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Straßen werden zur Bühne

Mit internationalen Künstlern: Große Momente im Vorübergehen

Straßen werden zur Bühne

Straßenkunst zum Anfassen - oder zumindest zum Staunen: Das überdimensionale Objekt war 2025 ein Publikumsmagnet. FOTO: THORSTEN KORNMANN

Die Karlsruher Innenstadt wird am Samstag und Sonntag, 10. und 11. Oktober, zur offenen Bühne. Internationale Straßenkunst, Akrobatik, Comedy, Zauberei und fantasievolle Walkacts machen das Stadtfest zu einem Erlebnis für alle, die einen Ausflug mit überraschenden Begegnungen, Einkaufen und gemeinsamer Zeit verbinden möchten.

Wer an diesem Samstag und Sonntag durch die Kaiserstraße oder die Fächerstraße schlendert, kann deshalb mit Überraschungen rechnen. Ein kurzer Weg zum Geschäft wird plötzlich zum Zwischenstopp bei einem Walkact. Ein Blick nach vorn genügt, und schon taucht eine Figur auf, die eher aus einem Traum, einem Theaterstück oder einer Fantasiewelt zu stammen scheint als aus einer Fußgängerzone. 

Kunst kommt entgegen

Das Programm setzt auf Walkacts, also mobile Darbietungen, die sich nicht an einem festen Ort abspielen. Sie suchen den Kontakt, reagieren auf die Umgebung und bringen Bewegung in die Menge. Zu ihnen zählt „The World Wanderer“ aus den Niederlanden, ein Akrobatik-Walkact, der mit seinem Auftritt Bilder schafft, die im Vorübergehen die ganze Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Ebenfalls aus den Niederlanden kommt „Atharinamit Ferdinand“, ebenfalls ein Akrobatik-Walkact. Die Verbindung von Akrobatik und Nähe zum Publikum macht diese Form der Straßenkunst besonders reizvoll. Es gibt keine feste Sitzordnung, keine Distanz und keine Schwelle, die überwunden werden muss. Wer vorbeikommt, ist schon mittendrin. 

Aus Großbritannien reisen die „Living Lamp Posts“ an. Die Stelzenfiguren verwandeln das vertraute Bild einer Straßenlaterne in eine wandelnde Erscheinung. Solche Figuren sind kaum zu übersehen und schaffen genau jene Momente, die ein Stadtfest unverwechselbar machen: Menschen bleiben stehen, drehen sich um, zeigen auf eine Szene oder nehmen sich die Zeit für ein Foto. Besonders Familien erleben dabei, wie aus einem gewöhnlichen Innenstadtbesuch eine kleine Entdeckungsreise wird. 

Auch der deutsche Stelzen-Walkact „Flying Traveler“ bringt Höhe und Fantasie in die Straßen. Hoch über den Köpfen der Passanten entstehen Begegnungen, die ein wenig aus dem Alltag herausführen. Gerade im Herbst, wenn die Innenstadt zum Treffpunkt für Einkaufsbummel, Gastronomie und Festbesuch wird, fügt diese Straßenkunst dem Stadtbild eine außergewöhnliche Dimension hinzu. 

Humor ohne Grenzen
Das Stadtfest bietet damit eine gute Gelegenheit, Karlsruhe nicht nur als Einkaufsstadt, sondern auch als Stadt der Begegnung zu erleben. Wer aus der Südpfalz anreist, kann den Besuch bewusst ohne enges Programm planen: Ankommen, durch die Innenstadt bummeln, die ersten Shows entdecken, zwischendurch einkehren und anschließend weiterziehen. Die Straßenkunst sorgt dafür, dass selbst ein spontaner Rundgang immer wieder neue Anlässe zum Verweilen bietet. 

Wochenende zum Bummeln

Gerade für Familien, Freundesgruppen und Paare bietet dieser Tag viele Möglichkeiten. Während einige in Ruhe nach Herbstmode, Lieblingsstücken oder Geschenkideen schauen, entdecken andere unterwegs einen Walkact oder bleiben bei einer Show stehen. Niemand muss sich zwischen Shopping und Stadtfest entscheiden. Beides gehört an diesem Sonntag zusammen. 

Drei feste Stationen

Neben den Walkacts gibt es beim Stadtfest ein stationäres Programm an drei Standorten. So entstehen besondere Ziele innerhalb des Stadtbummels – und zugleich spektakuläre Fotomotive vor Karlsruher Stadtkulisse.

An der Kaiserstraße bei Galeria präsentiert die spanische Clownin Cristina Solé ihre Comedy-Show „U.F.A.“. Der Standort liegt mitten im belebten Stadtgeschehen und passt damit ideal zu einer Kunstform, die vom spontanen Kontakt lebt. Ein kurzer Einkaufsstopp kann hier ganz unverhofft zum kulturellen Erlebnis werden.
karlsruhe-erleben.de

Der Kronenplatz steht im Zeichen der Zauberkunst. Der Magische Zirkel Karlsruhe sorgt dort für Illusionen und verblüffende Momente. Zauberkunst besitzt im öffentlichen Raum einen eigenen Charme: Sie unterbricht den Alltag für einige Minuten und lässt das Publikum rätseln, wie etwas möglich sein konnte. Gerade beim Stadtfest, wo viele Eindrücke aufeinandertreffen, sind diese kleinen Wunder eine willkommene Einladung zum Innehalten. 

Gemeinsam staunen

Insgesamt vereint das Programm neun Acts aus fünf Ländern und bietet 660 Minuten Straßenkunst. Diese Zahlen zeigen die Bandbreite, doch den eigentlichen Reiz machen die persönlichen Momente aus: das erste Lachen über eine komische Szene, das Staunen über einen artistischen Trick, der Blick eines Kindes zu einer Stelzenfigur oder das gemeinsame Foto vor einer außergewöhnlichen Straßenkunst-Installation. tkn