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75 Jahre DIE RHEINPFALZ

Verleger Dieter Schaub: Bauherr des Medienkonzerns

Verleger Dieter Schaub in jungen Jahren.
FOTO: SCHAUB

8.10.2020

Er war 26 Jahre jung, als er von seinem Vater Josef Schaub die Leitung des RHEINPFALZ-Verlags übernahm. Aber Dieter Schaub war gut vorbereitet, hatte Jura studiert, bei anderen Zeitungsverlagen gelernt und war entschlossen, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. 

Dieter Schaub ist am 6. November 1937 in Wesel geboren und in Neustadt an der Weinstraße aufgewachsen. Oft hatte er seinen Vater in das Verlagshaus in Ludwigshafen begleitet. Schon als Jugendlicher kannte er viele Angestellte – und alle kannten ihn. Bald stand für ihn außer Frage, dass das Zeitungs- und Verlagsgeschäft sein Beruf werden würde. 

Der Vater Josef Schaub übergab kurz nach seinem 65. Geburtstag seinem Sohn die Verlagsleitung – ohne Wenn und Aber. „Mein Vater hat sich nie mehr eingemischt“, erinnert sich Dieter Schaub. Der junge Verleger war mutig. Josef Schaub hatte die RHEINPFALZ zu einer der großen Regionalzeitungen in Deutschland gemacht, aber der Wirkungsbereich des Verlags war doch weitgehend auf die Pfalz konzentriert. Dieter Schaub machte aus dem pfälzischen Verlag einen deutschen Medienkonzern. 1969 erwarb er eine Beteiligung am Stuttgarter Zeitungsverlag. 1974 war er Mitbegründer der Südwestdeutschen Medien Holding Stuttgart (SWMH) und hielt mit 44,36 Prozent den größten Anteil an ihr.

Dieter Schaub scheute das Risiko nicht. Er brachte die Illustrierte Programmzeitschrift IWZ auf den Markt, gehörte zu den Gründern der Sonntagszeitung „Sonntag aktuell“, engagierte sich in der Magazin-Presse, kaufte den Westermann-Schulbuch-Verlag in Braunschweig. Mit anderen Verlegern in Rheinland-Pfalz schuf er private Radiosender.

„Nur Wachstum garantiert Überleben“, war Dieter Schaubs Überzeugung. Nicht immer war er damit erfolgreich. Die Übernahme des „Mannheimer Morgen“ scheiterte an einem von dessen Eigentümern. Mehr gedrängt als freiwillig war er Pionier des Ersten Privaten Fernsehens (EPF), das aus einem Fernsehstudio des Verlagshauses in der Ludwigshafener Amtsstraße gesendet wurde.

Großen unternehmerischen Spürsinn bewies Dieter Schaub, als die Mauer fiel. Er fuhr in die DDR und machte sich ein Bild von der staatlich gelenkten Zeitungslandschaft. Für den SED-Presseverlag „Freie Presse“ in Chemnitz, die größte Regionalzeitung der DDR, bot Schaub 192 Millionen D-Mark. Damit stach er die anderen Wettbewerber aus.

Der Verlagsmanager Schaub blieb zugleich fest in der Pfalz verwurzelt. Kontinuierlich modernisierte er die RHEINPFALZ mit neuer Redaktions-, Satz- und Drucktechnik.

Nach 30 Jahren als Verleger übergab Dieter Schaub zu Beginn des Jahres 1994 die Verlagsführung an seinen Sohn Thomas Schaub. Er hielt es dann genauso wie sein Vater und mischte sich nicht in die Geschäfte seines Sohnes ein. VON MICHAEL GARTHE
                       

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