Vertiefungen verleihen dem Glas eine besondere Griffigkeit, weil die Fingerkuppen dort Halt finden. Von diesen Vertiefungen leitet sich auch der Name ab: Dubbe, was aus dem Pfälzischen übersetzt „Tupfen“ bedeutet. Meist besteht das Gefäß aus Pressglas und die Dubbe stammen von der Gussform. Bei der edlen Variante werden sie ins Glas eingeschliffen.
Bis 1938 ist das geschliffene Dubbeglas mit vier Dubbereihen bekannt. In den Jahren nach 1950 kamen aus ausländischer Produktion gepresste Dubbegläser in die Pfalz. Ende der 60er Jahre allerdings war das Dubbeglas nahezu „ausgestorben“. Nach rund 20-jähriger Dubbeglasabstinenz gab es erstmals im Jahr 1982 auf dem Wurstmarkt wieder Dubbegläser.
Max Adrian aus Bad Dürkheim, der Verkaufsleiter bei der Firma Böhringer war, hatte die Idee, die Produktion wieder aufzunehmen. Er verwendete als Vorlage ein altes Dubbeglas aus dem Bestand der Stadtverwaltung. Die Stadtverwaltung hatte einige Jahre zuvor die Restbestände bei den Hallenwirten aufgekauft, um wenigstens bei der Eröffnung des Wurstmarktes ein Dubbeglas vorweisen zu können.
Wie viele Dubben hat ein Dubbeglas?
Das alte Dubbeglas hatte fünf Reihen mit jeweils acht Dubben. Bei der neuen Form fehlen in der Mitte drei ganze und zwei halbe Dubben zur Nutzung als Werbefläche. Die Dubben sind folgendermaßen geordnet: Obere Reihe acht Dubben, zweite Reihe fünf Dubben und zwei halbe, dritte Reihe sechs Dubben, vierte Reihe acht Dubben und untere Reihe acht Dubben, also vier Dubben weniger als das Original-Dubbeglas.
Dubbe für fettige Metzgerfinger
Historisch ungeprüft bleibt die Erfindung des Glases. Überlieferungen nach soll es von einem „Adventsmetzger“ aus Bad Dürkheim erfunden worden sein, der es leid hatte, dass bei den beliebten Schlachtfesten, wo auch eine Schorle dazugehörte, das Glas aus der fettigen Hand rutschte. Die „Dubbe“ machten den Trinkkelch griffiger.
Tatsächlich kannten wohl schon die Römer das Dubbeglas, wie bei Ausgrabungen aus dem 4. Jahrhundert in Gönnheim gefundene Trinkgefäße beweisen.
Damals waren die Dubben nicht eingeschliffen, sondern außen aufgesetzt. Nach altem Brauch geht das Dubbeglas in einer Weinrunde von Hand zu Hand, wobei man nacheinander daraus trinkt. |mps