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Anzeigensonderveröffentlichung

Berufsinformationsbörse Pirmasens

Nur attraktive Ausbildungsplätze gefragt

Arbeitgeber müssen sich auf dem Markt für die künftigen Fachkräfte mehr ins Zeug legen als früher

Die von Unternehmensberatern gern als „Humankapital“ bezeichneten Fachkräfte sind ein inzwischen umkämpfter Markt geworden, was sich in diesem Jahr an der hohen Beteiligung von Unternehmen an der Pirmasenser Berufsinformationsbörse (BIB) zeigt. Die Firmen wollen sich die besten Köpfe für ihre Schreibtische und Werkbänke sichern.
    

Verwaltungsberufe sind bei den Schüler sehr gefragt,während Handwerker oft länger nach Azubis suchen müssen. ARCHIVFOTO: BUCHHOLZ
Verwaltungsberufe sind bei den Schüler sehr gefragt,während Handwerker oft länger nach Azubis suchen müssen. ARCHIVFOTO: BUCHHOLZ

„Die Firmen wollen qualifizierten Nachwuchs und müssen sich präsentieren“, nennt Heiko Helfrich von der Berufsberatung der Agentur für Arbeit in Pirmasens als Grund für die hohe Beteiligung von Firmen bei der BIB. „Auch Arbeitgeber müssen sich heute anstrengen“, meint Helfrich. Nicht mehr allein die Schüler müssen sich bei Bewerbungen ins Zeug legen, sondern auch der künftige Chef muss zeigen, was er drauf hat, wenn er von den Richtigen die Bewerbungsmappe im Briefkasten finden will. Das gelte im übrigen auch für die Bundesagentur für Arbeit auch. „Wir suchen ja selbst Azubis“, so Helfrich.

Das führe heutzutage auch in der Region Südwestpfalz dazu, dass Arbeitgeber den künftigen Azubis mehr bieten als Hochglanzprospekte. Manche nehmen die Azubis mit auf eine Kennenlernwoche, die wie eine Art Urlaub sei. Andere sollen ihren neuen Azubis zum Ausbildungsvertrag noch ein Tablet geschenkt haben, will Heiko Helfrich gehört haben.

Helfrich und seine Kollegen in der Bundesagentur für Arbeit sind bemüht, dass keine Lehrstelle unbesetzt bleibt und auch möglichst kein Schüler ohne Ausbildungsvertrag dasteht. „Das hängt von dem ab,was der Berufswunsch ist und wo der Schüler wohnt“, erklärt Helfrich die Problemstellung.

Oft gibt es zwar im Wunschberuf des Schülers noch einen Ausbildungsplatz, der kommende Azubi wohnt aber zu weit weg vom Betrieb. Wobei sich dieses Problem inzwischen mehr und mehr entschärfe. Früher waren die Azubis meist 16 Jahre alt. Heute seien sie oft schon 18 Jahre alt, mit Führerschein in der Tasche, womit auch der Azubi aus Rumbach zu seinem Betrieb in Zweibrücken kommen kann.


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Die absoluten Wunschberufe sind in der Südwestpfalz nach Helfrichs Beobachtung die Büro- und Verwaltungsjobs. „Die sind umkämpft.“ Umgekehrt habe es der kommende Dachdecker oder Elektriker recht einfach, an einen Ausbildungsplatz zu kommen. „Wer Handwerk machen will, hat gute Chancen, was zu finden.“

Die Branche, in denen am Schluss der eine oder andere nichts finden kann, sei schon seit Jahren der Kfz-Bereich. Der Beruf des Kfz-Mechatronikers sei bei Jungs immer noch einer der begehrtesten. Ausbildungsplätze übrig bleiben dürften dagegen im Nahrungsmittelsektor, in den Hotels sowie in Handwerksbetrieben, etwa bei Elektroinstallateuren oder Heizungsbauern, so Helfrichs Beobachtung.

Die von der Bundesagentur für Arbeit genannten Zahlen für die Westpfalz bestätigen Helfrichs Aussagen. Laut Agentur für Arbeit suchten in der gesamten Westpfalz 4165 Bewerber eine Ausbildungsstelle. Das seien 203 weniger als vor einem Jahr. Dem gegenüber stehen 3140 Ausbildungsstellen, die ebenfalls um 178 Plätze zurückgegangen seien im Vergleich zum Vorjahr. „Wir befinden uns noch immer in der heißen Phase am Ausbildungsmarkt. Ich bin guter Dinge, dass wir zum einen in den nächsten Wochen den aktuell unversorgten Bewerbern eine Alternative anbieten können und zum anderen einen großen Teil der derzeit noch offenen Ausbildungsstellen besetzen können.“, blickt Peter Weißler, der Leiter der Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens, zuversichtlich Richtung Endspurt am Ausbildungsmarkt.

