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Pflegekompass

Arm und pflegebedürftig

Pflegestützpunkte zeigen Seniorenmit kleinem Geldbeutel Wege auf

Berät, informiert und hilft weiter, wenn der Geldbeutel klein ist: Yvonne Krakow gehört zum Beraterteam des Pflegestützpunktes Kaiserslautern Süd-West. FOTO: MONIKA KLEIN

17.08.2021

Die Rente ist mager und der Alltag fällt zunehmend schwer. „Welche Leistungen kann ich in Anspruch nehmen?“ und „Kann ich mir das überhaupt leisten?“ mag sich mancher Senior fragen. Die sieben Pflegestützpunkte in Stadt und Landkreis Kaiserslautern geben Orientierung.

„Auch die finanzielle Situation spielt eine Rolle in unserer Beratung“, sagt Yvonne Krakow. Die Beraterin vom Pflegestützpunkt Kaiserslautern Süd-West will gerade Menschen mit schmalem Geldbeutel ermuntern, sich an einen der Pflegestützpunkte zu wenden. Hier erhalten sie Information und Hilfestellung, beispielsweise wenn es um das Beantragen von Pflegeleistungen geht.

„Die Höhe der Leistung ist abhängig vom Pflegegrad“, erzählt sie. Gelder können für die Unterstützung durch Privatpersonen wie Angehörige und Nachbarn oder für Leistungen eines ambulanten Pflegedienstes genutzt werden. „Wird schon Grundsicherung bezogen, wirkt sich das nicht auf die Leistungen der Pflegekasse aus“, betont sie. „Wenn sie nicht ausreichen, dann schauen wir, ob die Rente hoch genug ist, um gegebenenfalls privat Leistungen einzukaufen“, erläutert Krakow das Vorgehen. „Ist das nicht der Fall, kann beim Sozialamt ein Antrag auf Hilfe zur Pflege gestellt werden.“

Dies geht mit einer Prüfung der finanziellen Verhältnisse einher, die durch Nachweise wie Kontoauszüge belegt werden müssen. Dass gegebenenfalls auch Angehörige benannt werden müssen, sei oft eine Hürde, so die Beraterin. Sie kann beruhigen: „Kinder müssen seit dem Jahr 2020 nur noch dann Unterhalt zahlen, wenn das Jahreseinkommen über 100.000 Euro liegt.“

Steht ein Umzug in eine Senioreneinrichtung an, gilt auch hier, dass die Pflegekasse zahlt, allerdings wird auch ein Eigenanteil fällig. Die Höhe ist unabhängig vom Pflegegrad, der zunächst beantragt werden muss, weist Krakow hin. „Es gibt aber die Prämisse: ambulant vor stationär.“ Für die Aufnahme in ein Heim ist es nach ihrer Erfahrung nicht entscheidend, ob jemand Grundsicherung bezieht. Allerdings gebe es meist lange Wartelisten und es bestehe oft der Wunsch, in der Umgebung zu bleiben. Bei stationärer Pflege werde außerdem geprüft, ob sich der Ehegatte an den Kosten beteiligen muss. lmo

INFO

Pflegestützpunkt Kaiserslautern Süd-West
Leipziger Straße 152
67663 Kaiserslautern
Telefon 0631 3507227
www.pflegelotse.de

Mit Infostand und Fotoausstellung

Das Netzwerk Demenz Kaiserslautern Stadt und Landkreis führt wieder „Aktionstage Demenz“ mit mehreren Veranstaltungen durch.

Am Freitag, 27. August, ist zwischen 10 und 13 Uhr ein Informationsstand vor der Landstuhler Stadthalle aufgebaut, an dem der „Ratgeber Demenz“ erhältlich ist. Am Folgetag befindet sich der Stand zwischen 10 und 13 Uhr an der Kaiserslauterer Stiftskirche.

Am Donnerstag, 2. September, gibt es von 15 bis 17.30 Uhr im Innenhof des Theodor-Zink- Museums unter dem Titel „... mit allen Sinnen ...“ Musik, eine Kräuter- und Ölverkostung und ein „Klangschalen-Erlebnis“.

