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75 Jahre DIE RHEINPFALZ

Gründer Josef Schaub: Mit großer Liebe zur Heimat

Josef Schaub, Gründer der RHEINPFALZ und Großvater von Verleger Thomas Schaub.
FOTO: STADTARCHIV LU/ KORTOKRAKS

8.10.2020

Die Zeit prägt ihre Menschen. Aber manche Menschen prägen auch ihre Zeit. Josef Schaub war so ein Mensch. Er prägte die Nachkriegszeit in der Pfalz. Ohne seine Reputation, ohne seinen Mut, ohne sein unternehmerisches Können und ohne seine Liebe zur Heimat wäre die RHEINPFALZ nie geworden, was sie schon bald war und bis heute geblieben ist: die Stimme der Pfalz und die auflagenstärkste Tageszeitung in Rheinland-Pfalz.

Josef Schaub stammt aus einer kinderreichen Winzerfamilie in Deidesheim an der Weinstraße. Dort wird er am 7. Januar 1899 geboren. Er muss kurz vor seinem Abitur noch zum Militär und erlebt die Endphase des Ersten Weltkriegs als Soldat im Elsass und in der Champagne. Im September wird er dort verwundet und kehrt erst im März 1919 nach Neustadt zurück. Dort macht er gegen den Willen seiner Eltern eine Ausbildung zum Redakteur bei der Druckerei Neustadt/ Haardt, die die „Bürgerzeitung“ herausgibt.

Ab 1921 hilft er in Ludwigshafen mit, aus dem Nichts die „Neue Pfälzische Landeszeitung“ aufzubauen. Er ist deren stellvertretender Geschäftsführer, als die Nazis die Zeitung 1936 verbieten. Josef Schaub wird mit einem Berufsverbot im Gau Saar-Pfalz belegt. In einem kleinen Zeitungsverlag nahe der holländischen Grenze und später bei der „Trierischen Landeszeitung“ kann er seine publizistische Tätigkeit fortsetzen. Anfang 1939 zieht die Wehrmacht ihn ein. Aber 1941 wird er freigestellt, und er baut die gerade gegründete „Saarländische Tageszeitung“ mit auf.

Weil er sich mit den Nazis nicht eingelassen hat, öffnet sich ihm unmittelbar nach Kriegsende die Chance seines Lebens: Im Namen der französischen Besatzungsmacht gibt der Leiter der Pressestelle des Oberregierungspräsidiums, Otto Eichenlaub, ihm den Auftrag, das Konzept für eine Zeitung für die Vorderpfalz und das für eine Zeitung für die Westpfalz zu entwickeln. Schaub packt an, überwindet alle technischen und materiellen Hindernisse und bringt am 29. September 1945 die erste Ausgabe der RHEINPFALZ heraus. Schritt für Schritt streift Schaub die Restriktionen der Besatzungsmacht ab und gründet 1947 mit vier anderen Gesellschaftern die „RHEINPFALZ-Verlag und Druckerei-GmbH“. Die Zeitung erscheint jetzt pfalzweit und ab 1949 werktäglich.

Binnen eines Jahrzehnts wird die RHEINPFALZ zu einer der großen Regionalzeitungen in Westdeutschland. Josef Schaubs verlegerische Vorgabe ist von seinen eigenen Lebenserfahrungen geprägt: Er wendet sich gegen Rassismus und Nationalismus, tritt für Frieden, Freiheit und Menschenrechte ein und befürwortet die Aussöhnung mit Frankreich und den Aufbau eines geeinten Europas.

Als Josef Schaub 1964 den Verlag an seinen Sohn Dieter übergibt, sagt er: „Was in der Tiefe meines Herzens sitzt, das Gefühl für Demokratie, Menschenwürde und Toleranz,werde ich auch künftig bewahren, um es mit aller Konsequenz den nachfolgenden Generationen in der Führung dieses Betriebes mit auf den Weg zu geben, zum Wohle des Unternehmens, aber auch zum Wohle unserer geliebten Pfalz.“

Josef Schaub ist 1978 gestorben. VON MICHAEL GARTHE
                      

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