Mädchen und Jungen, die noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind oder sich jetzt kurzfristig doch für eine duale Ausbildung interessieren, sollten schnellst möglich einen Termin bei der Berufsberatung vereinbaren, betont die Pressestelle der Agentur für Arbeit. Den Ausbildungsbetrieben stehen gleichzeitig die Ansprechpartner des Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit mit nützlichen Hinweisen und Tipps zur Verfügung, wie im Endspurt doch noch die künftige Fachkraft für das Unternehmen und eine Ausbildung begeistert werden kann.

Für den Kreis Südwestpfalz waren im vergangenen Jahr 865 Schüler gemeldet, die eine Ausbildungsstelle suchen. Dieses Jahr sind es mit 771 Schülern zehn Prozent weniger. Während bei den Mädchen die Zahl in etwa gleichgeblieben ist,war vor allem bei den Jungen der Rückgang deutlich: von 539 Schülern auf 461 in diesem Jahr.

Die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss ist übrigens verschwindend gering. Fünf Jungs werden es dieses Jahr sein. Mädchen haben alle einen Abschluss.

Bei den ausländischen Jugendlichen ist auch ein Rückgang feststellbar. Laut den Zahlen der Agentur für Arbeit waren hier 2018 63 Jugendliche als Ausbildung suchend registriert. Dieses Jahr sind es 50.

In der Stadt Pirmasens ist der Rückgang an Schülern geringer ausgefallen. Vier Prozent weniger und damit 618 Schüler drängen dieses Jahr in den Ausbildungsmarkt in der Stadt. Die Zahl der Schüler, auch hier nur Jungs, die keinen Schulabschluss haben werden, liegt bei vier. In Pirmasens gibt es allerdings deutlich mehr ausländische Jugendliche, die in diesem Jahr eine Ausbildungsstelle suchen. Wie im Vorjahr auch bewegt sich deren Zahl auf 108. Die Jungs sind hier mit 73 Bewerbern überproportional vertreten. kka


Der Einzelhandelskaufmann ist am begehrtesten

Die meisten gemeldeten Ausbildungsstellen in Pirmasens gab es laut den Zahlen der Agentur für Arbeit in diesem Jahr bei den Einzelhandelskaufmännern (24 Stellen) und Verkäufern (21). Auf Platz drei der Top-Ten der gemeldeten Stellen kommen die Zahnmedizinischen Fachangestellten, von denen in Pirmasens 18 gesucht wurden.

Dem stehen die Präferenzen der Pirmasenser Schüler gegenüber, die am meisten Jobs als Verkäufer suchten (52 Bewerber) oder als Medizinische Fachangestellte (47 Bewerber). Der Einzelhandels-Kaufmann war mit 45 Bewerbern auch recht gefragt.

Unbesetzte Stellen gab es in Pirmasens im August noch je fünf für den Großhandels-Kaufmann und die Zahnmedizinische Fachangestellte. Auch Bäckerei-Verkäuferinnen und Hotelfachmänner werden noch gesucht. Dazu kommen freie Lehrstellen bei Dachdeckern, Zimmerern und Friseuren.

Im Landkreis wurden in diesem Jahr meist Köche gesucht (27 Stellen). Außerdem noch Lagerlogistiker (18 Stellen) und Metzgerei-Fachverkäufer (16 Stellen). Die Schüler im Kreis zog es am meisten in den Beruf des Einzelhandelskaufmann (56 Bewerber) sowie der Verkäufer (52 Bewerber) und Kfz- Mechatroniker (47 Bewerber).

Im August waren im Kreis Südwestpfalz noch einige Stellen unbesetzt. Die meisten davon bei den Köchen (15 Stellen) und Hotelfachmännern (14 Stellen). Dazu kommen 11 unbesetzte Ausbildungsplätze als Verkäufer und weitere unbesetzte Stellen für Einzelhandels-Kaufmänner, Fleischer, Restaurant-Fachmann, Zahnmedizinischer Angestellter und Zerspannungsmechaniker.

Für Marc Reinheimer, Pressesprecher der Kaiserslauterer Agentur für Arbeit, ist hier aber noch einiges drin. „Da ist noch viel in Bewegung. Wir sind guter Dinge, dass viele noch einen Platz findet und kaum ein Platz unbesetzt bleibt.“ kka
   

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