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Dienstag, 28.05.2019 Drucken

Neuhofen

120 Helfer sorgen für reibungslosen Ablauf

Fischerfest Neuhofen beginnt am Samstag, 1. Juni – Bierkonsum zum Fest hat stark abgenommen

120 Helfer sorgen für reibungslosen Ablauf

Haben alle Hände voll zu tun: Die Helfer an der Panierstation. FOTO: ASV NEUHOFEN/FREI

Etwa 120 Helfer stehen schon in den Startlöchern: Von Samstag bis Montag, 1. bis 3. Juni, lädt der Angelsportverein Neuhofen wieder zum traditionellen Fischerfest in die Reithalle ein. Und weil das Fest so, wie es gefeiert wird, jährlich gut ankommt, wird es im Programm auch keine großen Änderungen geben. Los geht es am Samstag um 17 Uhr, Sonntag ist ab 10 Uhr geöffnet, Montag von 10.30 bis 14 Uhr und noch mal ab 17 Uhr.

Lediglich die Bierpreise werden zum Fischerfest 2019 angepasst. „Das Bier ist inzwischen teurer als unser Schoppenwein. Da lob’ ich mir die Winzergenossenschaft Ungstein, von der wir den Wein beziehen, mit ihren konstanten Preisen“, lobt Vorsitzender Stefan Heuchel.

Ziel des Vereins sei es stets, die Preise familienfreundlich zu halten. „Da Fisch immer ein wenig teurer wird, wollen wir die Getränkepreise niedrig halten.“ Um dieses Ziel zu erreichen, verzichtet der Verein auch auf Musik beim Fest. „Wobei wir die Erfahrung gemacht haben, dass die Leute kommen um sich zu unterhalten. Da kann man sich die Musik auch sparen, die macht nur alles teuer“, erklärt Heuchel.

Beim Essensangebot gibt es ebenfalls eine kleine Änderung: Weil Forellen nicht mehr so stark nachgefragt werden, gibt es dieses Mal davon weniger. „Gebackene Forelle kommen beim Fischerfest nicht so gut an, die verkaufen wir als Räucherforelle an unseren Räucherabenden und an Karfreitag viel besser“, haben Heuchel und das Organisationsteam festgestellt. Außer Forelle gibt es wie in den Vorjahren ganze Zander und Merlane, Zander- und Seelachsfilet, Calamares, Knuspergarnelen, Fischbrötchen, Servela und Bratwurst. „Außerdem haben wir einen Crêpes- und einen Gutselstand, am Sonntag gibt es zudem wieder Kaffee und Kuchen.“

Eine Veränderung, die der Verein über die Jahre festgestellt hat, ist der stark sinkende Alkoholkonsum. „Die Zeiten des hohen Bierkonsums sind schon längst vorbei. Früher wurden zwei Zentner Fisch gegessen und 10.000 Liter Bier getrunken, heute hat sich das Verhältnis quasi umgedreht. Viele kommen ja mit dem Auto, alkoholfreie Getränke sind heute viel stärker gefragt“, berichtet Heuchel. uln


Umweltschutz

Umweltschutz ist bei den Anglern aus Neuhofen seit langem ein Thema. „Man kann wirklich sagen,wir sind da Vorreiter.Wir machen uns schon immer Gedanken über die Gewässer und das Leben der Pflanzen und Tiere darin und drum herum. Wir wollen ja nicht nur wenige Jahre angeln, sondern auch in Zukunft“, betont Vereinsvorsitzender Stefan Heuchel.

Seit Jahren säubert der ASV das Gelände rund um die Weiher. Was da zutage befördert werde, versetze immer wieder alle ins Staunen. Und weil das Bewusstsein für die Problematik des Plastikmülls in den vergangenen Monaten bei der Bevölkerung zugenommen habe, fordern die Angler Gäste in diesem Jahr auf, am besten eigenes Besteck mitzubringen. „„Und wer kommt, um Fische für den Verzehr zuhause zu kaufen, bitten wir dringend, Einkaufstaschen oder -körbe mitzubringen. Manche tun das schon seit Jahren, es könnten aber noch mehr werden“, formuliert Heuchel einen Wunsch. Für die Tischdecken aus Plastik ist der Verein noch auf der Suche nach einem adäquaten, hygienischen Ersatz. uln


