Anzeigensonderveröffentlichung
Sonderthemen aus Kaiserslautern
09.03.2019 Drucken

Region mit Zukunft

Das Kino gibt dem Viertel seine Identität

Das Unionsviertel ist von inhabergeführten Einzelhandelsgeschäften geprägt – Kultur bringt Gemeinschaftsgefühl

„Unionsviertel“ sei eigentlich ein Kunstbegriff, sagt Matthias Quinten, der Vorsitzende des Fördervereins Unionsviertel in Kaiserslautern. Gleichzeitig ist der 57-Jährige auch der Initiator der Aktionsgemeinschaft Unionsviertel.

Mitten im Unionsviertel und vor dem Kino, das diesem Bereich der Stadt seinen Namen gegeben hat: Matthias Quinten, der Vorsitzende des Fördervereins. FOTO: SC
Mitten im Unionsviertel und vor dem Kino, das diesem Bereich der Stadt seinen Namen gegeben hat: Matthias Quinten, der Vorsitzende des Fördervereins. FOTO: SC

Gemeint ist mit dem Begriff der Bereich in der Lautrer Innenstadt rund um die Pirmasenser Straße, die Kerst- und Allee-Straße, die Rosenstraße, Mozartstraße und den Grünen Graben. Auch den Raiffeisen-Platz und die Glockenstraße umfasst das Unionsviertel.

Was diese Ecke der Stadt ausmacht, sind die vielen inhabergeführten Geschäfte, die sehr viele Branchen umfassen. „Hier gibt es reichlich Fachgeschäfte, die gemeinsam agieren wollen. Uns geht es darum, das Viertel in das Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken. Außerdem soll die Initiative die Gemeinschaft mit den Geschäftsleuten und den Anwohnern fördern“, sagt Matthias Quinten. „Wir wollen alle gesellschaftlichen Gruppen einbinden, das Gemeinschaftsgefühl steigern“, betont der Wirtschaftsinformatiker, der als IT-Consultant tätig ist. Seine Frau, Doris Jünemann, betreibt seit 19 Jahren den Modeladen „Success“ in der Pirmasenser Straße, der so etwas wie den Dreh- und Angelpunkt im Unionsviertel darstellt, wo die Fäden zwischen Aktionsgemeinschaft und Förderverein zusammenlaufen.

Regelmäßige Veranstaltungen im kulturellen Bereich gibt es im historischen Menges-Hof, wo der bekannte Künstler Richard Menges, der letzte der Bildhauer-Dynastie, wirkte. „Die Matineen, die wir seit drei Jahren anbieten, decken ein breites musikalisches Spektrum ab, wurden erstmals im Kultursommer Rhein-Pfalz aufgenommen und bereits in der Vergangenheit vom Verein Zukunftsregion Westpfalz gefördert.“

Von Klassik bis Pop reiche das Angebot in der warmen Jahreszeit, so Quinten weiter. Die Veranstaltungen ergänzen das bestehende kulturelle Leben im Unionsviertel, das mit dem Union-Kino und dem Salon Schmitt feste Veranstaltungsorte hat. „Wir grenzen an das Musikerviertel an,wo es auch einen Förderverein gibt“, sagt Matthias Quinten. „Das Unionsviertel wird mittlerweile in Kaiserslautern wahrgenommen, jetzt ist es an der Zeit, regional aktiv zu werden, neue Aufmerksamkeit zu generieren. Deshalb sind wir Mitglied im Verein Zukunftsregion Westpfalz geworden. Wobei das für uns keine Einbahnstraße ist, denn auch der ZRW ist ein Verein, der von Gemeinsamkeiten lebt.“ jös

Termin
Konzert im Union-Kino, Kaiserslautern, Sonntag, 31. März, 11 Uhr: „IC Springs“ mit Caroline Besser und Ivan Knezevic


Mit Glanzlichtern der Klassik die Westpfalz-Szene bereichern

„Kultur Quadrat“ versteht sich als Förderverein zur Belebung einer kulturellen Nische in und um Kaiserslautern

Sie bilden mit Esther Mertel den Vorstand des Vereins „Kultur Quadrat“: Klarinettistin Rebecca Gerstel (links) und Sopranistin Sabine Heinlein.Weitere Unterstützung ist ihnen nur allzu willkommen. FOTO: HAMM
Sie bilden mit Esther Mertel den Vorstand des Vereins „Kultur Quadrat“: Klarinettistin Rebecca Gerstel (links) und Sopranistin Sabine Heinlein.Weitere Unterstützung ist ihnen nur allzu willkommen. 
FOTO: HAMM

Konkurrenzdenken? Iwo. Das liegt den drei Musikliebhaberinnen fern. Und neue Glanzlichter zu zünden, das kann ja letztlich keinem schaden. Die ohnehin lebendige Musikszene in und um Kaiserslautern zu bereichern, das ist erklärtes Ziel des Vereins „Kultur Quadrat“. Dessen Geschicke lenken Sabine Heinlein, Esther Mertel und Rebecca Gerstel.

