Zwick betont, dass weitere Gewerbeflächen ausgewiesen werden müssen. Da sei man auf gutem Wege etwa mit dem entstehenden Gewerbegebiet im „Eichfeld“, das elf Hektar Fläche bieten wird, „in Premium-Verkehrslage“, wie Zwick das Projekt anpreist. Trotz hoher Arbeitslosigkeit: Die Wirtschaft in der früheren Schuhmetropole liege keineswegs darnieder. „Im Jahr 2018 haben sich unsere Gewerbesteuer-Einnahmen in einer Höhe bewegt wie vergleichbar zu besten Zeiten der Schuhindustrie. “

Kaufkraft-Abfluss hat Spuren hinterlassen

Gewerbe ansiedeln, weitere Jobs schaffen, ist das eine. Das Angebot an Wohnraum von höherem Qualitätsstandard zu erweitern, ein zweites. Bei letzterem ist vor allem auch privates Engagement gefragt. „Die Immobilieneigentümer haben das aber längst umgesetzt; hier wird einiges investiert, wird saniert und modernisiert.“ Der Oberbürgermeister hebt hervor, dass dies nicht zuletzt an der „großartigen Förderkulisse“ liege. Wer im Kerngebiet renoviert, bekommt dies unter gewissen Voraussetzungen mit allerlei Vergünstigungen versüßt.

Vieles sei schon getan, so einiges bereits angestoßen. Weil aber in der Stadt auf den Hügeln noch ein Berg abzuarbeiten ist und vor allem in der City so einiges im Argen liegt, kommt der Wirtschaftsförderung in Pirmasens auch auf diesem Feld eine Schlüsselrolle zu. Im Amt für Wirtschaftsförderung ist inzwischen ein Citymanager angesiedelt. Constantin Weidlich kümmert sich nicht nur, aber vorwiegend auch um die innerstädtischen Belange.
     

Entwickelt Zugkraft, nicht nur bei Kindern: Das Dynamikum in Pirmasens lockt Besucher von weither in die Stadt. Dass die sich auch in der Fußgängerzone wohlfühlen, dem gilt das Augenmerk der Wirtschaftsförderung und des Citymanagements. FOTO: HAMM
Entwickelt Zugkraft, nicht nur bei Kindern: Das Dynamikum in Pirmasens lockt Besucher von weither in die Stadt. Dass die sich auch in der Fußgängerzone wohlfühlen, dem gilt das Augenmerk der Wirtschaftsförderung und des Citymanagements. FOTO: HAMM

Die Innenstadtentwicklung steht auf der Prioritätenliste weit vorn. Kaufkraft-Abflüsse haben ihre Spuren hinterlassen, die Leerstände sind nicht zu übersehen. Unverkennbar. Aber auch beeinflussbar? KIar, es sei nicht gerade einfach, den vom Internet-Shopping gebeutelten Einzelhändlern den Rücken zu stärken. Was aber tun, um der Verödung einer Fußgängerzone entgegenzuwirken? Zumindest tatenlos zuschauen, wie sich immer weniger Leute in der Innenstadt verlieren, das wollen die Pirmasenser nicht.

Wie neue Impulse für die Innenstadt wirken können, verdeutlicht Weidlich an einem aktuellen Beispiel: Zurzeit wird die Messe Pirmasens mit neuer Internet-Infrastruktur ausgestattet. „Wir haben hier dann 300 Megabit – das ist okay. Auf Knopfdruck aber ist schnell ein Gigabit an Down- und Uploadrate zu erreichen – und das ist für einen Messestandort ja schon mehr als ordentlich. Damit sind wir konkurrenzfähig gegenüber anderen Messestandorten“, beschreibt der Citymanager eins der Projekte, das die Macher vom Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt Pirmasens so umtreibt.

Die Messegesellschaft stärken und damit den Standort für Ausrichter attraktiv halten: Der Nutzen liegt auf der Hand, wie es der Citymanager beschreibt: Bei höherer Frequenz seien mehr Besucher zu erwarten, mithin profitierten Hotellerie- und Gastronomie, auch weiteres Gewerbe. „Die Besucher gehen ja auch mal zum Einkaufen in die Stadt“, mutmaßt Weidlich. Letztlich profitiere man also davon, direkt oder indirekt. „Solche größeren Veranstaltungen entfalten ja einige Strahlkraft.“

ZRW unterstützt bei Strukturverbesserung

An der neuen Internet-Ausstattung der Messe Pirmasens beteiligt sich maßgeblich der Verein Zukunftsregion Westpfalz (ZRW). „Und das hilft uns sehr“, betont Constantin Weidlich.

Eins greife ins andere beim gemeinsamen Bemühen, den wirtschaftlichen Aufschwung in der Innenstadt zu fördern. „Wir versuchen, die Akteure – Händler, Verwaltung, Bürger – zusammenzubringen und so auch Synergieeffekte zu erzielen.“ Dabei sei auch das Engagement der Bürger erstaunlich: Das findet nun konkret Ausdruck in einer Quartiersgemeinschaft. Am Schusterbrunnen haben einige Anwohner großen Gefallen daran gefunden, gemeinsam für Leben und somit für eine Belebung der Innenstadt zu sorgen. Im Sommer gab’s sogar ein Schusterbrunnenfest. Ein Festival der Straßenmusik ist gefolgt, Ende des Monats wird Halloween gefeiert – mit Late-Night-Shopping bis 21 Uhr, mit Aktionen der Einzelhändler, mit Beteiligung der Gastronomen.

All das bringt wohl eine zeitweilige Belebung der Innenstadt mit sich. Das Augenmerk aber liege auch und vor allem darauf, nachhaltig zu wirken. Die City aufzupeppen, das funktioniere dauerhaft nur, wenn Private anpacken. Was das betrifft, kann Pirmasens zumindest im Zuge des Förderprogramms Aktive Stadtzentren Immobilien-Eigentümer dazu animieren, in ihre Liegenschaften zu investieren.

Die Chancen, die sich dabei auftun, zu skizzieren, die Fördermöglichkeiten aufzuzeigen, die Interessenten auch mit den richtigen Ansprechpartnern bei der Stadtverwaltung zusammenzubringen, das ist dann wieder Weidlichs Aufgabe. Wenn dann auch manche Hausfassade noch sichtlich der Renovierung bedarf: Drumrum haben die Pirmasenser das ihre getan, um die Attraktivität ihrer Stadt zu steigern.Markus Zwick: „Wir haben mit unserem Straßenbauprogramm in den vergangenen 15 Jahren mehr als 100 Straßen in der Stadt saniert.“ cha
    

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