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Domspitzen

Mit dem Lastenrad zum Einkaufen und Picknicken

Projekt „inspeyeRad“ möchte zum Umdenken animieren: Lastentransport per Rad – Kostenlose Ausleihe – Momentan drei Stationen, Tendenz steigend

Edgar“im Einsatz: Bernd Webel vom Verein Inspeyered nutzt selbst ein Lastenrad zum Getränkekauf. Auf das Elektrolastenrad passen einige Getränkekisten, aber auch beispielsweise Möbel. Mit „Eva“ (rechts) kann ebenso allerlei transportiert werden. So kann das Auto auch mal stehenbleiben und der Umwelt ist auch geholfen. FOTOS: INSPEYERED E.V.

4.06.2021

Das Jahr 2020 ist überall auf der Welt geschichtsträchtig in die Annalen eingegangen. Neben heftigen Einschnitten in allen Lebensbereichen wurde aber auch viel Erfindungsreichtum an den Tag gelegt und Gelegenheiten beim Schöpfe ergriffen. Überall, wo man in Speyer hinschaut, sind Lastenräder im Einsatz – für den Kindertransport zur Kita oder zum Einkaufen. Der Verein Inspeyered hat mit dem Projekt „inspeyeRad“ eine kostenlose Lastenradausleihe auf die Beine gestellt, um mehr Menschen dazu zu animieren, das Auto stehenzulassen. Wir haben mit Bernd Webel vom Team Verkehrswende des Vereins über die Hintergründe gesprochen.

Herr Webel, wie kam die Idee zur Lastenfahrradausleihe auf?

Ausschlaggebend war die Ausschreibung für den Umweltpreis der Stadtwerke Speyer Stiftung (SWS) Anfang 2020. Das war die Gelegenheit, ein Konzept zu erstellen, um die vielen Kleintransporte, die jeder mit dem Pkw macht, auf umweltfreundlichere Art zu erledigen – die Idee eines Lastenradverleihs war geboren. Wir arbeiten mit unserem Verkehrswendeteam ja schon länger am Thema Wandel im städtischen Verkehr. Wir haben unser Konzept dem Entscheidungsgremium präsentiert und haben auch den Zuschlag bekommen. Damit war der Weg frei für den ersten Lastenradverleih in Rheinland-Pfalz.

Ein gängiges Bild in der Domstadt: Kindertransport per Lastenrad. FOTO: ANTJE HANISCH
Ein gängiges Bild in der Domstadt: Kindertransport per Lastenrad. FOTO: ANTJE HANISCH

Ihr Verein hat als ein Gewinner des Umweltpreises der SWS 15.000 Euro erhalten. Wozu wurde das Geld verwendet?

Um das Lastenradverleihsystem aufzubauen. Das heißt, wir haben zwei Räder angeschafft – ein Elektrorad und ein mechanisches Rad –, und kümmern uns um den Unterhalt, die Instandhaltung und Pflege.

Wie funktioniert die Ausleihe?

Die Ausleihe funktioniert über unsere Webseite www.inspeye-Rad.de. Man muss sich einfach anmelden, den gewünschten Termin reservieren und das Lastenrad dann an der Verleihstation abholen. Der Zweck der Nutzung kann von jedem Entleiher selbst bestimmt werden. Vom Lastentransport über den Monatseinkauf bis hin zum Picknickausflug ist alles möglich und erlaubt.

Warum ist die Ausleihe kostenlos?

Wir wollen von vornherein keine Kostenhürde aufbauen und es allen Speyerer Bürgern so einfach wie möglich machen, auf umweltfreundlichere Transportmöglichkeiten umzusteigen. Und das Projekt ist für die Gemeinschaft – wir möchten daran nichts verdienen.

Wer kümmert sich um Wartung und Reparatur?

Reinigung und Pflege übernehmen die Verleihstationen, um kleinere Reparaturen kümmern wir uns und wenn es mal etwas mehr zu tun gibt, geben wir das Rad zu einem der Speyrer Fahrradhändler in Auftrag. Radsport Schumacher etwa hat unsere „Eva“ – das Lastenrad wurde uns von einer Speyrer Familie gestiftet – fit gemacht, bevor sie in den Verleih ging.

Was kann man alles auf einem Lastenrad transportieren?

Viel mehr als man denkt. Große Möbelstücke, viele Getränkekisten und auch die Campingausrüstung für die ganze Familie.

Fahren die Vereinsmitglieder auch privat Lastenrad?

Klar, haben wir auch Vereinsmitglieder, die ein eigenes Lastenrad fahren. Doch wir möchten das Gemeinwohlbewusstsein stärken und die Ressourcen nachhaltig einsetzen. Nicht jeder muss alles selbst besitzen, sondern viele Dinge, die man nur hin und wieder braucht, können durchaus von vielen verschiedenen Menschen benutzt werden.

Wie schwer ist es, ein voll beladenes Lastenrad zu steuern?

Das ist ein wenig vom Modell abhängig. „Edgar“ ist sehr wohlwollend und einfach zu fahren, „Emilio“ ist nur unwesentlich länger als ein normales Fahrrad und entsprechend auch leicht zu handeln. Letztendlich ist es aber eine Angelegenheit von ein wenig Üben und jeder der ein Fahrrad besitzt, kann das Lastenradfahren recht schnell umsetzen.

Wie schwer war es, bei der Stadt den Stellplatz am Kaufladen Unverpackt zu erwirken?

Gar nicht schwer. Die Stadtverwaltung sieht längst die Notwendigkeit zum Umdenken in Sachen Innenstadtverkehr und unterstützt viele Bürgeranfragen und -vorschläge. Wir haben unseren Antrag im Dezember gestellt und im April wurde der Platz schon eingerichtet. Wir sind derzeit auf der Suche nach einer weiteren Verleihstation, idealerweise einem Einzelhändler, der die Verleihaufgaben, die Unterstellung und die Grundpflege des Lastenrades übernimmt.

Wollen Sie weitere Räder anschaffen und wie sollen diese finanziert werden?

Wir haben gerade unser viertes Rad bekommen und haben Anfang Mai die dritte Lastenradstation im Hotel Löwengarten eröffnet. Wir möchten grundsätzlich ganz Speyer abdecken, müssen aber abwarten, wie die Resonanz auf die bisherigen Räder ist. Für unser Elektrorad „Edgar“, der im letzten September startete, hatten wir bis Winter eine Ausleihquote von knapp 70 Prozent. Die Finanzierung zukünftiger Rädersoll über Spenden und Werbeeinnahmen funktionieren. Jeder Ausleiher darf sich gerne mit einer kleinen Spende an diesem kostenlosen Service beteiligen.

Idealerweise finden sich auch noch weitere Verleihstationen, die mit einem eigenen Lastenrad am Verleihsystem teilnehmen wollen. Diese Stationen können jederzeit unsere IT-Infrastruktur nutzen und den Verleih eines eigenen Lastenrades für sich und ihr Umfeld optimieren. Das können Einzelhändler, aber auch Nutzungsgemeinschaften sein, zum Beispiel Gleichgesinnte im gleichen Wohnviertel. hani
    

Ausleihstationen der Lastenräder

• Elektrorad „Edgar“: am Kaufladen Unverpackt, Große Greifengasse 1
• „Eva“: bei Blumenhaus Neumann, Winternheimer Straße 14
• „Emilio“: im Hotel Löwengarten, Schwerdstrasse 14

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