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Dienstag, 09.04.2019 Drucken

LEO Saison Frühjahr 2019

Auch digital ins Abenteuer

Museum: Das »Senckenberg« in Frankfurt

Auch digital ins Abenteuer

Eindrucksvoll schon von außen: Herzlich willkommen im Schloss voller Naturwunder! | Fotos: Senckenberg/frei

Stellen Kinder sich ein Museumin einer großen Stadt vor, könnte das Frankfurter „Senckenberg“ als Idealbild vor ihrem geistigen Auge erscheinen: ein schon von außen Eindruckmachender schlossähnlicher Bau, in dem es so viel Spannendes zu entdecken und Großes zu Bestaunen gibt.

Die Tiere – vom Urviech-Giganten bis hin zur winzig kleinen Spinne, deren Stich für Menschen garantiert tödlich ist, vom bunt schimmernden Schmetterlingsexoten bis hin zum heimischen Wildschwein – gehören insbesondere für Kinder zu den Museumshöhepunkten. Doch die Sammlung der Senckenberg-Gesellschaft deckt alle Sparten der naturkundlichen Wissenschaften ab und versorgt Familien genauso wie Forscher mit Anschauungsmaterial über unendlich viele Wunder des Lebens.

Haften bleibt etwa der Säulensaal mit den – unter Glas staubfreien – präparierten Tieren aus aller Welt.Hier ein Elch, da eine Kobra. Grandios natürlich auch: die gigantischen Dino-Skelette in der Halle ganz unten.

Kommen Naturbegeisterte wiederholt hierher, entdecken sie aber stets Neues – oder tauchen in Welten ein, die sie beim vorherigen Besuch noch nicht beachtet haben. Wie wär’s zum Beispiel mit der Abteilung, in der man den Abdruck einer Moresnetia, der ersten Samenpflanze, sehen kann? Vor 370 Millionen Jahren hat sie sich Richtung Sonne gestreckt – und das Grün auf unserem blauen Planeten in eine neue Richtung gelenkt. Oder ein paar Säle weiter, wo die irren Leistungen von Vögeln auf ihren Wegen durch die Lüfte erklärt werden. Allein bei den bunt gefiederten MUSEUM: DAS »SENCKENBERG« IN FRANKFURT Genossen könnte man Stunden zubringen.

Mit Virtual Reality oder traditionell: Vermittlung spannender Hintergründe.
Mit Virtual Reality oder traditionell: Vermittlung spannender Hintergründe.

Neben der Pflege und stetigen Aktualisierung der über Generationen zusammengetragenen Exponate geht das Museum beispielgebend mit der Zeit. Seit kurzem begleitet die Besucher eine Smartphone-App durch die Ausstellung – samt gut gemachter Audio- und Videodateien, die Ausstellungsstücke ergänzend erläutern.

Ein Highlight der App: Eine Dinomumie erwacht per Augmented Reality virtuell zum Leben und beobachtet eine Herde Artgenossen, die gemächlich durchs Museum stapft.

Mit dem Multimedia-Guide macht das altehrwürdige Naturmuseum einen weiteren großen Schritt bei seiner Digital-Strategie, die für den Besucher Mehrwert schafft. Dabei verhält es sich wie mit den traditionellen Führungen, die – neben Vorträgen und Workshops – auch nach wie vor noch angeboten werden: Die Smartphone-App lenkt den Blick gezielt auf spannende Details, die man ansonsten eventuell verpasst hätte. Und davon gibt es hier so viele!  Tobias Grauheding

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INFO
Forschungsinstitut u. Naturmuseum Senckenberg, 60325 Frankfurt, Senckenberganlage 25; geöffnet Mo, Di, Do, Fr 9-17 Uhr, Mi 9-20 Uhr, Sa, So, Feiertag 9-18 Uhr; Familienführungen Sa 15 Uhr, So, Feiertag 11 Uhr; Karfreitag geschlossen; Info: www.senckenberg.de, 069 75420; Tipp: Gegen geringe Nutzungsgebühr ist täglich von 11 bis 16 Uhr die Virtual-Reality-Installation „Leben im Jurameer“ erlebbar.


