Schließen x

Anmelden

»Registrieren     »Passwort vergessen

RHEINPFALZ Themenwelten
Anzeigensonderveröffentlichung
Freitag, 18.10.2019 Drucken

Gesundheit & Wohlbefinden

Pflegetipps und Linderung vieler Leiden rund um die Füße

Podologen sind medizinisch geschult – Behandlung von Haut- und Nagelerkrankungen – Individuelle Spezialtherapien

Wohl kaum jemand denkt darüber nach, welche Schwerstarbeit unsere Füße jeden Tag leisten. Sie dienen als Stütze für den gesamten Körper, halten ihn im Gleichgewicht und sichern seine Beweglichkeit. Trotzdem werden sie oft in zu enges Schuhwerk gequetscht und zu wenig gepflegt. Die Folge sind rissige Stellen,massive Hornhaut, Nagel- oder Fußpilz, eingewachsene oder verfärbte Nägel und vieles mehr. Hilfe bei allen Fußproblemen- und Tipps für die richtige Pflege geben Podologen.
    

Zeigt her eure Füße: Podologen pflegen und korrigieren Fehlstellungen professionell. FOTO: NICOLEMIRANDA/PIXABAY
Zeigt her eure Füße: Podologen pflegen und korrigieren Fehlstellungen professionell. 
FOTO: NICOLEMIRANDA/PIXABAY

Während der Beruf der kosmetischen Fußpfleger nicht geschützt ist und die Beschäftigung am gesunden Fuß ohne besondere Erlaubnis ausgeführt werden darf, ist die Berufsbezeichnung der Podologen seit 2002 gesetzlich geschützt. Wer Podologe werden möchte, muss eine zwei Jahre dauernde, staatlich anerkannte Fachausbildung absolvieren und Stoff aus Anatomie, Mikrobiologie, den erforderlichen Bereichen der Inneren Medizin, Dermatologie, Chirurgie und Orthopädie büffeln. Auch muss er alles über das diabetische Fußsyndrom lernen. Podologen kennen sich auch mit individuellen podologischen Reibungs- und Druckentlastungsmaßnahmen, Platzhaltern oder funktionellen Bandagen, Nagelkorrekturspangentherapie, Nagelprothetik (Nagelersatz), Mobilisierungstherapien, podologischen Fußuntersuchungen, Spezialtechniken zur Therapie von Haut- und Nagelerkrankungen sowie Verbänden, Druck- und Reibungsschutz aus.
  

Meist noch heil: Kinderfüße. FOTO:M. DEUTSCHENBAUR /PIXABAY
Meist noch heil: Kinderfüße. 
FOTO:M. DEUTSCHENBAUR /PIXABAY

Podologen haben eine fundierte Ausbildung.

Die Bezeichnung des medizinischen Fachberufes und nichtärztlichen Heilberufes stammt aus dem Griechischen: „podos“ („Fuß“) und „logos“ („Lehre“). Viele Podologen besitzen eine Kassenzulassung und beispielsweise Diabetiker, die am diabetischen Fußsyndrom leiden, bekommen die Behandlung vom Arzt verschrieben. Aber auch sonst lohnt sich der Besuch beim Podologen, um mit speziellen Therapietechniken und Verfahren akute Fußprobleme zu beseitigen und Maßnahmen zur Vorbeugung zu erlernen.
  

Entspannend: Fußmassage. FOTO: ANDREAS160578/PIXABAY
Entspannend: Fußmassage. 
FOTO: ANDREAS160578/PIXABAY

Hautrisse an Füßen können sich entzünden.

Denn auch als gesunder Mensch können Verletzungen an den Füßen schneller entstehen als man denkt – und schwerwiegende Folgen haben. Eigentlich wird Hornhaut gebildet, um den Körper vor dem Eindringen von Krankheitserregern und Fremdstoffen zu schützen. Doch da sie im Gegensatz zu sonstiger Haut nicht elastisch und dehnbar ist, entstehen leichter Einrisse und je mehr Hornhaut man hat, desto rissanfälliger ist sie. Während gesunde Füße warm sowie gut durchblutet sind, nicht übermäßig schwitzen oder schmerzen und insgesamt keine anatomischen Fehlstellungen erkennen lassen, zeigen Dellen oder rissige Stellen an den Füßen, dass etwas nicht stimmt. Risse entstehen durch überschüssige Hornhaut, die sich immer mehr verhärtet: Schrunden oder Schwielen entstehen. Hautirritationen, zum Beispiel ausgelöst durch parfümierte oder alkoholhaltige Seifen, führen ebenfalls zu trockener Haut und somit Rissen an der Fußunterseite, manchmal lokal begrenzt auf Fersen oder Ballen. Äußere Einwirkungen wie andauernde Druckbelastung durch falsches Schuhwerk begünstigt die Bildung der Risse,wodurch es sogar zu Spalten kommen kann, durch die Bakterien eindringen können und eine Entzündung oder Infektion verursachen.
  

Schön: gepflegte Füße. FOTO: CHARLES THOMPSON/PIXABAY
Schön: gepflegte Füße. 
FOTO: CHARLES THOMPSON/PIXABAY

Fußpflege sollte regelmäßig erfolgen.

