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Pflege Kompass

Hygiene, Hygiene, Hygiene

Corona-Virus sorgt für deutlichmehr Aufwand in der Tagespflege – Einrichtungen gut ausgelastet

Wichtig in Corona-Zeiten: Elke Wagner-Lörsch von der ASB-Tagespflege Pfeifertälchen zeigt einen Teil des Außenbereichs, in dem die Gäste spazieren, gärtnern oder mit Abstand singen. FOTO: LMO

21.07.2020

Tagespflegestätten entlasten Angehörige und bringen Abwechslung in den Alltag ihrer Gäste. Mit Beginn der Corona-Krise stand in einigen der Alltag still, andere hatten durchgehend geöffnet. Mittlerweile empfängt der Großteil wieder Gäste, doch die Schutzmaßnahmen sind aufwendig.

Von der zweiten Märzhälfte bis Ende Juni war die Tagespflege Pfeifertälchen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in Kaiserslautern geschlossen. Für Leiterin Elke Wagner-Lörsch und ihr Team bedeutete das, dass sie die oft regelmäßig kommenden Tagesgäste und ihre Angehörigen über die Schließung informieren musste.

„Die Leute hatten sehr viel Verständnis“, berichtet sie über die Reaktionen – und das, obwohl viele Angehörige diese Auszeit von der Betreuung benötigen, um einmal durch zu schnaufen oder um zu arbeiten. Wagner-Lörsch weiß auch, dass die Schließung insbesondere Berufstätige vor eine Herausforderung stellte. Aufgefangen werden konnte dies teils durch Personal der Tagespflege, das beim ambulanten Pflegedienst des ASB eingesprungen war. „Das war eine gute Sache“, hält sie im Nachhinein fest.

In der Tagesstätte haben sich die Abläufe geändert. Aufgrund der Abstandsregeln musste die Zahl der Plätze von 24 auf 15 reduziert und der Dienstplan angepasst werden. Jetzt läuft die Betreuung in zwei räumlich getrennten Gruppen ab. Alle Mitarbeiter und Tagesgäste tragen Schutzmasken. Für Demenzkranke sei dies schwer zu akzeptieren, berichtet Wagner-Lörsch. Überhaupt leide diese Gruppe unter fehlenden Berührungen und Umarmungen. „Dementiell Erkrankte können ihre Gefühle ja so nicht ausdrücken, aber ihre Stimmung ist gedrückt und ihre Körpersprache sagt: Das ist alles so komisch“, beschreibt die Einrichtungsleiterin ihre Beobachtungen.

Hygieneauflagen wurden schon in der Vor-Corona-Zeit beachtet. Nun nimmt insbesondere das Desinfizieren von Flächen und Händen und das Überwachen einen deutlich breiteren Raum ein, ob beim Betreten der Einrichtung oder beim Einsteigen in den Transporter des Fahrdienstes. Auch beim Abholen und Nachhause bringen der Tagesgäste müssen im Fahrzeug Abstände gewahrt und ein Gesichtsschutz getragen werden. Das hat dazu geführt, dass weniger Passagiere Platz nehmen dürfen.

Verschiedenes musste ausgesetzt werden. So betreten derzeit keine Therapeuten die Einrichtung und auch die ehrenamtliche Kreativgruppe kommt nicht ins Haus. Das Personal bastelt mit den Tagesgästen, anstelle von Karten- und Brettspielen werden Quizfragen gestellt – oder man bringt die Tagesgäste nach draußen, um mit ausreichend Abstand zu singen, vorausgesetzt, das Wetter ist gut. Dann halten sie ein laminierte Textblätter in ihren Händen, die im Anschluss desinfiziert werden. Bei den Mahlzeiten werden keine Schüsseln herumgereicht, das Essen wird auf Tellern serviert und verschiedene Lebensmittel portioniert angeboten.

„Wir haben weniger Gäste, aber mehr Aufwand“, resümiert Wagner-Lörsch die vergangenen Wochen. Als die Einrichtung wieder öffnete, musste die Belegung wegen der reduzierten Platzanzahl neu geplant werden. Dennoch sind alle Plätze belegt. „Wir haben zurzeit eine Anfragewelle, ob wegen Corona oder nicht“, hält sie fest.

Von einem anfänglichen Rückgang der Tagesgästezahl zu Beginn der Pandemie und jetzt von mehr Zulauf spricht auch Monika Wagner-Früauf aus der Geschäftsleitung der Kessler-Handorn-Gruppe, die die Tagesstätte Altes Vereinsheim in Kaiserslautern betreibt. Die Einrichtung war durchgehend unter Einhaltung eines Hygienekonzepts geöffnet. „Wir hätten die Gäste auf zwei Tagesräume verteilen können“, erzählt sie, „aber wegen der rückläufigen Zahl haben wir nur einen genutzt.“

Aktivierungsangebote wie Basteln, Spiele oder Erinnerungsarbeit wurden durchgängig unterbreitet, um weiterhin einen strukturierten und motivierenden Tagesablauf zu gewährleisten. Auch der Fahrdienst war regelmäßig unterwegs. Ausgesetzt wurde vorerst nur das musikalische Angebot von Ehrenamtlichen.

Fast komplett ausgelastet ist auch die Grüne Oase in Enkenbach- Alsenborn, eine Tagesstätte in Trägerschaft der Ökumenischen Seniorenhilfe Westpfalz. „An einzelnen Tagen sind noch ein, zwei Plätze frei“, berichtet Thorsten Vollmar, stellvertretender Leiter.

Auch diese Tagesstätte hatte durchgehend geöffnet. Zunächst sei eine Art „Notbetreuung“ für berufstätige Angehörige in Kooperation mit einer zweiten Einrichtung aufrechterhalten worden, so Vollmar. Das hat sich nun wieder normalisiert, allerdings unter Einhaltung der hygienischen Auflagen. Abstand, Desinfizieren, Schutzmasken und das Messen der Körpertemperatur beim Betreten der Einrichtung gehören nun fest zum Tagesablauf. „Das ist deutlich mehr Aufwand“, hält Vollmar fest. Zugleich weiß er, wie wichtig diese Entlastung für Angehörige ist. „Sie sind superfroh, dass diese Möglichkeit besteht.“ lmo

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