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RHEINPFALZ Themenwelten
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03.03.2020 Drucken

Fusion Nordpfälzer Land

Nordpfälzer Brandschützer bündeln die Kräfte

Feuerwehr der Verbandsgemeinde vereint 40 Wehreinheiten mit annähernd 700 Kräften unter neuem Dach

Retten, Löschen, Bergen, Schützen: So lassen sich gemäß des selbstverfassten Wahlspruchs die Aufgaben der Feuerwehr zusammenfassen. Hinter den vier Schlagworten verbergen sich Aufgaben, die in heutiger Zeit ein immens großes Einsatzspektrum umfassen, das die Feuerwehrleute rund um die Uhr jederzeit fordern kann. Für den Fall der Fälle ist die Feuerwehr der Verbandsgemeinde Nordpfälzer Land bestens gerüstet.
     

Die Waldbrandgefahr steigt. Dem trägt die Feuerwehr der VG Nordpfälzer Land schon seit längerer Zeit Rechnung. Das Bild entstand bei einer Waldbrand-Übung in Winterborn.ARCHIVFOTO: SCHLEMMER
Die Waldbrandgefahr steigt. Dem trägt die Feuerwehr der VG Nordpfälzer Land schon seit längerer Zeit Rechnung. Das Bild entstand bei einer Waldbrand-Übung in Winterborn.
ARCHIVFOTO: SCHLEMMER

Neben den feuerwehrtechnischen Ausbildungen profitieren die freiwilligen Wehren auch aus der persönlichen Erfahrung und dem beruflichen Wissen eines jeden Einzelnen. Hinzu kommen noch Tugenden wie Freundschaft, Kameradschaft und Teamgeist. Weit über 200 Einsätze waren es 2019, zu denen die Feuerwehren im Gebiet der neuen Verbandsgemeinde Nordpfälzer Land gerufen wurden – Tendenz steigend. Von daher ist auch klar: Es können nie genügend Helfer sein, jede Hand kann im Ernstfall nützlich sein.

Das Gebiet der Verbandsgemeinde mit ihren 38 Gemeinden und zugehörigen Höfen erstreckt sich über nahezu die Hälfte der Fläche des gesamten Donnersbergkreises. Es umfasst die drei parallel gelegenen Täler Appel-, Alsenz- und Moscheltal sowie die angrenzenden Seitentäler und Höhendörfer. Damit erstreckt sich das Einsatzgebiet der Verbandsgemeinde-Feuerwehr über eine beeindruckende Fläche mit kleinen Nordpfalz-Dörfern, Weilern, Kleinstädten mit Kulturgütern, Industrie- und Handwerksbetrieben sowie Fließgewässern, Wald und Agrarflächen, die es zu schützen gilt.

40 Feuerwehreinheiten mit 686 aktiven Feuerwehrfrauen und -männern übernehmen diese Aufgabe. Zusammen mit den Jugendfeuerwehren, Alterskameradschaften und Mitgliedern der Feuerwehrfördervereine liegt die Anzahl derer, die sich für die Belange des Feuerwehrwesens engagieren, bei mehr als 1000 Menschen.

Eine beachtliche Zahl. Dennoch haben manche Wehreinheiten Nachwuchssorgen; der demografische Wandel, die Berufspendler, Veränderungen in der Gesellschaft und neue Dorfstrukturen bereiten auch den Feuerwehren immer häufiger Probleme. Viele Feuerwehrangehörige arbeiten nicht am Wohnort und sind vor allem tagsüber nicht direkt vor Ort, um Hilfe leisten zu können. Daher ist das Bemühen um neue Mitglieder wichtiger denn je.

Dies hat auch Michael Cullmann schon lange erkannt. Der Bürgermeister ist ein bekennender Förderer der Feuerwehr sowie der -fördervereine und sich nicht zu schade, selbst mit den örtlichen Feuerwehrvertretern von Haustür zu Haustür zu gehen, um die Menschen anzusprechen und neue Mitglieder zu werben.

Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass im Notfall von den größeren Stützpunktfeuerwehren hauptberufliche Kräfte zur Hilfe eilen. Berufsfeuerwehren gibt es in Rheinland-Pfalz lediglich in den Großstädten Kaiserslautern, Ludwigshafen, Mainz, Koblenz und Trier sowie in der Nibelungenstadt Worms. In den ländlichen Regionen müssen ehrenamtlich tätige Frauen und Männer die Aufgaben erfüllen und über die vorgeschriebene Technik verfügen.

Für ihren Dienst für die Allgemeinheit getreu dem Feuerwehrleitspruch „Gott zur Ehr’, dem Nächsten zur Wehr“ müssen die Familie, private Aktivitäten, Urlaub, Freizeit und auch berufliche Dinge oftmals zurückstellen. Sicher keine Selbstverständlichkeit. Doch ohne derartiges uneigennütziges Engagement würde es oft im wahrsten Sinne des Wortes „brenzlig“ werden.

Die Aufstellung und Unterhaltung einer Feuerwehr zählt zu den Pflichtaufgaben der Verbandsgemeinden. In Zeiten knapper Kassen ist es nicht leicht, alle nötigen Investitionen direkt umzusetzen. Feuerwehrtechnik ist teuer und an viele Normen geknüpft. Dennoch investiert die Verbandsgemeinde Nordpfälzer Land fortlaufend in Gebäude, Fahrzeuge, Technik und Schutzausrüstungen aller Einheiten. So wird jährlich ein Investitionsvolumen von rund einer Million Euro gestemmt, damit die Bürger immer qualifizierte Hilfe im Brandfall, bei Unfällen, Überschwemmungen und sonstigen Notlagen erhalten.

Im Vergleich zu den weitaus kleineren Nachbar-Verbandsgemeinden ist das ungleich schwieriger. Wo die einen nur drei Wehren mit einigen Fahrzeugen zu stellen und zu finanzieren haben, muss man in der VG Nordpfälzer Land 40 Wehren gerecht werden, für jede ein Gerätehaus und in der Summe aktuell 64 Einsatzfahrzeuge unterhalten.

Dabei leisten auch die vielerorts bestehenden Feuerwehrfördervereine viel Unterstützung. Kurzum: Es ist eine große Gemeinschaftsaufgabe, der sich alle Verantwortlichen mit großem Einsatz widmen.  tnt

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