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Mittwoch, 15.05.2019 Drucken

Ausbildung & Beruf - Landau

Allrounder mit Liebe zum Online-Handel gesucht

Neue Ausbildung zum Kaufmann E-Commerce bietet ausgezeichnete Zukunftschancen

Allrounder mit Liebe zum Online-Handel gesucht

Die Digitalisierung verändert die Berufswelt: Seit August 2018 gibt es daher mit dem Kaufmann im E-Commerce bundesweit eine neue Ausbildung. FOTO: JENS BÜTTNER/DPA

Einkaufen per Mausklick ist für viele längst Alltag. Der Online-Handel boomt. Aber was bisher fehlte, waren ausgebildete Profis, die wissen, wie Waren online am besten verkauft werden. Seit kurzem kann man sich nun zu so einem Profi mit dem Namen Kaufmann E-Commerce ausbilden lassen.

Der Beruf des Kaufmanns im E-Commerce passt gut zu Menschen, die gerne vielseitig arbeiten, kommunikativ sind und Online-Affinität besitzen. Calogero Cutaia ist einer von ihnen. Er lernt den Beruf gerade bei der SAITOW AG in Kaiserslautern. Das international agierende IT-Unternehmen entwickelt, betreibt und vertreibt E-Commerce-Systeme sowie Software- und Web-Applikationen. Calogero Cutaia hat sich für die Ausbildung zum Kaufmann im E-Commerce entschieden, weil sie neu sei, Zukunft habe und das zukünftige Arbeitsfeld sehr vielseitig sei.

Der Online-Handel umfasst unzählige Branchen und bietet den neuen Kaufmännern und Kauffrauen im E-Commerce vielseitige Aufgaben an: etwa im Marketing, Vertrieb, der Logistik, der Website-Pflege oder in der Buchhaltung. Sie werden zu Allroundern ausgebildet, können jedoch, je nach Begabung und den Anforderungen ihres Unternehmens, nach der Ausbildung Schwerpunkte setzen.

Wahl zwischen Allrounder und Spezialist

Bei der SAITOW AG können sich Kaufleute im E-Commerce, so Personalreferentin Laura Odle, auf unterschiedliche Bereiche wie Marketing oder Sales spezialisieren. „Hauptaufgabe dort ist es, unseren Kunden die bestmöglichen E-Commerce Lösungen zu bieten sowie Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen, die der Weiterentwicklung der Kundenbeziehungen und der Gewinnung von neuen Kunden dienen.“

Bei der Kaspar Wohndesign Outlet GmbH aus Lustadt, einem Online-Händler für Markenmöbel, sind Kaufleute im E-Commerce Allrounder, die mit IT-Experten, Webdesignern, Marketing-Agenturen und den Kollegen aus der Logistik zusammenarbeiten und alle Prozesse im Blick haben. Eigentümer Mario Kasper: „Ihre Aufgabe ist es dafür zu sorgen, dass die Produkte unserer Kunden im Netz gut präsentiert sind, leicht gefunden werden, und Verkauf und Versand reibungslos verlaufen.“

Je nach Aufgabenfeld sind unterschiedliche Talente gefragt. Laura Odle von der SAITOW AG: „Um neue Kunden zu gewinnen, sollte man Überzeugungskraft und starke Kommunikationsfähigkeiten besitzen. Im Support sollten Kaufleute im E-Commerce zudem lösungsorientiert handeln.“

Zu diesen Fähigkeiten sagt auch Mario Kasper nicht nein. Ihm ist zu dem wichtig, dass seine Kaufleute im E-Commerce vielseitig sind, gut mit Kollegen und Partnern kooperieren und sorgfältig arbeiten. Dies sei vor allem bei der Redaktion von Produktbeschreibungen und Preisangaben wichtig, auch eine Aufgabe von Kaufleuten im E-Commerce.

Gut in der Schule und ein Händchen für Technik

Beide Personalverantwortliche setzen voraus, dass potenzielle Kaufleute im E-Commerce ein technisches Verständnis für IT sowie Interesse für den Online-Handel mitbringen. Kaufmann im E-Commerce ist ein komplexer Beruf, der Verkauf und IT verbindet. Dementsprechend hoch sind die fachlichen Anforderungen: Ein guter Realschulabschluss ist bei beiden Unternehmen Minimum und gute Noten in Deutsch und Mathematik sind gerne gesehen. spx

AUF EINEN BLICK

Die Ausbildung im Allgemeinen

Verdienst (nach Ausbildungsjahr gestaffelt):
1. Jahr 645-805 Euro,
2. Jahr 710-905 Euro,
3. Jahr 830-1045 Euro

Empfohlener Schulabschluss: noch keine Vorgaben

Ausbildungsdauer: drei Jahre

Info: www.berufenet.arbeitsagentur.de

Händeringend gesucht

Physiotherapeuten sorgen für mehr Beweglichkeit – Schulgeldfreiheit in Planung

Punktgenau: Physiotherapeuten müssen erkennen können wo es im Bewegungsablauf hakt. FOTO: ANZI
Punktgenau: Physiotherapeuten müssen erkennen können wo es im Bewegungsablauf hakt. FOTO: ANZI

Ständig fremde Füße, Knie oder Hüften anfassen–keine Frage: Wer zu anderen gerne Abstand hält, ist im Beruf des Physiotherapeuten verkehrt. Doch wer gerne mit Menschen kommuniziert und das Gegenteil eines Bürojobs sucht, kann seinen Traumjob finden.

