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Alles in meiner Stadt - Frankenthal

Weniger Lebensmittel, mehr Bedürftige

Wie kommen die Lebensmittel aus dem Supermarkt zur Tafel?

Weniger Lebensmittel, mehr Bedürftige

Die Mitarbeiter der Tafeln sammeln mehrmals in der Woche die Lebensmittel ein FOTO: MONIQUE WYSTENHAGEN

Die Tafeln in Deutschland haben eine klare Mission: einerseits das Retten von Lebensmitteln, aber viel wichtiger: die Unterstützung von armutsbetroffenen Menschen. Immer mehr Menschen kommen zur Tafel, es fehlt das Geld an allen Ecken und Enden. Mehr Menschen kommen, aber weniger Lebensmittel gibt es. Ein Dilemma. Wir sprachen mit Edeka Stiegler in Frankenthal, wieso es immer weniger Lebensmittel für die Tafel gibt und wie diese dort hinkommen.

"Einerseits sind wir darauf bedacht, dass so wenig Lebensmittel wie möglich im Müll landen, andererseits verstehen wir die Sorgen und Nöte der Tafeln", sagt Sven Stiegler von Edeka Stiegler. Für ein Unternehmen sind Produkte, die im Müll landen, bares Geld. Deshalb achten Supermärkte und Discounter verstärkt auf eine knappe Kalkulation der Waren, damit so wenig wie möglich im Müll landet. Dazu dienen moderne Systeme, die genau erfassen, was im Warenbestand ist und was nachbestellt werden muss.

Dadurch verringert sich die Zahl der Produkte, die am Ende im Transporter für die Tafel landen. Am Ende sind es meist Obst und Gemüse, Molkereiprodukte wie Joghurt und Milch. „Fisch und Fleisch dürfen wir nicht abgegeben“, erklärt Sven Stiegler. „Und durch die modernen Warenbestandssysteme werden Produkte optimierter bestellt. Deswegen sind selten haltbare Lebensmittel wie beispielsweise Nudeln oder Konserven vor dem Ablaufdatum und damit auch nicht für die Tafel“. Auch weitere Produkte des alltäglichen Bedarfs wie Drogerieartikel sind eher selten in den Transportern der Tafel, obwohl sie sicherlich genauso dringend benötigt werden.

Kaum noch Nudeln und Konserven für Tafel

Innerhalb des Einkaufszentrums ist die Logistik für die Tafel klar geklärt. Produkte, die vor dem Ablaufdatum stehen oder eben Frischwaren wie Obst und Gemüse werden von den Mitarbeitern aussortiert. Einerseits wird nach dem Haltbarkeitsdatum geschaut und bei Frischwaren nach der Qualität. Ist die Möglichkeit des Verkaufs nicht mehr gegeben, werden diese für die Tafel gesammelt und im Kühlhaus in einem separaten Bereich gelagert. An zwei bis drei Tagen in der Woche kommen dann die Tafel-Mitarbeiter mit ihrem Kleintransporter und schauen sich die Ware an. Sie nehmen mit, was sie verwerten können. Der Rest bleibt für die Lebensmittelretter übrig.

Die ehrenamtlichen Helfer der Tafel nehmen im Anschluss die Produkte bei Edeka Stiegler mit, legen sie in ihren (Kühl)Transporter und bringen sie zur Tafel. Dabei fährt das Fahrzeug der Tafel mehrere Supermärkte an. Er ist bei einer Tour rund drei Stunden unterwegs, bis er wieder beim Lager der Frankenthaler Tafel ankommt. Dort werden die Produkte dann ein zweites Mal sortiert und für die Ausgabe vorbereitet. Klingt nach wenigen Schritten, kostet aber für alle Seiten immens viel Zeit.

Mehr Bedürftige, weniger Lebensmittel

„Der stetige Anstieg der Zahl an bedürftigen Menschen und der starke Rückgang der gespendeten Lebensmittel, macht es für uns immer schwieriger, den Menschen, die zu uns kommen, gerecht zu werden. Viele Lebensmittel, die an uns gespendet werden, müssen nochmals durch die 'Sortierkontrolle' unserer Helfer. Die wirklich noch verwendbaren Sachen dann gerecht zu verteilen ist sehr schwer. Wir machen weiterhin das Beste daraus und hoffen, dass sich die schwierigen Zeiten wieder entspannen“, sagt Heidi Stephan, Leiterin der Tafel Frankenthal. Optimierte Abläufe, weniger Lebensmittel, die gespendet werden, aber immer mehr Menschen, die sie benötigen. Es ist ein Teufelskreis.

In den vergangenen Jahren haben das Team von Edeka Stiegler versucht, diesen Missstand zu verbessern. So gibt es seit vielen Jahren die „Tafelaktion“. Hier werden fertig gepackte Tüten mit Speisen- oder Drogerieartikeln im Markt angeboten. Der Kunde kann diese Tüten kaufen und damit an die Tafel spenden. Dabei übernimmt das Team von Edeka Stiegler das Verpacken der Tüten, das Sammeln der verkauften Tüten und eben die Übergabe an die Tafel.

unterstützen: Die Tafel Helfen ist vielfältig

Menschen, die in Armut oder an der Grenze daran leben, brauchen Unterstützung. Helfen kann man auf vielfältige Art und Weise. Zum einen kann man sich bei den Tafelaktionen der Supermärkte beteiligen und dort Tüten kaufen, man kann aber auch direkt vor Ort helfen. Ob als ehrenamtlicher Helfer beim Transport oder bei der Ausgabe der Lebensmittel oder mit einer finanziellen Spende - gemeinsam kann man viel Gutes tun. gib