Erfahrene Angler sind früh am Morgen auf dem Steg

Rund 30 Angler des ASV Neuhofen begehen traditionelles Anfischen – Jugend kommt nach dem Mittagessen dran

Lieben die Ruhe und die Natur: Angler des ASV Neuhofen beim Anfischen Ende Mai. FOTO: NEUMANN
Lieben die Ruhe und die Natur: Angler des ASV Neuhofen beim Anfischen Ende Mai. FOTO: NEUMANN

Etwas überrascht beobachtet das Kanadische Graugänsepaar mitsamt Küken das frühmorgendliche Treiben am Neuhofener Weiher „Steinerne Brücke“. Dort begehen am Sonntagmorgen Ende Mai rund 30 Angler das traditionelle Anfischen.

„Man kann zwar das ganze Jahr über angeln, aber es gibt Schonzeiten, die wir strikt einhalten“, erklärt Schriftführer Harry Weiß. „Von Anfang Juni bis Ende Oktober ist die Angelhauptsaison.“ Er selbst hat heute keine Angel in der Hand, sondern kümmert sich um die Schälrippchen und das Sauerkraut fürs Mittagessen. Raubfische beißen am besten frühmorgens, daher kommen am Morgen die erfahrenen Angler, die Jugend beginnt um 13 Uhr mit dem Anfischen. „Ein Raubfisch wehrt sich schon sehr deutlich, das sind die anspruchsvolleren Angel-Fische. Natürlich wehren sich auch Weißfische und Karpfen, aber so, dass auch ein Kind damit zurechtkommt“, erklärt Weiß. Und fügt hinzu, dass eine frühe Uhrzeit auch bei den wenigsten Jugendliche auf große Begeisterung stößt.

Das alljährliche Anfischen markiert auch der Auftakt für die Fischerfest-Helfer am Wochenende danach. „Da können auch noch Helfer rekrutiert und Informationen ausgetauscht werden.“ Auch der zweite Vorsitzende des ASV, Peter Eisel, ist seit sechs Uhr an der „Steinernen Brücke“. Eine Stunde später hat er mit dem Angeln begonnen, aber sowohl Raub- als auch Weißfische und Karpfen scheinen noch zu schlafen. Trotzdem macht es Spaß. „Ich liebe die Ruhe und die Entspannung“, sagt Eisel. Angeln sei genial zum Stressabbau. Das sieht auch Jürgen Dauth so. „Ich sitze oft abends hier und beobachte die Natur.“ Das sei wichtiger, als die Zahl der gefangenen Fische.

Beim Anfischen sitzt Dauth mit den Angelkollegen Peter Schnurr und Hans Kohl auf dem ersten Angelsteg. Das Trio genießt die Ruhe und hat so seine ganz eigenen Angel-Tipps: Mais mit Vanillegeschmack, Würmer in Knoblauch und so weiter – die drei Herren beweisen Humor am frühen Morgen. Auch wenn es bislang mit den Anbeißen noch nicht geklappt hat, die Stimmung ist gut. Schnurr erzählt von einem jungen Angelkollegen, der die Würmer im Kühlschrank in der Küche aufgehoben hatte, was wiederum Entsetzensschreie der neuen Freundin beim Öffnen der Kühlschranktür zur Folge hatte. Dauth lacht, als erfahrener Angler hat er vorgesorgt: „Ich habe meinen eigenen Kühlschrank im Keller, sonst bekäme ich zuhause gekündigt“, antwortet er mit einem Augenzwinkern.

Ihm sind übrigens die Würmer im Angelshop zu teuer. „4,50 für zehn Würmer, die fange ich lieber im Garten.“ Und das geht so: Garten wässern und bei Dunkelheit mit Taschenlampe auf die Jagd gehen, seine Nachbarn wunderten sich inzwischen nicht mehr. Nach diesen Geschichten wird es wieder ernst auf dem beständig schwankenden Angelsteg. Das Trio debattiert über die Vorzüge von verschiedenen Angelhaken. Na dann: Petri Heil! uln

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