Über die vielfältigen Möglichkeiten des Berufes eines Physiotherapeuten kann man sich in der Diakonissen Physiotherapieschule Neustadt umfassend informieren. „Wir bieten sowohl Schnuppertage als auch Praktika für die Berufsorientierung an“, so Schulleiter Markus Bien. Die Physiotherapieschule in Neustadt an der Weinstraße verfügt über 30 Jahre Erfahrung als staatlich anerkannte Schule. Seit 2017 ist die Ausbildung in Trägerschaft der Diakonissen Speyer und somit schulgeldfrei. Um die Fachkräftelücke nicht größer werden zu lassen, setzt die Landesregierung auf eine Ausbildung ohne Schulgeld. Bis zum Schuljahr 2020/2021 soll keine private Physiotherapieschule im Land mehr Geld verlangen. Ausbildungsbeginn in Neustadt ist jeweils im Oktober, Bewerbergespräche finden zuvor statt.

Integriert oder begleitend

Die dreijährige Ausbildung umfasst Unterricht in Theorie und Praxis, sodass die Schüler Fachwissen und praktische Fertigkeiten erwerben. Der praktische Teil wird unter anderem im Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus Speyer, aber auch bei anderen Kooperationspartnern absolviert. Ausbildungsvoraussetzung ist die Mittlere Reife oder ein gleichwertiger Abschluss. Abiturienten oder Absolventen von Pflegeberufen haben die Möglichkeit eines Bachelorstudiums, sowohl ausbildungsintegriert als auch -begleitend. „Der ausbildungsintegrierte Studiengang findet in Kooperation mit der Hochschule für Gesundheitsorientierte Wissenschaften Rhein-Neckar, der ausbildungsbegleitende Studiengang in Kooperation mit der Thim van der Laan Hochschule in den Niederlanden statt“, so der Schulleiter.

Freundliche Lernatmosphäre

Der intensive persönliche Kontakt zu Menschen prägt die Arbeit von Physiotherapeuten. Entgegen kommen den Schülern deshalb der Unterricht in Kleingruppen, die kurzen Wege und die gute Kommunikation zwischen Schülern und Dozenten. Bien beschreibt die freundliche Lernatmosphäre. „Das historische Gebäude mit seinen hellen und gut ausgestatteten Räumen liegt verkehrsgünstig in der Nähe zum Stadtzentrum und zum Bahnhof.“

Digitale Lernplattform

„Dank unserer digitalen Lernplattform, auf der alle Unterrichtsskripte bereitgestellt werden, bleibt den Schülern das Bücherschleppen erspart. Und sie sind stets auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand“, betont der Schulleiter. Die Schüler schätzen ihr Café mit Kicker, die gemütlichen Aufenthaltsnischen und den Garten nicht nur zum Entspannen. „Wir arbeiten hier auch gern in Kleingruppen, bauen die räumlichen Gegebenheiten in unsere Aufgabenstellung ein“, so eine Schülergruppe. Während auf den Liegen in den Unterrichtsräumen, die mal als Tisch, mal als Behandlungsunterlage fungieren, Krafttraining bei MS-Patienten demonstriert wird, übt eine Gruppe um Schülerin Juliane Baumgärtner und Studentin Lisa Nitges, wie ein Schlaganfall-Patient sicher über die Treppe in den Garten gelangt. „Anleitungen und Ergebnisse finden sich stets schnell auf der Lernplattform wieder“, stimmt Nitges zu.

Auch im Ausland gefragt

Die Neustadter Schule ist auch im benachbarten Ausland gefragt. Matheo Nourry aus Frankreich wurde von seinem ebenfalls in der Branche tätigen Bruder inspiriert, sich hier für die Ausbildung zu bewerben: „In Frankreich ist die Ausbildung nicht so berufsorientiert, alle mit Interesse an medizinischen Berufen studieren ein Jahr lang zusammen, danach gibt es aber nur wenige Physiotherapieplätze. Man weiß also nicht, ob man am Ende tatsächlich eine Chance bekommt.“

Aktuell absolvieren 71 Schüler ihre Ausbildung an der Diakonissen Physiotherapieschule. Rund 15 bis 20 Prozent haben sich für eine der beiden Studienmöglichkeiten entschieden. Wer selbst gerne unterrichten möchte, dem steht mit dem Bachelorabschluss eine Lehrtätigkeit offen. Mit einem Masterabschluss ist eine akademische Laufbahn möglich. anzi

AUF EINEN BLICK

Die Ausbildung im Allgemeinen

Verdienst: unvergütete schulische Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss: Mittlere Reife, bei einem Studium Fachhochschulreife

Ausbildungsdauer: drei Jahre (Schule), 4,5 Jahre (Studium)

Arbeitszeit: nach der Ausbildung Schicht

Info: www.diakonissen.de, www.ausbildung.de

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