Im Weinbrenner-Jahr 2026, dem 200. Todesjahr des Karlsruher Stadtbaumeisters und Architekten des Klassizismus Friedrich Weinbrenner, stehen die Themen Architektur und Stadtraum im Mittelpunkt der „SCHLOSSLICHTSPIELE Karlsruhe“: Unter dem Motto „Lightyard Stories: Visionen urbaner Lebensräume“ werden dem „ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe“ zufolge die herausragende Architektur der „UNESCO City of Media Art“ Karlsruhe sowie das Leben und die Kultur, die sie hervorbringt, gefeiert. Bei den „SCHLOSSLICHTSPIELEN Karlsruhe 2026“ sind die Beiträge von 13. August bis 13. September 2026 allabendlich vor der Schlossfassade zu erleben.
Stadt als Entstehungsprozess
Die künstlerischen Beiträge inszenieren die Stadt nicht als fertigen Ort, sondern als Entstehungsprozess und machen sichtbar, wie Menschen ihre Umgebung formen und sich von ihr formen lassen. Seit 2015 haben die „SCHLOSSLICHTSPIELE“ fast drei Millionen Menschen vor dem Karlsruher Schloss begeistert und werden 2026 wieder als künstlerisches Sommer-Highlight über die Stadt- und Landesgrenzen Baden-Württembergs hinaus strahlen.
„Architektur ist nicht nur die Konstruktion von Gebäuden, sondern auch die Räume dazwischen: die Straßen, Gassen, Plätze, Parks und Lichthöfe“, sagt Alistair Hudson, wissenschaftlich-künstlerischer Vorstand des „ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe“ und Mitglied des Kuratoriums der „SCHLOSSLICHTSPIELE“. „Das sind die Räume, in denen wir uns versammeln und unseren Mitbürger:innen begegnen, wo wir mit Bekannten und Unbekannten in Kontakt kommen und wo sich verschiedene Kulturen und Lebensweisen vermischen. Das ist die Essenz einer blühenden Stadt. In diesem Sinne versammeln wir uns vor dem Schloss und den Visionen dieser Künstler:innen, um die Freude am urbanen Leben zu feiern“, so Hudson weiter.
Künstler aus der ganzen Welt
Eröffnet werden die „SCHLOSSLICHTSPIELE“ mit den Arbeiten der Gewinnerinnen und Gewinner des sechsten „BBBank Awards“ im Projection Mapping. Aus 118 Konzepten, die von Künstler:innen aus der ganzen Welt eingereicht wurden, entschied sich die Jury für drei Werke aus der Tschechischen Republik, Singapur und Indien, die mithilfe der Preisgelder bis zum Sommer realisiert werden. Gewonnen haben Henry Hu (Singapur) mit „MIR∆GE“, Studio Moebius X Three Oscillators (Indien) mit „RE:STRUCT“ und Metanoia Creatives (Tschechische Republik) mit „Metabolism“.
Der in Singapur arbeitende chinesische Künstler und Designer Henry Hu nahm 2025 an der ZKM Summer School teil und sammelte hier erste Erfahrungen mit den „SCHLOSSLICHTSPIELEN Karlsruhe“. Sein Konzept „MIR∆GE“ verwandelt das Karlsruher Schloss in eine lebende Illusion: Architektur schmilzt und gestaltet sich neu, wobei sie bislang ungesehene Schichten aus Erinnerung, Bewegung und neuen Möglichkeiten freigibt.
Die aus Indien kommenden Preisträger Studio Moebius X Three Oscillators verstehen das Schloss als Verkörperung von Geschichte, Beständigkeit und Erinnerung: Der Künstler, Animator und Visual Designer Nikunj Patel und der Künstler und Musikproduzent Brij Dalvi aus Mumbai befassen sich in ihrem Werk „RE:STRUCT“ mit dem permanenten Fluss und Wandel, in dem sich Städte befinden.
Shows eigens für Karlsruhe
Das Kollektiv Metanoia Creatives – Jakub Nosek und Julie Tampierová aus der Tschechischen Republik, die interdisziplinär arbeiten – hat eine Vielzahl gemeinsamer Projekte für internationale Lichtkunstfestivals produziert.
Ihr Konzept für die „SCHLOSSLICHTSPIELE 2026“ trägt den Titel „Metabolism“ und will Licht, Struktur und Bewegung im Zusammenhang mit urbanen Gesellschaften untersuchen.
Die drei prämierten Konzepte erhalten je 15.000 Euro Preisgeld, um ihre Ideen in Shows für die „SCHLOSSLICHTSPIELE“ umzusetzen. red