Das Kaiserslauterer Union-Kino zeigt am Sonntag, 12. September, den Film „The Father“. Danach hält Alexander Jatzko, Facharzt für Psychotherapie, einen Kurzvortrag. Es folgt eine Präsentation der Fotoausstellung „Lauter(er) Denkanstöße“ von Thomas Brenner, die am Donnerstag, 16. September, im Pfalzklinikum, Albert-Schweitzer-Straße 64, gezeigt wird. Zuvor halten Oberärztin Silvia Feiden und Stationsleiterin Nadine Khoshdel ab 14 Uhr den Vortrag „Das neue Behandlungskonzept der gerontopsychiatrischen Schwerpunktstation“. Eine Anmeldung per E-Mail an d.rusterhebel@pfalzklinikum ist erforderlich. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. lmo


Hygiene ist entscheidend

So schützen sich Pflegebedürftige und Pflegende vor Infektionen

Konsequente Hygiene ist eine wirksame Maßnahme, um pflegebedürftige Menschen vor Infektionen zu schützen sowie die Ansteckung von Pflegenden zu vermeiden. Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) fasst die wichtigsten Fakten zusammen.

Hygiene ist entscheidend, um die Verbreitung von Krankheitserregern zu vermeiden und Infektionsrisiken zu senken. Erreger wie Viren, Bakterien oder Pilze werden über verschiedene Wege übertragen: etwa beim Husten und Niesen, über Hände, Gegenstände, Körpersekrete und Lebensmittel. Ältere pflegebedürftige Menschen können solche Erreger nicht so gut abwehren wie junge, gesunde Menschen. Daher sind sie anfällig für Infektionen, etwa der Atemwege, der Harnwege oder von Wunden. Gleichzeitig besteht bei Pflegenden das Risiko, sich selbst anzustecken sowie auch die Gefahr, Krankheitserreger an andere weiterzugeben.

Höheres Risiko im Alter

Im Alter ist das Immunsystem schwächer und erholt sich langsamer als in jüngeren Jahren. Ältere pflegebedürftige Menschen können Erreger nicht mehr so gut abwehren. Zudem bestehen bei älteren pflegebedürftigen Menschen oftmals chronische Leiden wie Diabetes mellitus und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sie haben deshalb ein höheres Risiko, an Infektionen zu erkranken, als jüngere Menschen. Zudem können bestimmte Medikamente die Abwehrkräfte des Körpers schwächen, zum Beispiel sogenannte Immunsuppressiva wie Kortison. Gleiches gilt für Schlafmangel, Mangelernährung und Flüssigkeitsmangel.

Studien zeigen, dass sich ältere Menschen häufiger mit bestimmten Infektionskrankheiten anstecken als jüngere. Dazu gehören Harnwegsinfekte, Lungenentzündungen, Gürtelrosen, bakterielle Gehirnhautentzündungen oder Hautinfektionen. Das Risiko, an einemsolchen Infekt zu sterben, ist im Alter um ein Dreifaches erhöht.

Multiresistente Keime

Das Risiko einer Ansteckung wird auch durch die Wohnsituation beziehungsweise die Kontaktpersonen in der Wohnumgebung beeinflusst. Gerade bei der professionellen Pflege kann es aufgrund der Kontakthäufigkeit, -nähe und -dauer leicht zur Übertragung von Krankheitserregern kommen. In Pflegeheimen können sich Bewohner untereinander anstecken.

Bei älteren pflegebedürftigen Menschen ist zu beachten, dass Infektionen mitunter untypische Symptome zeigen. Wenn sie dadurch spät erkannt werden, kann das die Behandlung verzögern und negative Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf haben.

Ein geschwächtes Immunsystem, bestimmte Erkrankungen oder das Vorliegenmehrerer Erkrankungen gleichzeitig (auch Multimorbidität genannt) sind Risikofaktoren für eine Infektion mit einem multiresistenten Erreger. Multiresistent bedeutet, dass der Erreger unempfindlich gegen viele gängige Medikamente (sogenannte Antibiotika) ist. In dem Fall kann zum Teil auf Reserve-Antibiotika zurückgegriffen werden. Je häufiger solche jedoch eingesetzt werden, umso größer ist die Gefahr, dass Erreger auch gegen diese Mittel resistent werden. Für gesunde Menschen sind multiresistente Erreger in der Regel ungefährlich. Sie können diese Keime aber weitergeben.

Bei professionell Pflegenden, die mehrere Personen versorgen, besteht neben der Möglichkeit der eigenen Ansteckung zudem das Risiko, Erreger von einer Person zur anderen zu übertragen. Das kann die Gesundheit für die zu pflegenden Personen erheblich gefährden.

Aber auch die eigene Ansteckung mit Krankheitserregern ist bei professionell Pflegenden nicht selten. Laut der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) liegen berufsbedingte Infektionskrankheiten unter allen Berufskrankheiten, zum Beispiel der Haut oder des Rückens, an dritter Stelle. Das zeigt, dass Hygiene- und weitere Arbeitsschutzmaßnahmen für Pflegende unabdingbar sind. msw

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