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30.09.2019 Drucken

Alles in meiner Stadt

Von den Iren das Gruseln, von den Amerikanern der Kürbis

Halloween-Bräuche haben eine lange Wanderungsgeschichte hinter sich – Schon viele Jahre auch hierzulande beliebt

Verkleidete Gestalten ziehen durch die Straßen, klopfen an Haustüren, sammeln kleinere und größere Gaben: Volkskundler nennen solche Bräuche „Heischebräuche“.Davon gibt es bei uns einige. Unter anderem die zu Halloween. Sie sind ein recht später Import aus Übersee. Ein gutes Vierteljahrhundert aber werden sie auch in Deutschland schon ausgeübt.
    

In Amerika zur Halloween-Laterne geworden: der ausgehöhlte Kürbis. FOTO:WIP
In Amerika zur Halloween-Laterne geworden: der ausgehöhlte Kürbis. FOTO:WIP

Laternenzüge zu St. Martin etwa, oder in Norddeutschland auch unabhängig von diesem Datum im Herbst gehören dazu. Dabei geht’s darum, Anteil am Erntesegen zu bekommen. Die Sternsinger sind ebenfalls Heischegänger, und auch in der Fasnacht sind in einigen Gegenden mehr oder weniger aggressive Gesellen unterwegs, um sich ein wenig durch die Gemeinde zu futtern – und zu trinken.

Der inzwischen wohl in Deutschland mit dem zumindest unter den Kindern größten Zulauf gesegnete Heischebrauch hat seinen Termin am Vorabend von Allerheiligen dem „All Hallows’ Eve“. Der Begriff soll die sprachliche Keimzelle der Bezeichnung Halloween sein. Spätestens seit Mitte der 1990er Jahre ist Halloween hier wie auch in vielen anderen Ländern auf der ganzen Welt auf dem Vormarsch, und es geht an dem Abend längst nicht mehr nur darum, in Verkleidung an den Haustüren das Ultimatum „Süßes oder Saures“ zu stellen. Sondern die Geschichte ist ganz allgemein ein „Party-Gag, eine Art Winter-Karneval“ geworden, wie der katholische Brauchtumsexperte Manfred Becker-Huberti es formuliert hat. Die Grusel-Elemente dieses „Winter-Karnevals“machen dabei den eigentlichen Zauber aus, den Halloween hierzulande für so viele kleine und große seiner Fans hat.


Kurpfalz

Dabei weist ja schon der Begriff darauf hin, dass Halloween ein Import ist. Letzte Station, bevor er zu uns kam, war Nordamerika, seinen Ursprung soll er aber in Irland haben, von wo ihn Auswanderer mit in die Neue Welt nahmen. In Irland soll Halloween da aber schon uralt gewesen sein und seine Kernelemente soll es schon Jahrtausende gegeben haben, bevor die christlich gewordenen Iren den Gedenktag Allerheiligen überhaupt begingen. Schon in keltischen Zeiten habe es das Heischen in gespenstischer Aufmachung gegeben. Das hatte allerdings etwas mit den Geistern von Toten zu tun, der er man gedachte, aber deren ungemütliche Wiederkehr man auch durch den symbolischen Kostümzauber und die guten Besänftigungsgaben zu verhindern suchte. Welche Vorstellungen und welches Götterpersonal genau da involviert war, darüber gibt es bei den heutigen Fachleuten unterschiedliche Ansichten.

Der Kürbis ist dann eine amerikanische Halloween-Zutat. Das Brauchtums-Kompendium, das das in Paderborn ansässige Bonifatius-Werk der deutschen Katholiken unter www.brauchtum.de im Internet bereitstellt, gibt die Ursprungs-Story dazu unter dem Stichwort „Halloween“ zum Besten: Der Hufschmied und Trinker Jack soll mit dem Teufel einen Pakt geschlossen haben, um der beste Hufschmied der Welt zu werden, wird da berichtet. Dabei habe er den Teufel überlistet und erreicht, dass dieser auf alle Ewigkeit auf seine Seele verzichte. Nach seinem Tod sei Jack allerdings wegen seiner Trinkerei an der Himmelspforte abgewiesen worden, und auch der Teufel durfte ihn nicht in die Hölle einlassen. „Er gab Jack eine glühende Kohle aus dem Höllenfeuer, damit dieser den Weg zurück fände. Jack nahm aus seinem Proviant eine Zwiebel (andere sprechen von einer Steckrübe), höhlte sie aus und packte die Kohle hinein“. Rastlos streife er nun als Untoter umher. Seine Laterne wird „Jack o’ Lantern“ genannt. „Den Amerikanern war die Zwiebel respektive die Steckrübe als Lampe aber zu mickrig, eben unamerikanisch, weshalb sie knallorange, ausgehöhlte und mit einer Fratze versehene Kürbisse vorzogen. Der Leuchtkürbis wurde zur Hausmarke des Spukfestes“, heißt es in dem Textweiter. wip


Grusel-Gaudi-Gelegenheiten gibt es auch in Frankenthal – Für Kleine und Große

Die Gruselnacht zu Halloween am Donnerstag, 31. Oktober, wirft auch in Frankenthal schon jetzt ihre Schatten voraus: Es wird schauerlich-gespenstisch gebastelt, gebacken, dekoriert und schließlich nach Frankenstein- und Dracula-Art monstermäßig gefeiert.

Die Stadtbücherei zum Beispiel lädt zur Vorbereitung auf Halloween am Freitag, 25.Oktober bei freiem Eintritt um 16. Uhr zum Halloweenbasteln ein und bietet schaurig-schöne Bastelideen für Kinder ab sechs Jahren (Anmeldung bis Freitag, 18. Oktober).

Am Samstag, 26.Oktober, von 10 bis 13 Uhr können kleine Leute ab sechs Jahren in der Juniorclub-Küche der Zuckerfabrik Muffins, Kekse und andere Leckereien gruslig zu Halloween dekorieren. Gebastelt für Halloween wird dort dann am Montag, 28. Oktober, von 16.30 bis 18 Uhr.

Im Kinder- und Jugendzentrum EppFlo beginnt die Halloween-Woche am Montag, 28. Oktober: Aus Milchkartons werden gruselige Geister gebastelt. Am Dienstag, 29. Oktober, geht es weiter mit dem Basteln von gruseliger Deko, am Mittwoch, 30. Oktober, von schönen Deko-Scheußlichkeiten für die Party. Die steigt in der Halloween-Nacht am Donnerstag, 31. Oktober, zu der alle möglichst in Verkleidung kommen sollen.

Die ultimative Halloween-Party für ausgewachsene Fans des gruseligen Treibens ist am 31. Oktober im „Gleis 4“ angesagt. „Kommt, ihr kopflosen Reiter, lichtscheuen Blutsauger, schaurigen Zombies und bösen Hexen“, heißt es in der Einladung. Bis zwei Uhr nachts sorgen dort DJs für die passenden „Monsterbeats“. (Eintritt 10 Euro, im Vorverkauf 9,90 Euro, Einlass 21 Uhr). wip
   

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