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75 Jahre DIE RHEINPFALZ

Chefredakteur Walter Hück: Väterliche Führung – streng und gerecht

Chefredakteur Walter Hück (rechts) erhält 1971 das Bundesverdienstkreuz aus der Hand des rheinlandpfälzischen Ministerpräsidenten Helmut Kohl (links); im Hintergrund Kohls Nachfolger als Ministerpräsident, Bernhard Vogel.
FOTO: STADTARCHIV LUDWIGSH./KORTOKRAKS

8.10.2020

Nach den Redaktionsleitern Ernst Johann (1946 bis 1948) und Kunz von Kauffungen (1948 bis 1951) war Walter Hückder erste vom Verleger Josef Schaub berufene Chefredakteur der RHEINPFALZ. Und bald zeigte sich, dass er gewissermaßen die kongeniale journalistische Ergänzung zum Gründungsverleger war. Gemeinsam machten sie die RHEINPFALZ zu einer der größten regionalen Tageszeitungen. Als Walter Hück 1976 in Ruhestand ging, war er einer der dienstältesten Chefredakteure Deutschlands. 

Im Leben Walter Hücks spiegeln sich Höhen und Tiefen des 20. Jahrhunderts beinahe exemplarisch wider. 1911 in Grünstadt geboren, erlebte er als Kind in der Pfalz die Zeit des Ersten Weltkriegs. Bei der „Pfälzischen Bürgerzeitung“ in Neustadt lernte er das journalistische Handwerk. Danach ging er als Redakteur nach Thüringen zur „Jenaischen Zeitung“, wo er – 26 Jahre jung – Chefredakteur wurde. Doch die Nazis schlossen die Zeitung, und Walter Hück musste in den Krieg. Er war an der West- und an der Ostfront. Nichts im Leben hat ihn so geprägt wie seine Zeit als Soldat in Russland und seine Kriegsgefangenschaft. Ende 1945 kam er zur eben gegründeten RHEINPFALZ und baute deren Lokalredaktion in Neustadt auf. 

Als Chefredakteur der RHEINPFALZ focht er für ein befriedetes Europa, dessen Einigung er eine „Jahrtausend-Idee“ nannte. Er war aber ebenso sehr ein deutscher Patriot. Keine andere Zeitung trat so energisch wie Hücks RHEINPFALZ für die Rückkehr des Saargebiets zu Deutschland ein. Dass er Bundeskanzler Konrad Adenauer bei dessen Moskaureise 1955, die die Freilassung der deutschen Kriegsgefangenen bewirkte, begleiten konnte, war für ihn eines der eindrucksvollsten Erlebnisse in seinem Leben. Den Frieden mit Russland hielt er für genauso wichtig wie die Freundschaft mit den USA.

Aber vor allem war Walter Hück Pfälzer mit Leib und Seele. Unter seiner redaktionellen Führung wurde die RHEINPFALZ das unangefochtene Medium Nummer eins für die gesamte Pfalz. Die Region dürfe im neugegründete Rheinland-Pfalz kein Randdasein führen – davon war Hück überzeugt. Deshalb erhob er in der RHEINPFALZ für seine Heimat die Stimme, dass den Herrschaften in Mainz und Koblenz gelegentlich kräftig die Ohren klingelten.

Die Redaktion wächst zusammen wie eine Familie

Walter Hück war ein strenger Chef. Aber er verlangte von seiner Redaktion nichts, was er nicht selbst vorgemacht hätte. Und er hatte einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. So wuchs die Redaktion zusammen wie eine Familie. Walter Hück war einer der erfolgreichsten Chefredakteure in Deutschland. Aber er blieb bescheiden und uneitel, was nicht typisch ist für einen Journalisten. „Das Beste zu geben, war für ihn selbstverständlich; die Zeitung war seine Passion“, sagte Altverleger Josef Schaub 1976 über Walter Hück, der 1998 in Neustadt gestorben ist. VON MICHAEL GARTHE
                      

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