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Donnerstag, 17.10.2019 Drucken

Abschied - trauern | helfen | gedenken

Pflegeleichte Bepflanzung fürs Grab

Susanne Wieland freut sich über Auszeichnung des Magazins „Feinschmecker“

Trauer hat oft einen festen Ort – den Friedhof. Auf dem Grab Blumen niederzulegen oder dieses zu bepflanzen, ist hierzulande die wohl häufigste Geste der Trauer und des Mitgefühls. Gerade im Herbst legen viele darauf Wert, zu den Totengedenktagen. Daraus kann der Grundstock für eine saisonal abwechslungsreiche Bepflanzung werden –mit Akzenten auch im Winter, Frühling und Sommer.
    

Purpurglöckchen (Heuchera) gehören zu den dauerhaften Pflanzen. FOTO: ANDREAWARNECKE/DPA
Purpurglöckchen (Heuchera) gehören zu den dauerhaften Pflanzen. 
FOTO: ANDREAWARNECKE/DPA

Zunächst aber: Ein pflegeleichtes Grab braucht eine Basis an Pflanzen, die sich über das ganze Jahr halten. Das sind zum Beispiel Strauchveronika, Efeu, Schleifenblume sowie Thymian, Heuchera, Sempervivum, Sedum, Calluna, winterharte Fuchsien und der Ehrenpreis. Sie können selbst je nach Jahreszeit Akzente setzen, vor allem tut das aber eine dazu passende saisonale Wechselbepflanzung.

Herbst: Heidepflanzen

Im Herbst sind vor allem Blattstauden ein Tipp. Zu den Klassikern gehören Strauchveronika und Purpurglöckchen, deren Laub je nach Sorte von Zitronengelb bis Dunkelrot gefärbt ist, sowie die Erica und die Besenheide. Sie eignen sich für schattige und für sonnige Standorte.

Der Tipp von Ralf Schupp vom Bundesverband Einzelhandelsgärtner ist die aufrechte Baumheide mit grünem Laub und weißen Blüten sowie die Calluna „Sea Star“, eine rot blühende Sorte mit gelblichen Blättern.

„In milden Lagen ohne strengen Bodenfrost übersteht das Heidekraut problemlos den Winter und blüht noch im folgenden Jahr.“

Er rät, aus mehreren Heidepflanzen eine dichte, farblich abgestimmte und strukturgebende Fläche zu bilden. „Die Farben der Pflanzen sollten mit der des Grabsteins abgestimmt sein“, so Schupp. Als Wechselbepflanzung bieten sich darüber hinaus Mini-Alpenveilchen, Herbst-Astern, das Flammende Käthchen und blauer Bleiwurz an.

Winter: Christrosen

Wer die Gräber nicht mit Tannengrün abdeckt, kann Christrosen setzen. Ab Februar bieten sich Schnee- oder Lenzrosen an, die es nicht nur in schlichtem Weiß oder Creme gibt, sondern auch in Pink,Gelb und Schwarzblau.

Weitere Wechselpflanzung ist im Winter nicht nötig. „Wer Stauden so pflanzt, dass immer etwas blüht beziehungsweise Blattschmuck vorhanden ist, braucht keine Wechselbepflanzung“, erklärt die Fachbuchautorin Brigitte Kleinod.

Alternativ nutzt man Gestecke sowie Sträuße mit Immergrün.

Frühling: Zwiebelpflanzen

Mit dem Frühlingsbeginn bieten sich wieder mehr farbig blühende Gewächse an – Krokus, Iris, Narzissen sowie Wildtulpen. Damit die Pflanzen niedrig bleiben, empfiehlt Schupp, sie wenig zu gießen. „Sie wachsen langsamer und ziehen ihre Kraft aus der Zwiebel.“

Stiefmütterchen sind eine schöne andere Lösung für die Wechselbepflanzung des Grabes. Wem die klassischen, einfarbigen Varianten mit gelben, weißen und blauen Gesichtern zu langweilig sind, sollte sich nach mehrfarbigen Sorten und bei den kleinen Hornveilchen umsehen, rät Birgit Ehlers-Ascherfeld von der Gesellschaft deutscher Friedhofsgärtner.

„Bei mehrfarbigen Hornveilchen sind die Übergänge fließend, zum Beispiel von Cremeblau bis Dunkelblau.“ Ergänzen lassen sich Viola je nach Lage mit Schleifenblumen, Goldlack und Vergissmeinnicht.

Sommer: Sukkulenten

Im Sommer gehört Trockenheit zu den großen Herausforderungen bei der Grabpflege. „In sonnigen Lagen und wenn das regelmäßige Gießen schwerfällt oder man in Urlaub ist, sind Sukkulenten wie Sedum- und Sempervivum-Arten sehr hübsch und pflegeleicht“, erklärt Kleinod. Ihr Tipp: „Man kann sie auch als Bodendecker verwenden.“

Ehlers-Ascherfeld rät zu niedrigen Arten wie dem Scharfen Mauerpfeffer mit kleinen, gelben Blüten oder der Kaukasus-Fetthenne mit zum Teil rotgrünen Blättern und feuerrotem Blütenstand.

Saisonale Akzente setzen als Wechselbepflanzung etwa Eisbegonien. „Sie brauchen nur wenig Wasser und bilden einen schönen Kontrast mit weißem Zauberschnee“, erklärt Ehlers-Ascherfeld. Liegen die Grabstellen im Schatten, bieten sich Fuchsien an. Elatior-Begonien können ebenfalls auf Gräber gepflanzt werden, auf die die Sommersonne nicht allzu kräftig scheint. dpa


Steinmetze laden zu „Tag des Grabsteins“

Extravagant: der Grabstein des Schauspielers und Komikers Dirk Bach in Köln. FOTO: OLIVER BERG/DPA
Extravagant: der Grabstein des Schauspielers und Komikers Dirk Bach in Köln. 
FOTO: OLIVER BERG/DPA

Zum zweiten Mal nach 2018 ruft der Steinmetz Alexander Hanel aus dem fränkischen Leutershausen einen „Tag des Grabsteins“ aus.

Am Samstag, 19.Oktober, könnten sich Interessierte bei ihrem Steinmetz vor Ort informieren, teilte Hanel mit. Er wolle dazu anregen, sich stärker mit der Bedeutung von Grabsteinen auseinanderzusetzen.

Der „Tag des Grabsteins“ soll demnach jährlich am dritten Samstag im Oktober stattfinden – kurz vor den Feiertagen Allerheiligen, Allerseelen und Totensonntag, an denen traditionell besonders viele Menschen Friedhöfe besuchen und der Verstorbenen gedenken.

In den letzten Jahren habe sich auch bei den Grabsteinen einiges verändert, so Hanelweiter. Grabmale seien deutlich moderner und individueller gehalten. Zwar seien einheitliche Formen in den traditionellen Farben Schwarz oder Dunkelgrau und auf Hochglanz poliert weiter gefragt. Viele Menschen aber suchten nach schlichteren Gedenksteinen, andere nach eleganteren – „oft im Materialmix und zweifarbig, aber dennoch nicht zu überladen“. kna
   

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