Am Montag, 7. April, lädt das Deutsche Rote Kreuz ins Bürgerhaus nach Fuẞgönheim zum Blutspenden ein. Die Spendenaktion läuft von 17 bis 20 Uhr. Wie wichtig Blutspenden ist, zeigen immer wieder neue Zahlen und Nachrichten, wenn es zu Engpässen kommt.


Wie vielfältig die Hilfe durch Blutspender ist, zeigen immer neue Studien. Blut zu spenden, kann nämlich auch für den Spender gesundheitlich förderlich sein. Ein internationales Forschungsteam vom DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg Hessen in Frankfurt, dem Francis-Crick-Institute in London und dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg hat im Rahmen einer gemeinsamen experimentellen Studie gezeigt, dass häufiges Blutspenden die Zusammensetzung der Blutstammzellen beeinflusst. Blut zu spenden ist nicht nur ein Akt der Nächstenliebe, sondern hat möglicherweise auch langfristige, vorteilhafte Auswirkungen auf das blutbildende System.
Blutspenden retten Leben und fördern die eigene Gesundheit. Mit zunehmendem Alter kommt es bei Blutstammzellen zu genetischen Veränderungen in ihrer DNA - ein größtenteils natürlicher Prozess. Wenn eine zufällig erworbene genetische Veränderung (Mutation) einer Zelle einen Wachstumsvorteil verschafft, kann sich daraus unter Umständen ein Zellklon entwickeln. Dies wird als „klonale Blutbildung“ bezeichnet, ein mit dem normalen Alterungsprozess assoziiertes Phänomen. Einige dieser Mutationen sind jedoch dafür bekannt, mit einem erhöhten Risiko für Blutkrebs einherzugehen.
In einer kürzlich in der renommierten Zeitschrift Blood veröffentlichten Studie haben Forscher das Erbgut von Blutzellen aus insgesamt 429 gesunden männlichen Spendern analysiert, um die Häufigkeit sowie die spezifischen genetischen Merkmale der klonalen Blutbildung zu untersuchen. Eine bemerkenswerte Beobachtung war, dass bei Vielspendern (über 100 Vollblutspenden insgesamt) im Vergleich zu Kontrollspendern (unter 10 Gesamtvollblutspenden) vermehrt Stammzellen nachgewiesen wurden, die gezielt auf das Hormon Erythropoietin (EPO) reagieren. Dieses Hormon wird nach einer Blutspende verstärkt ausgeschüttet und fördert die Regeneration des blutbildenden Systems nach groẞvolumigem Blutverlust. Darüber hinaus verhielten sich die mit der EPO-Ansprechbarkeit assoziierten Mutationen anders als blutkrebsrelevante und andere pathologische Mutationen sowohl auf molekularer als auch auf zellulärer Ebene.


Eine der beiden Studienleiterinnen ist Frau Dr. Darja Karpova vom DRK Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen (Leiterin der Abteilung Zelltherapeutika am Institut in Frankfurt). Sie zieht eine positive Bilanz: „Unter dem Selektionsdruck der Blutspende werden Mutationen bevorzugt, die unter diesem Selektionsdruck einen Vorteil haben und bei Vielspendern sind das Varianten, die auf das blutbildende Hormon Erythropoietin besonders sensibel reagieren und dadurch die Bluterneuerung beschleunigen.“
Prof. Dr. med. Torsten Tonn Medizinischer Geschäftsführer des BaDRK-Blutspendedienstes den-Württemberg - Hessen und Lehrstuhlinhaber Transfusionsmedizin und Molekulare Hämatologie an der Goethe-Universität Frankfurt: „Die Forschungserkenntnisse bestätigen, was uns langjährige Blutspender immer schon berichten. Die Blutspende tut ihnen gut! Die Arbeit unter Federführung von Frau Dr. Karpova und Prof. Dr. Halvard B. Bönig konnte nun die molekularen Mechanismen hinter dieser Empfindung aufklären“. Die Forschenden betonen, dass Blutspenden keine gesundheitlichen Risiken für Spende birgt. Die Ergebnisse der Studie bestätigten die jahrzehntelange klinische Erfahrung, so die beteiligten Wissenschaftler. red
INFO
Grundlegende Kriterien fürs Blut spenden:
mindestens 18 Jahre alt sein mehr als 50 kg Körpergewicht haben dich gesund fühlen Personalausweis mitbringen (ohne geht es nicht!) vor der Spende mindestens 1,5 bis 2 Liter trinken (am besten Wasser, Tee oder Saftschorle, kein Alkohol), bei Hitze deutlich mehr vor der Spende ausreichend essen (bitte nie mit leerem Magen Blut spenden)