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Ausbildung und Beruf - Ludwigshafen

Künstliche Intelligenz verschafft im Idealfall mehr Zeit fürs Bewerbungsgespräch

Algorithmus könnte einen Bewerbungsprozess auch fairer und diverser machen – Deutschland hinkt bei diesem Thema noch hinterher – Transparenz wichtig

Bei der Bewerberauswahl könnten Fachleute im Bereich Personalwesen künftig stärker von smarter Technik unterstützt werden. FOTO: CHRISTIN KLOSE/DPA

7.10.2021

Bekomme ich den Job oder nicht? Das Bewerbungsverfahren kann ein folgenreicher Prozess sein. In Zukunft könnte daran auch Künstliche Intelligenz beteiligt sein. Was das für meine Bewerbung bedeutet.

Benutzen Sie Google? Dann sind Sie bereits mit KI in Berührung gekommen. Die Abkürzung KI steht für Künstliche Intelligenz und beschreibt Programme und Maschinen, die dazulernen und immer besser werden, wenn sie mit Daten gefüttert werden. Im Fall von Google sammelt die KI Daten und passt dadurch die Suchergebnisse mit der Zeit an die Nutzer und ihre Anfragen an.

Künstliche Intelligenz kann aber auch in vielen anderen Bereichen eingesetzt werden. Ein Beispiel sind Bewerbungsverfahren. So gibt es etwa Software, die Fragen für Bewerbungsgespräche entwickelt, damit diese am Ende besser vergleichbar sind. Auch dass eine KI Videos von Bewerberinnen und Bewerbern analysiert und darauf basierend Persönlichkeitsprofile erstellt, ist möglich.

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Menschen in Deutschland sind allerdings sehr zurückhaltend, wenn es um Künstliche Intelligenz in der Bewerbung geht. Laut einer repräsentativen Umfrage, die YouGov im Auftrag der Stellen-Suchmaschine Indeed durchgeführt hat, lehnen 43 Prozent KI in Bewerbungsprozessen grundsätzlich ab oder eher ab.

„Deutschland hinkt bei diesem Thema hinterher“, sagt der Recruiting-Experte und Fachbuchautor Tim Verhoeven. „Wir sind dann kritischer, wenn etwas verändert werden soll“, so Verhoevens Eindruck, der als Recruitment Evangelist für die Job-Plattform Indeed an der Schnittstelle von Technik und Kommunikation arbeitet.

Eine gut gemachte und sinnvoll eingesetzte KI könne aber im Bewerbungsprozess viele Vorteile haben. Wenn eine KI beispielsweise die Termine für eine Personalfachkraft koordiniert oder formale Anforderungen in den Unterlagen prüft, beschleunigt das den Prozess. „Dann haben Recruiter mehr Zeit, um sich mit wirklich mit den Kandidaten zu beschäftigen und diese für das Unternehmen zu begeistern.“


Maschinen kopieren menschliche Muster


Zeitersparnis ist nicht der einzige Grund, warum KI im Recruiting zum Einsatz kommen soll. Könnte ein Algorithmus einen Bewerbungsprozess nicht auch fairer machen? In Studien konnte immer wieder nachgewiesen werden, dass Personalfachkräfte nicht gänzlich vorurteilsfrei entscheiden. Dem ließe sich durch den Einsatz von Algorithmen vorbeugen, so ein nahe liegender Gedanke. In der Praxis funktioniert das bisher nicht wie gewünscht. „Es gab Fallbeispiele, bei denen Frauen von KIs systematisch benachteiligt worden sind“, sagt Verhoeven. „Das lag an den Datensätzen, die die KI bekommen hat.“

Hintergrund: Die KI erkennt Muster in den Daten, die sie gefüttert bekommt. Wenn in einem Unternehmen in der Vergangenheit viel mehr Männer eingestellt worden sind, lernt die KI auf Basis der bisherigen Bewerberdaten, dass Männlichkeit ein Merkmal für Erfolg und Kompetenz sein soll. Dann werden Männer gegenüber Frauen bevorzugt. Solche Fehlschlüsse sollen sich bei einer KI jedoch einfacher verhindern lassen als beim Menschen. „Wenn eine Künstliche Intelligenz richtig programmiert wird, kann sie dadurch sogar für mehr Fairness und Diversität sorgen“, sagt Personalvermittlerin Marlene Pöhlmann.

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine KI die eigene Bewerbung vor dem Personaler „sieht“, ist in Deutschland bislang ohnehin relativ gering. 2020 ergab eine Umfrage des Branchenverbands Bitkom unter gut 600 Unternehmen, dass gerade einmal 6 Prozent bereits maschinelles Lernen einsetzen. Von den Unternehmen, die KI nutzten, gaben nur zwei Prozent an, maschinelles Lernen für die Vorauswahl von Bewerbern zu nutzen. Werden aber etwa eingereichte Unterlagen oder Lebensläufe in einem Unternehmen automatisiert eingelesen und analysiert, müssen Format und Formalien stimmen, sonst fallen sie unter Umständen durch das Raster der KI. „Was man machen kann, ist seine Unterlagen als PDF einschicken und ohne Rechtschreibfehler, dann sind sie für eine KI leichter lesbar – aber das ist ja sowieso meist Standard“, sagt Verhoeven. Der Experte glaubt aber ohnehin, dass der Einsatz von KIs viel transparenter werden muss, „damit er eine Chance hat, akzeptiert zu werden“. dpa
    

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