Von imposanten Hochhäusern bis zu gewaltigen Hafenanlagen: Überall dort, wo Bauwerke Generationen überdauern sollen, sind Beton- und Stahlbetonbauer am Werk. Diese Spezialisten erschaffen die tragenden Strukturen, die enormen Belastungen trotzen sowie Wind und Wetter widerstehen müssen – jahrzehntelang. Ihre Fachkompetenz und ihr handwerkliches Können bilden das Rückgrat moderner Architektur. Jungen Erwachsenen gibt der Beruf die Möglichkeit, Bleibendes zu gestalten, und bietet ihnen darüber hinaus Perspektiven für die persönliche Weiterentwicklung. Was sie zum Einstieg brauchen, beschreibt Achim Sydow, Ausbildungsleiter beim Baukonzern Depenbrock (www.depenbrock.de): „Beton- und Stahlbetonbauer arbeiten mit technischen Konstruktionen und Bauteilen. Deshalb müssen sie statische Zusammenhänge verstehen und in der Lage sein, technische Zeichnungen zu lesen und zu interpretieren. Ein Grundinteresse an Technik, Konstruktion und handwerklicher Umsetzung ist dafür eine wichtige Grundlage – ebenso wie Präzision und Sorgfalt“, so Achim Sydow. Für die Ausbildung ist mindestens ein Hauptschulabschluss erforderlich. Die Regelzeit für die Ausbildung zum Beton- und Stahlbetonbauer beträgt drei Jahre. Sie läuft im Betrieb ab, in der überbetrieblichen Ausbildungsstätte und in der Berufsschule. spp-o
Stabilitätsanker in unsicheren Zeiten
Das Handwerk steht in unbequemen, unsicheren Zeiten für Verlässlichkeit und Verantwortung
Das Handwerk zeigt sich weiterhin als verlässliche Stütze der deutschen Wirtschaft – insbesondere in der Pfalz. Darauf haben der Präsident der Handwerkskammer der Pfalz, Dirk Fischer, und Hauptgeschäftsführer Dr. Till Mischler bei der Sitzung der Vollversammlung am 25. Juni hingewiesen.
„Gerade in unbequemen Zeiten zeigt sich die besondere Stärke des Handwerks. Unsere Betriebe stehen für Verlässlichkeit, Qualität und Verantwortung. Sie sichern Arbeitsplätze, bilden junge Menschen aus und halten die regionale Wirtschaft am Laufen“, betonte Kammerpräsident Dirk Fischer in seinem Bericht zur aktuellen Situation im Handwerk.
Unbequem sind die Zeiten für Betriebe mit hohen Lohnzusatzkosten, einer schwächelnden Konjunktur, zurückhaltendem privaten Konsum und den Auswirkungen internationaler Krisen. Hinzu kommen steigende Energiepreise – auch im Kammerbezirk der Handwerkskammer der Pfalz. Trotz der vielfältigen Herausforderungen zeigt sich das Handwerk in der Gesamtschau robuster als viele andere Wirtschaftsbereiche.
Während der Personalbestand insgesamt weitgehend stabil bleibt, zeigt sich insbesondere im Baugewerbe ein überdurchschnittlicher Beschäftigungsabbau. „Die Betriebe reagieren vorsichtig auf die wirtschaftlichen Unsicherheiten. Das Handwerk beweist aber einmal mehr seine Anpassungsfähigkeit und Widerstandskraft“, sagte Dirk Fischer. Die Ergebnisse der Konjunkturumfrage im Frühjahr zeichnen damit ein ähnliches Bild wie bereits in den vergangenen Monaten: stabil, aber unter zunehmendem Druck.
Positiv entwickeln sich weiterhin die Gründungsaktivitäten im pfälzischen Handwerk. Die Zahl der Betriebsgründungen bewegt sich nahezu auf Vorjahresniveau. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Gründungsberatungen deutlich. Auch die Zahl der Insolvenzen bleibt auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.
Erfreulich ist die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt. Bis Ende Juni wurden im Kammerbezirk 1.147 neue Ausbildungsverträge registriert. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 685 Neuverträgen entspricht dies einem Plus von 130 Verträgen. Damit gehört die Pfalz aktuell zu den Spitzenreitern in Rheinland-Pfalz. Die Zahlen bestätigen den positiven Trend des vergangenen Jahres, das mit einem Zuwachs von rund fünf Prozent abgeschlossen wurde.
„Die aktuellen Zahlen sind ein ermutigendes Signal. Sie zeigen, dass junge Menschen das Handwerk wieder stärker als attraktive Zukunftsperspektive wahrnehmen“, erklärte Dirk Fischer. Zwar werde erst im Spätsommer eine belastbare Bewertung des Ausbildungsjahres möglich sein, dennoch gebe die aktuelle Entwicklung Anlass zu vorsichtigem Optimismus.
Eine wichtige Grundlage für diese Entwicklung sieht die Handwerkskammer in ihrem intensiven Engagement bei der Berufsorientierung.
Allein im Jahr 2025 nahmen 692 Jugendliche an entsprechenden Angeboten der Kammer teil. Davon besuchten 425 junge Menschen die Berufsorientierungswerkstätten an den Bildungszentren der Handwerkskammer. Insgesamt kamen dabei 3.718 Teilnehmertage zusammen. Erste Auswertungen zeigen, dass etwa jeder achte Teilnehmer später den Weg in eine handwerkliche Ausbildung findet.
Um den Fachkräftebedarf langfristig zu sichern, setzt die Handwerkskammer [gemeinsam mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks] auf eine konsequente Stärkung der beruflichen Bildung. Ziel ist es, mehr junge Menschen für das Handwerk zu gewinnen, die Qualität der Ausbildung weiter auszubauen und die duale Ausbildung als gleichwertigen Bildungs-weg neben dem Studium zu etablieren.
„Das Handwerk ist und bleibt ein Stabilitätsanker – für die Wirtschaft, für die Regionen und für die Gesellschaft insgesamt“, so Fischer.
Damit das so bleibt, braucht es verlässliche politische Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und eine spürbare Entlastung unserer Betriebe“, betonte Fischer abschließend. red