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Bobenheim-Roxheim

Ein Biberkeller für das Heimatmuseum

Museum zur Kirchweih geöffnet – Ansiedlung einer Biberfamilie ein Renaturierungserfolg der Gemeinde

Am Kerwe-Sonntag stehen in Bobenheim-Roxheim vor allem der traditionelle Festzug und das Heimatmuseum im Fokus. Während zum Umzug wieder mehrere Tausend Besucher aus der ganzen Region in der Altrheingemeinde erwartet werden, geht es im Heimatmuseum natürlich etwas beschaulicher zu.
      

Freut sich über die jüngsten Zuwanderer in der Altrhein-Auen-Landschaft: Ewald Marx mit Biber. ARCHIVFOTO: BOLTE
Freut sich über die jüngsten Zuwanderer in der Altrhein-Auen-Landschaft: Ewald Marx mit Biber. ARCHIVFOTO: BOLTE

Aber auch hier sind die Besucherzahlen in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Das Museum im Ortsteil Roxheim ist gerade zur Kirchweih eine beliebte Adresse. Gefeiert wird ab 10 Uhr im Vortragssaal und im Innenhof bei beliebten Hausmacher-Wurstspezialitäten.

Am Nachmittag öffnet um 13 Uhr das Museumscafé. Die Frauen des Vereins für Naturschutz- und Heimatpflege sorgen hier wieder für ein üppiges Kuchenbüffet. Erstmals wird es diesmal auch eine ganz besondere Backspezialität geben. Der ortsansässige Bäcker- und Konditormeister Arnd Buron hat eigens für die Kerwe einen „Schlammbrummer-Kuchen“ kreiert. Der Verein huldigt damit dem wohl eigentümlichsten Bewohner der Altrhein-Landschaft. Die Rezeptur dieser sehr speziellen Torte bleibe natürlich „Geheimsache“ , betont Ewald Marx.Nur soviel lässt der Vorsitzende des Vereins für Naturschutz- und Heimatpflege durchblicken: „Die Torte enthält viel Nougat“.

Wer sich am Sonntag im Heimatmuseum tummelt, der kann einiges über die jüngsten Zuwanderer der Altrhein-Auen-Landschaft erfahren. Bobenheim-Roxheimist nämlich sehr stolz auf seine „Biberfamilie“ - Die scheuen Nagetiere haben sich auf eigene Faust in der wasserreichsten Gemeinde des Landes Rheinland-Pfalz angesiedelt und fühlen sich hier sauwohl, pardon, natürlich „biberwohl“, schmunzelt Ewald Marx. Woher die Tiere kommen, wisse man nicht genau. Möglicherweise handelt es sich um die Nachkommen von Auswilderungsprojekten, die aus dem rechtsrheinischen Gebiet in die Vorderpfalz kamen.Wo sich die Biberburg befindet, soll allerdings nicht verraten werden, denn sie soll auf keinen Fall zum Touristenziel werden. Die seltenen Tiere benötigen einen geschützten Lebensraum. Zuweilen werden sie aber auch im Vorbeigehen gesichtet.    


Bobenheim-Roxheimer Kerwe

Die Wiederbesiedlung der Altrheinlandschaft mit dem größten europäischen Nagetier ist ein weiterer –wenn auch unvorhersehbarer – Renaturierungserfolg. Nachdem es vor Jahren gelungen ist, nach Jahrzehnten endlich wieder Weißstörche in Bobenheim-Roxheim heimisch zu machen – und seit Jahren auch das Auswilderungsprojekt „Europäische Sumpfschildkröte“ läuft – ist die Rückkehr des Bibers ein geradezu emotionales Erlebnis für die Mitglieder des Heimat- und Naturschutzvereins. „Der Biber ist vor allem für die Kinder unserer Gemeinde ein echt spannendes Thema“, freut sich Marx. Die enge Zusammenarbeit zwischen dem Verein und den örtlichen Schulen und Kindertagesstätten erfahre dadurch eine weitere Belebung.

Wenn die Kinder ins Heimatmuseum kommen, interessieren sie sich hier weniger für alte Vasen oder den historischen Bürgermeister-Schreibtisch, sondern bestaunen natürlich mit Vorliebe die mehr als 250 Tier- und Vogel-Exponate. Besonders beliebt ist dabei der Wildschwein-Keiler und neuerdings eben auch das Biber-Exponat. „Anhand der vorhandenen Exponate zeigen wir den Kindern dann auch die Unterschiede zwischen Bibern, Bisamratten und Nutrias auf, die es in der Bobenheim-Roxheimer Wasser-Landschaft in großen Populationen gibt“, ergänzt er. Am Biber-Exponat können die Mädchen und Jungen dann auch die Besonderheiten dieser seltenen Tiere bestaunen. Beispielsweise die vier markanten Schneidezähne und die sogenannte „Biber-Kelle“. So nennt man landläufig den charakteristischen Schwanz der Nager. Quasi eine Art Multifunktionsorgan, das den Tieren als Steuer, Ruder und Kommunikationsmittel dient. In den kalten Wintermonaten zehrt der Biber auch von den Fettspeichern, die in der „Biber-Kelle“ angelegt sind. Um die putzigen Biber ranken sich viele Mythen und Fragen, die man im Bobenheim-Roxheimer Heimatmuseum auch gerne aufnimmt und beantwortet.

Interessant auch: Im Gewölbekeller des Heimatmuseums entsteht derzeit in Eigenleistung ein „Biberkeller“. Unterstützt werden die Vereinsmitglieder dabei auch von Johannes Joa, Lehrer an der Roxheimer Rheinschule. wek

INFO
Heimatmuseum Bobenheim-Roxheim
Friedrich-Ebert-Straße 43
Öffnungszeiten: jeder erster Sonntag im Monat 14-17 Uhr
Telefon 06239-3007
    

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