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Domspitzen

Von Blüte und Verfolgung

"SchUM-Kulturtage" beleuchten Facetten jüdischer Kultur

Von Blüte und Verfolgung

Die Band Freygish 3 Express zeigt am 20. Oktober im Judenhof, dass Klezmermusik offen für neue musikalische Einflüsse ist. FOTO: SCHINDELBECK

Dass die jüdische Kultur eindrucksvolle Spuren in der deutschen Kunst, Sprache und Wissenschaft hinterlassen hat, dürfte vielleicht nicht immer gewahr sein. Die „SchUM-Kulturtage", die bis 1. Dezember in Speyer stattfinden, lenken mit einem abwechslungsreichen Programm geradewegs den Blick auf die unterschiedlichen Facetten jüdischer Musik und Literatur und feiern die Lebendigkeit des jüdischen Vermächtnisses in der Domstadt. Sie beleuchten zudem prägende geschichtliche Ereignisse und pflegen das Gedenken an die Opfer des Antisemitismus.

Am 11. Oktober stellen Hans Berkessel, Stefan Endres, Lenelotte Möller und Christiane Pfanz-Sponagel ihr Buch „Kehillah Schpira. Zeugnisse Jüdischen Lebens in Speyer" vor, ein Quellenlesebuch zur jüdischen Geschichte Speyers. Das Trio Freygish 3 Express zeigt am 20. Oktober, dass Klezmermusik mit ihren Traditionen zwischen Orient, Okzident und der Neuen Welt offen für neue musikalische Einflüsse ist. Am 22. Oktober spannen das Kurpfälzische Kammerorchester, die Pianistin Ulrike Payer und der Violinist Paul Erb mit Werken von Bartholdy, Haas und Dvorák einen geschichtlichen Bogen der jüdischen Musik. Das Stationentheater Schalom Spira beleuchtet am 23. und 25. Oktober zwischen Domplatz und der neuen Synagoge am Weidenberg Blütezeiten und Brüche in der langen jüdischen Tradition in Speyer. Traditioneller Schauplatz für Konzerte jüdischer Musik ist die Synagoge Beith Schalom. Am 30. Oktober präsentiert das Duo Noga-Sarai Bruckstein & Yoed Sorek eine Mischung aus jüdischer Gebetslyrik, Klassik und Klezmer. Am 13. November nehmen Violinistin Maria Azova und Pianist Adi Bar das Publikum unter dem Titel „Lyrische Romanzen - Klang der jüdischen Seele" mit auf eine musikalisch-literarische Reise.

Dazwischen nimmt Lenelotte Möller in ihrem Vortrag „Die Weisen von Speyer" am 2. November die Zeugnisse des Wirkens der bedeutenden Rabbiner unter die Lupe, die im mittelalterlichen Speyer als Dichter und Wissenschaftler hervortraten. Am 11. November fordert das Maiello Rubinstein Duo die Grenzen zwischen der Musik des Barock und des 21. Jahrhunderts heraus - durch Improvisation. Als gemeinsame Veranstaltung von Speyer, Worms und Mainz beschließt der digitale Vortrag „Die Keller um den Judenhof in Speyer - Neue Erkenntnisse auch für Worms und Mainz?" die Kulturtage am 1. Dezember. Darin präsentiert die Landesdenkmalpflege erstmals die Ergebnisse ihrer Kellerbegehungen und die resultierenden Erkenntnisse zur jüdischen Gemeinde.

Info

"SchUM-Kulturtage"
noch bis 1.12., verschiedene Veranstaltungsorte,
www.speyer.de/schum-kulturtage