Wer seinen Füßen etwas Gutes tun möchte, sollte passendes Schuhwerk tragen und die Fußpflege nicht vernachlässigen. Dazu gehören regelmäßige Fußbäder mit antibakterieller, entzündungshemmender Wirkung sowie rückfettende Cremes, um die Füße wieder geschmeidig zumachen. Nicht zu empfehlen sind parfümierte Seifen sowie alkohol- oder koffeinhaltige Bäder und Cremes.Wer auf reine Naturkosmetik zurückgreifen möchte, kann seine Füßen mit Rizinus-, Kokos- oder Rosenöl, Papaya,Glycerin oder einer selbstgemachten Lotion aus Banane und Avocado sowie Vaseline und Zitronensaft sanft massieren.
   

Am Strand: gut zu Fuß. FOTO: OLEKSANDR SHEVCHENKO /STOCK.ADOBE.COM
Am Strand: gut zu Fuß. 
FOTO: OLEKSANDR SHEVCHENKO /STOCK.ADOBE.COM

Sind die Risse in der Hornhaut nicht zu tief, kann man sie mit einem Bimsstein nach dem entzündungshemmenden Fußbad selbst entfernen. Ansonsten ist es besser, die Hornhaut von einem Podologen abtragen zu lassen. Bei eingerissenen Füßen ist meist Geduld gefragt: Da die Stellen so viel in Bewegung sind, kann das Abheilen mehrere Monate dauern. Bekommt man die Probleme aber selbst nicht in den Griff, sollte man nach einiger Zeit unbedingt nicht nur den Podologen, sondern auch einen Hautarzt aufsuchen. ANNE KIRCHBERG
   


Zur Sache: Der diabetische Fuß

Neben den Fußproblemen von eigentlich gesunden Menschen existieren diverse Krankheiten, die Schwierigkeiten an den Füßen verursachen können. Die Hyperkeratose etwa, eine Stoffwechselstörung, löst eine mangelnde Durchblutung und dadurch eine übermäßige, krankhafte Verhornung der Haut an den Fußsohlen aus. Auch Rheumatoide Arthritis, Schuppenflechte, Nierenschäden, Schilddrüsen-Probleme oder Diabetes mellitus sind Auslöser für eine Erkrankung der Füße.

Bekannt ist das diabetische Fußsyndrom, das als vielfältiges Krankheitsbild von einer einfachen Fußpilz-Infektion bis hin zu massiven Geschwüren führen kann: Besonders ein schlecht eingestellter Diabetes löst eine Schädigung der Nerven und Blutgefäße in den Füßen aus,wodurch das Schmerzempfinden gemindert wird. Druckstellen oder kleine Verletzungen werden deshalb nicht rechtzeitig bemerkt und entzünden sich. Da Wunden bei Diabetikern aufgrund des geschwächten Immunsystems generell langsamer abheilen, können selbst kleinste Verletzungen zu großen Wunden und im schlimmsten Fall zu teilweisen oder ganzen Fußamputationen führen – immerhin zirka 62.000 in Deutschland pro Jahr. Deshalb sollten Diabetiker beim kleinsten Anzeichen sofort ihren Facharzt aufsuchen, der Einstellung des Blutzuckerspiegels sowie die diätischen Maßnahmen überprüfen kann. Diabetiker sollten deshalb täglich ihre Füße selbst nach Verletzungen, Druckstellen, Rötungen, Rissen oder Hühneraugen kontrollieren, sie jeden Tag mit Wasser (nicht wärmer als 38 Grad Celsius) und wenig rückfettendem, flüssigem Badezusatz nicht länger als fünf bis sieben Minuten waschen und anschließend auch zwischen den Zehen mit einem weichen Handtuch gut abtrocknen und eincremen. Sie sollten nie selbst an der Hornhaut oder Hühneraugen schneiden, zur Nagelpflege keine spitzen Scheren oder Feilen verwenden, Hühneraugen nie mit Pflaster, Cremes und Tinkturen selbst behandeln, sondern hierfür stets den Podologen aufsuchen. Er gibt auch Tipps für die Fußpflege zu Hause. Für Diabetiker wird der Besuch beim Podologen häufig vom Arzt verschrieben, die Kosten werden dann von der Krankenkasse übernommen.

Auch häufiger Schuhwechsel von gut sitzendem oder sogar speziell angefertigtem Schuhwerk, täglich frische Baumwollsocken ohne Nähte, Bewegung, Massage und Fitnessübungen helfen, da sie die Durchblutung fördern. Falls bereits Nervenschädigungen vorhanden sind, sollten Diabetiker nie barfuß oder in Strümpfen laufen, aufgrund der fehlenden Schmerzempfindlichkeit die Füße nie an Wärmflaschen, Heizkissen, Heizungen oder einen Kamin halten, da Verbrennungsgefahr besteht, und die Schuhe stets nach Fremdkörpern oder drückendem Innenfutter untersuchen. Sogar Sonnenbrand an den Füßen kann für Diabetiker gefährlich werden, und feuchte Umschläge oder Salbenverbände sollten nur Podologen oder Ärzte anlegen. Außerdem gilt gerade für Diabetiker: Lieber einmal zu oft beim Podologen oder Facharzt eine Verletzung oder Druckstelle kontrollieren lassen als zu lange zuwarten! akk
   

Zurück