Ein Ellbogen-Einsatz sei ohnedies als obsolet zu sehen. Denn der gut 40 Mitglieder starke Förderverein will seine neu entdeckten Stärken in einer Nische entfalten. Der Sparte klassische Musik gilt das Augenmerk. Neu entdeckt sind die Stärken der Förderer insofern, als dass der Verein schon länger existiert, nun aber neu belebt und mit frischen Ideen für Schwung in der Kulturszene sorgen soll. Dafür stehen auch und vor allem die drei Vorstandsmitglieder, die die Fäden in kompetenten Händen halten.

Sabine Heinlein und Esther Mertel können auf eine solide klassische Gesangsausbildung verweisen. Ebenfalls als ausgewiesene Könnerin ihres musikalischen Metiers gilt Rebecca Gerstel.Die Klarinettistin ist die Schwester Esther Mertels, beide Frauen aus der Ecke Enkenbach- Alsenborns, leben und wirken in Düsseldorf.

Der Draht zur Heimat aber glüht nach wie vor heiß; davon zeugt das Vorzeige-Projekt, das letztlich auch „Kultur Quadrat“ Leben eingehaucht hat: Seit 2015 hat der Verein –mit Esther Mertel als Motor – das Projekt „Sommer Nacht Oper“ etabliert. Seither verwandelt sich der Hof des Theodor-Zink-Museums in der Steinstraße in Kaiserslautern alljährlich an einem Sommerabend zur Opernbühne. Diese Aufführungen im stimmungsvollen Ambiente gilt es fortzusetzen – und zudem künftig noch einiges mehr zu bieten.

Hat mit ihrer „Sommer Nacht Oper“ (Szenenfoto) ein klassisches Format etabliert: Esther Mertel. FOTO: BRENNER/FREI
Hat mit ihrer „Sommer Nacht Oper“ (Szenenfoto) ein klassisches Format etabliert: Esther Mertel. 
FOTO: BRENNER/FREI

Den engagierten „Kultur Quadrat“-Macherinnen schwebt – für den Anfang – ein kleines, feines Jahresprogramm mit vier Musik-Ereignissen vor. Mit eigenen musikalischen Beiträgen gefüllte Konzerte in jeweils anheimelndem Ambiente sind da vorgesehen; geschöpft werden soll aus dem reichhaltigen Fundus der Sparten Musiktheater und Musikkabarett, Kammermusik und geistliche Musik.

Damit aber keineswegs genug: Nächster logischer Schritt wäre es, freie klassische Künstler der Region zu fördern. Auch dies hat das Führungstrio von „Kultur Quadrat“ schon fest in den Blick genommen. Indes sehen sich die potenziellen Förderer der klassischen Musik nicht auf einer Insel angesiedelt: Kooperationen zu schließen und sich einzuknüpfen in bereits bestehende Netzwerke der darbietenden wie der bildenden Kunst sei von elementarer Bedeutung. Der Auftakt war schon richtig erfolgverheißend: Kunst und Kulinarik hatte der Verein verknüpft bei einem Konzertabend im Stadtmuseum. Gute Tropfen und knisterndes Kaminfeuer – wenngleich aus Sicherheitsgründen auf einem Monitor eingespielt – verliehen dem Abend Flair; Sabine Heinlein war mit ihrem Ensemble zu hören.

Weitere Konzerte sollen noch in diesem Jahr folgen, die „Sommer Nacht Oper“ ihre Fortsetzung finden. Bei alledem können sich die Kultur-Macher Unterstützung gewiss sein: Das städtische Kulturreferat steuere seinen Teil bei, als Kulturförderer und wichtiger Partner sehen die Vorstandsmitglieder auch den Verein Zukunftsregion Westpfalz (ZRW) an, dem der Verein „Kultur Quadrat“ jüngst beigetreten ist. Der ZRW sei bei der „Sommer Nacht Oper“ als Rückhalt bereits unverzichtbar geworden. cha

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