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Rituelle Funktion, Sport, Zeitvertreib

Tanzen hat viele gesellschaftliche Funktionen – Erste Tanzschule wurde 1796 im spanischen Sevilla eröffnet

Elegant und leidenschaftlich: Tanzen kann Hobby, Spaß an der Bewegung und Profession sein. FOTO: STOCK.ADOBE.COM/MARKO NOVKOV

9.06.2022

Tanzen in all seinen Facetten ist fast so alt wie die Menschheit selbst. Die ältesten Dokumentationen sind indische Höhlenmalereien aus der Zeit 5000 bis 2000 vor Christus. Dem Tanz kommen dabei vielfältige gesellschaftliche Funktionen zu: vom ritualisierten Tanz in religiösen wie in weltlichen Zusammenhängen bis hin zu einer Kunstform, Sport oder einfach als Zeitvertreib.

Hatten Tänze in der Antike überwiegend kultischen Hintergrund, bildeten sich im Mittelalter verschiedene Formen wie Paar-, Reigen-, Volks- und Bauerntanz heraus. In der Frühen Neuzeit wurde Gesellschaftstanz ein beliebter Zeitvertreib an den europäischen Höfen: Zur Unterrichtung wurden Hoftanzmeister eingestellt und Bücher verfasst. An wichtigen Höfen entstanden für den Adel Tanzschulen. Prachtvolle Bälle bildeten den Rahmen.

  

Das Tanzen an sich gliedert sich dabei in eine fast unüberschaubare Menge an Tanzformen. Die geläufigsten Kategorien sind gesellschaftliche Funktion wie rituelle Tänze, Gesellschaft-, Turnier- und Kunsttanz oder die Anzahl der Tänzer wie Einzel-, Paar-, Gruppen-, Kreis- und Reihentanz.

Bereits 1796 eröffnete in Sevilla/Spanien eine der ersten Schulen für populäre Tänze. Heute umfasst der in Tanzschulen unterrichtete Gesellschaftstanz jene Formen, die bei Feiern, öffentlichen Veranstaltungen wie Bällen getanzt werden. Den Rahmen bildet das in den 1960er-Jahren festgelegte Welttanzprogramm (WTB) mit den Standardtänzen Langsamer Walzer, Tango Wiener Walzer, Disco Fox, Slowfox und Quickstep sowie den Lateinamerikanischen Tänzen Samba, Cha-Cha-Cha, Rumba, Paso doble und Jive, ergänzt um zeittypische Modetänze wie Bachata, Salsa und Swing-Tänze.

Als rhythmische Bewegung zu Musik kann Tanz ein geselliger Freizeitspaß für alle Generationen, für Trainierte wie Untrainierte sein. Tanzen verbessert die Körperhaltung und ist auch bei Rücken- und Gelenkproblemen empfehlenswert. Die Umsetzung von Schritten bei vorgegebenem Rhythmus erfordert Konzentration und Koordination. Tanzen reduziert daher das Risiko für Alzheimer und andere Demenzerkrankungen, da Gehirn und Muskulatur gleichermaßen gefordert werden. Tanzen ist daher in jedem Alter ein ideales Ganzkörpertraining zur Förderung von Beweglichkeit, Gangsicherheit und Reaktionsfähigkeit. Außerdem fördert es soziale Kontakte und steigert damit nicht nur das körperliche, sondern auch das seelische Wohlbefinden.

Sonderformen des Tanzes wie Rollstuhl- oder Sitztanz berücksichtigen Alter und körperliche Möglichkeiten der Tänzer. Als psychotherapeutische Maßnahme wurde in den 1920erJahren Tanztherapie entwickelt, sie hat sich seit den 1980er-Jahren im Gesundheitswesen etabliert. acl