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13.02.2020 Drucken

Mutterstadt

„Bei uns darf sich jeder frei umschauen“

Weltladen in Mutterstadt seit 18 Jahren in der Oggersheimer Straße – Leckeres, Schönes und Nützliches aus fairem Handel

Den Weltladen in der Oggersheimer Straße in Mutterstadt gibt es seit 18 Jahren. Damals wie heute steht ein breitgefächertes Angebot fair gehandelter Produkte zur Auswahl: darunter Kaffee, Schokolade, Schmuck, Schals und Taschen. Rund 40 ehrenamtliche Mitarbeiter organisieren den Einkauf, den Verkauf und viele Aktionen. Christa Scheid, die den Trägerverein des Vereins gemeinsam mit Ramona Schilde und Jutta Keinath anführt, sowie die Mitarbeiterinnen Romi Rödl und Sabine Gassner, die etliche Dienste übernehmen und sich auch um die Dekoration im Laden kümmern, wollen Interessierte ermutigen, vorbeizukommen und sich ohne Kaufzwang umzuschauen.
    

Mit Herzblut im Weltladen dabei: (von links) Christa Scheid, Sabine Gassner und Romi Rödl. Die drei Frauen gehören zum Team von rund 40 ehrenamtlichen Mitarbeitern im Weltladen, das sich um Einkauf, Verkauf, Produktauswahl, Dekoration, Preisauszeichnung und Rechnungen kümmert. FOTOS (2): SCHERZINGE
Mit Herzblut im Weltladen dabei: (von links) Christa Scheid, Sabine Gassner und Romi Rödl. Die drei Frauen gehören zum Team von rund 40 ehrenamtlichen Mitarbeitern im Weltladen, das sich um Einkauf, Verkauf, Produktauswahl, Dekoration, Preisauszeichnung und Rechnungen kümmert. FOTOS (2): SCHERZINGE

Was bietet der Weltladen denn alles an?

Scheid: Wir bieten auf drei Räume verteilt unter anderem eine große Auswahl an Tees und Kaffees, Schokoladen, Süßigkeiten, Gewürzen, Tischwäsche, Schmuck, Accessoires, Spielsachen, Kerzen, Seifen, Schals und Taschen an. Etliche Kunden, die den Weltladen noch nicht kannten, sind erstaunt über die Fülle an schönen Dingen, von denen sich viele auch als Geschenk eignen. Beheimatet im ältesten Haus Mutterstadts punktet unser Laden mit Atmosphäre, allerdings bedeutet dieser Charme auch eine gewisse Einschränkung bezogen auf Verkaufsfläche und Warenangebot. So können wir aus Platzgründen leider keine Kleidung anbieten, wünschenswert wäre, wenn der Mutterstadter Einzelhandel da in die Bresche springen könnte.

Wer kommt denn vor allem in den Weltladen?

Gassner: Das sind meist Frauen, die bewusst fair gehandelte Ware kaufen oder sich einfach inspirieren lassen, aber auch die Kirchengemeinden und die Vereine. Obwohl wir nun aber schon seit 18 Jahren in der Oggersheimer Straße beheimatet sind, wissen immer noch viele nicht, dass es uns gibt und was wir alles anbieten.

Welche Aktionen planen sie?

Scheid: Um Werbung für das Thema „Fairer Handel“ zu machen, sind wir dieses Mal wieder beim Umzug am Fasnachtsdienstag in Mutterstadt dabei. Gemeinsam mit der Steuerungsgruppe zur Fairtrade-Gemeinde laufen wir als Fußgruppe mit und verteilen Gutscheine für einen Kaffee im Weltladen.

Was ist noch angedacht?

Scheid: Demnächst gibt es bei uns im Weltladen fair gehandelten Gemeindekaffee, diesen hat die Gemeindeverwaltung etwa bei Ehejubiläen in ihr Geschenkepräsent mit aufgenommen. Mutterstadt ist ja seit September 2019 offiziell Fairtrade-Gemeinde, damit hat sich die Gemeindeverwaltung verpflichtet, nur noch fair gehandelten Kaffee und Tee auszuschenken. Außerdem bieten wir in Zusammenarbeit mit der Steuerungsgruppe am Freitag vor Muttertag im Mai auf dem Markt wieder ein „Faires Frühstück“ und planen für September wieder eine „Faire Woche“ mit besonderen Aktionen.
   

Ein Schwerpunkt des Produktangebots ist die große Auswahl an Kaffees und Tees. 
Ein Schwerpunkt des Produktangebots ist die große Auswahl an Kaffees und Tees. 

Und was wünschen sie sich als Vertreterinnen und Mitarbeiterinnen für den Weltladen?

Rödl: Natürlich noch mehr Kunden und noch mehr Helfer. Nicht nur, damit wir weiter fair gehandelte Produkte anbieten und hochwertige Ware verkaufen können, sondern auch, damit die Produzenten in den Erzeugerländern mit dem Verkauf dieser Produkte ein Einkommen erhalten, das über dem Existenzminimum liegt. Nur dann können Kinder von Bauern etwa regelmäßig zur Schule gehen, werden Böden nicht ausgelaugt und kann nachhaltig gewirtschaftet werden. All das, was derzeit in aller Munde ist, nachhaltig und biologisch, das versuchen wir seit 18 Jahren mit dem Weltladen umzusetzen.

Scheid: Inzwischen gibt es ja viele fair gehandelte Produkte, etwa Schokolade, auch im Supermarkt. Bei uns kann man sich jedoch absolut sicher sein, dass wir wissen, wo die Produkte herkommen, dass den Anbietern oft nicht nur Mindestlöhne gezahlt werden, sondern so viel, dass es auskömmlich ist. Wir freuen uns natürlich, wenn das Thema „Fairer Handel“ mehr Präsenz erlangt, jedoch sind unsere Siegel oft noch nachhaltiger und auch fairer für die Produzenten.

Gassner: Wobei wir definitiv niemanden bekehren wollen. Wir können informieren, woher die Produkte kommen und wer damit unterstützt wird, wer sich jedoch einfach mal umschauen möchte, ist ebenso herzlich bei uns willkommen. Bei uns gibt es absolut keinen Kaufzwang, da wir ja auch kein kommerzielles Geschäft sind.

Was passiert mit Einnahmen?

Scheid: Der Weltladen wirtschaftet ohne Gewinn. Von den Einnahmen kaufen wir neue Ware, decken die Betriebskosten des Ladens und was übrig bleibt, meist so 1000 bis 1500 Euro im Jahr, spenden wir an gemeinnützige Projekte – darüber entscheidet alljährlich die Sitzung des Trägervereins neu. Interview: Scherzinger

INFO

Weltladen Mutterstadt
Oggersheimer Straße 17, 67112 Mutterstadt
Telefon: 06234 920897
Internet: www.weltladen-mutterstadt.de

Öffnungszeiten: Mo bis Fr 9 bis 12.30 Uhr, Di, Do und Fr 15 bis 18 Uhr, Sa 9 bis 13 Uhr
   

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