Anzeigensonderveröffentlichung

Farben der Pfalz

Ein Kraut für alle Fälle

Gelb: Gesunder Genuss Löwenzahn

Ein Kraut für alle Fälle

Kräuterfans: Ursula und Johannes Schauer.
Foto: Roland Krieg/frei

27.03.2020

    

Augen zu und auf den Geschmackssinn konzentrieren: Ursula und Johannes Schauer zupfen Blättchen und Stängelabschnitte ab und reichen sie zum Verkosten rüber. Von wegen alles „Gras“: Jedes Pflanzenteil schmeckt anders. Ein Blatt ist besonders vertraut: Mit seiner nussig-bitteren Note kann das nur der Löwenzahn sein. Aber schon seine Blüte hat ein komplett anderes Aroma. Und dann sind da noch weitere gelb blühende Frühlingsboten: der bitter-aromatische Wiesenbocksbart, die süßlich-milde Wiesenschlüsselblume, das bitter-scharfe Schabockskraut, das man nur bis zur Blüte genießen kann ...
   

Chawwerusch Theatersaal

Wenn es um Kräuter geht, gerät Heilpraktiker Schauer gerne ins Schwärmen: „Unsere einheimischen Wildkräuter, die unbeachtet am Wegrand wachsen, können uns helfen, uns gesund und vitaminreich zu ernähren“, betont er. „Im Vergleich zu herkömmlichem Zuchtgemüse haben Wildkräuter ein Vielfaches an Vitaminen und Mineralstoffen.“ Den Löwenzahn aber schätzt der Experte besonders wegen seiner vielfältigen positiven Wirkung auf die Gesundheit – ganz abgesehen davon, dass das weit verbreitete und nicht selten als „Un“-Kraut verkannte Gewächs eine wichtige Bienenweide darstellt. Wie wichtig, das wird beim Besuch der Kräuterwiese nahe des zweiten Standortes der Kräuterschule Wildwiese in Wingen deutlich, die Ursula und Johannes Schauer in Bad Bergzabern betreiben: Ein Traum in Gelb-Grün offenbart sich dem Betrachter. Und schon kann die Ernte beginnen. „Die Blätter enthalten Bitterstoffe, die gut für die Verdauung sind“, erklärt Schauer. „Sie regen die Nierentätigkeit an, entgiften die Leber und verbessern den Gallenfluss.“ Das wiederum mache es für den Körper einfacher, gesunde Nährstoffe wie Vitamine und Mineralien aus der Nahrung aufzunehmen. Der Löwenzahn als Tausendsassa für die Gesundheit wirke außerdem antidepressiv und fördere – ebenfalls dank der Bitterstoffe – die Abwehrkräfte. Diese gehen quasi vorbeugend in Habachtstellung, weil die Geschmacksrichtung „bitter“ dem Körper eigentlich „Gefahr“ signalisiert. „Der Körper braucht etwa 10.000 verschiedene sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe, um gesund zu bleiben“, bilanziert Schauer. „Allein im Löwenzahn sind schon mehrere hundert davon enthalten.“

Reiche Ernte: Löwenzahnwiese bei Wingen im Elsass, dem zweiten Standort der Kräuterschule der Schauers. Foto: Johannes Schauer/frei
Reiche Ernte: Löwenzahnwiese bei Wingen im Elsass, dem zweiten Standort der Kräuterschule der Schauers. Foto: Johannes Schauer/frei

Die heilsame Wirkung des Krauts kann der Mensch sich übrigens über das Frühjahr hinaus zunutze machen: Weil es verschiedene Arten gibt, wachsen und blühen Vertreter der Löwenzahn-Familie bis in den Herbst hinein immer irgendwo, bevor sie zu „Pusteblumen“ mit kugelrundem Samenstand und Tausenden von weißen „Schirmchen“ werden, die jedes Kind kennt.   

Vom Löwenzahn sind nicht nur die Blätter, sondern alle Teile verwendbar. „Die Wurzel Radix taraxaci ist als Arzneimittel anerkannt“, weiß der Heilpraktiker. Und im Gegensatz zu den Blättern handelt es sich dabei keineswegs um eine „bittere“ Medizin. Die Wurzel ist selbst in der Sterneküche beliebt und schmeckt frisch geraspelt lecker und aromatisch. Das gilt auch für die weichen Blütenknospen, aus denen sich, in Essig und Knoblauch eingelegt, falsche „Kapern“ zaubern lassen. Paniert und in der Pfanne inÖl frittiert ergeben sie als Croutons ein leckeres Topping für Salate.
    

Nicht zuletzt sind die Blütenblätter ein gesunder Gaumenschmaus, ob roh über den Salat gestreut oder zur Melasse gekocht. Die gelbe Farbe zeigt laut Schauer, dass Flavonoide enthalten sind – wie bei vielen anderen gelben Wildkräuterblüten übrigens auch. Und diese werden sogar unterstützend als Antikrebsmittel gehandelt. wig

INFO

Ursula und Johannes Schauer – Kräuterschule Wildwiese

Kurtalstraße 12, Bad Bergzabern

06343 938787

Termine von Kursen, Workshops und Kräuterwanderungen unter www.wildwiese.com


Rezept zum nachkochen und weitere Tipps rund um Kräuter

Kräutersuppe nach Art der Schauers
Zutaten für 4 bis 6 Personen: 150 g Brennnesseln, 5-6 Bärlauchblätter, 1 Schalotte, 200 g Kartoffeln, 700 ml Gemüsebrühe, 125 ml Weißwein, 200 ml Sahne, Salz, Pfeffer, Muskatnuss, 1 EL Butter Zubereitung: Große Stiele der Kräuter entfernen, waschen, trockenschütteln, grob schneiden. Schalotte und Kartoffeln schälen und würfeln. Schalotte in Butter andünsten. Mit Brühe und Wein auffüllen. Kartoffeln zugeben. Salzen und zehn bis 15 Minuten köcheln lassen. Brennnesseln zufügen, fünf Minuten köcheln. Sahne und Bärlauch zugeben. Schaumig pürieren.Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken. Blütenblätter von Löwenzahn und Gänseblümchen darüberstreuen.

Regeln fürs Kräutersammeln
Nicht an Straßen und gedüngten Feldern sammeln
Nur junge, gesunde, unbeschädigte Pflanzen oder Pflanzenteile und am besten vormittags bei trockenem Wetter sammeln
Nur bekannte Kräuter auswählen
Nie die ganze Pflanze abernten oder herausreißen   wig