Museen: Naturkunde in Karlsruhe, Darmstadt, Thallichtenberg

Staatlichesmuseum für Naturkunde Karlsruhe

Kopffüßler mit Rückstoßantrieb: Tintenfisch (Sepia) im Vivarium des Karlsruher Naturkundemuseums. Foto: Thorsten Treiber
Kopffüßler mit Rückstoßantrieb: Tintenfisch (Sepia) im Vivarium des Karlsruher Naturkundemuseums. Foto: Thorsten Treiber

Neben dem Pfalzmuseum in Bad Dürkheim, dem Senckenbergmuseum in Frankfurt und dem Naturhistorischen Museum Mainz (derzeit wegen Umbaus geschlossen, Wiedereröffnung im Sommer) gehört das Karlsruher Naturkundemuseum zu den wichtigsten Spezialmuseen auf diesem Sektor. Es zeigt, unter anderem, aufwendig gestaltete Dioramen zu verschiedenen Lebensräumen, Fossilienfunde aus Südbaden und das weltweit größte Modell eines Flugsauriers. Die besondere Attraktion des Hauses aber ist das Vivarium. Es gleicht einem Zoo, ist aber lehrreicher aufgemacht: Aquarien mit exotischen Süß- und Meerwasserbewohnern, Terrarien mit Echsen, Schlangen und Amphibien veranschaulichen hier zum Beispiel Formen der Fortbewegung und der Wahrnehmung oder Phänomene wie Biolumineszenz. Im Mittelpunkt des Vivariums steht ein riesiges Meerwasserbecken. Es beherbergt das größte lebende Korallenriff Deutschlands mit in der Strömung wogenden Kolonien aus Nesseltieren, mit bunten Kaiser- und Doktorfischen sowie zwei Schwarzspitzenriffhaien. Bis 28. April zeigt das Museum außerdem eine Sonderausstellung über die Eiszeit am Oberrhein und deren spezifische Fauna und Flora. – Karlsruhe, Erbprinzenstraße 13, geöffnet: Di-Fr 9.30-17 Uhr, Sa, So 10- 18 Uhr; Info: Telefon 0721 1752111, www.smnk.de. kai

Hessisches Landesmuseum Darmstadt

Die Sammlungen des Hauses sind vielfältig. Man besitzt bedeutende Kunstwerke von Rubens bis Beuys, zeigt antike Vasen, mittelalterliche Altäre und formschöne Objekte des Jugendstils. Hervorgegangen aber ist das Hessische Landesmuseum aus dem landgräflichen Naturalienkabinett des späten 18. Jahrhunderts. Entsprechend nimmt Naturgeschichtliches noch immer breiten Raum in den Präsentationen des Hauses ein. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Paläontologie, die Wissenschaft über Lebewesen der Urzeit. Zu sehen sind zum Beispiel Skelette von Riesenhirsch, Wollhaarmammut und Waldelefant sowie Fossilien aus dem Ölschiefer der unweit gelegenen Grube Messel. Umfangreich ist außerdem die zoologische Abteilung. Sie gibt Einblick in Artenvielfalt und Evolution, widmet sich aber auch Tieren wie dem Quagga oder dem Solitair, die im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts ausstarben. – Darmstadt, Friedensplatz 1, geöffnet: Di, Do, Fr 10-18 Uhr, Mi 10-20 Uhr, Sa, So 11-17 Uhr; Info: Tel. 06151 1657000, www.hlmd.de. kai

Urweltmuseumgeoskop auf Burg Lichtenberg

Versteinerter Ur-Pfälzer: Der „weiße Hai“ im Urweltmuseum Geoskop war ein Süßwasserbewohner. | Foto: Urweltmuseum/frei
Versteinerter Ur-Pfälzer: Der „weiße Hai“ im Urweltmuseum Geoskop war ein Süßwasserbewohner. | Foto: Urweltmuseum/frei

Seit 1998 gibt es auf Burg Lichtenberg bei Kusel eine Zweigstelle des Pollichia-Museums, die sich der Geologie und Paläontologie widmet. In der reichen Gesteinssammlung finden sich Blöcke, in denen frühere Erd- und besonders Meeresbewohner während der Gesteinsbildung eingeschlossen wurden, so dass ihre versteinerten Abdrücke herauspräpariert werden können. Das Geoskop zeigt versteinerte Tiere und Pflanzen aus der Zeit vor den Dinosauriern: Amphibien, Reptilien, Fische und Bäume aus den tropischen Farn- und Schachtelhalmwäldern des Perms. Auf Grafiken wird die Landschaft der Ur-Pfalz lebendig: Schmelzschuppenfische, Süßwasser-Stachelhaie und große Dachschädellurche lebten vor rund 300 Millionen Jahren in einer Landschaft, die von Flüssen und Seen durchzogen war. Sonderausstellungen ergänzen das Programm. Ein paar Schritte weiter, in der Zehntscheune, ist eine zweite Pollichia- Museum-Zweigstelle beheimatet, deren Zentrum das riesige freigelegte Wurzelwerk einer 130 Jahre alten Fichte ist. Die Zweigstelle soll naturräumliche Zusammenhänge im Umkreis der Burg veranschaulichen, indem sie alle Sinne anspricht. – Thallichtenberg, Burg Lichtenberg, April bis Okt.: täglich 10-17 Uhr, Nov. bis März: täglich 10-12 und 14-17 Uhr (außer 24. und 31.12.). Tel. 06381 993450, www.urweltmuseum-geoskop.de. | hap

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