Los geht es nicht weit vom Wurstmarktplatz. Wo bei Pfeffingen die B 271 in die B 37 mündet, steht etwas abseits eine Infotafel des aufschlussreichen Geo-Erlebnispfads. Unter anderem erläutert sie den Verlauf des mittelalterlichen Mühlgrabens: Sein Wasser wurde aus der Isenach abgeleitet und versorgte die Bannmühle der Grafschaft Pfeffingen.
Diese Getreidemühle gab es bereits seit dem achten Jahrhundert. Ihre Geschichte reicht damit am weitesten von allen umliegenden Mühlen zurück. Die Bezeichnung „Bannmühle“ bedeutet hier nicht „Verbot“ im heutigen Sinn, sondern stammt von einer alten Verfügung: Ihr Eigentümer durfte die Bauern verpflichten, ihr Getreide ausschließlich in seiner Mühle mahlen zu lassen.
Vom alten Mühlgraben ist heute nichts mehr zu erkennen. Seinen Verlauf nahe der früheren Straße zwischen Dürkheim und Ungstein deuten nur noch niedrige Mauerreste an. Gebaut wurde diese Straße um die Mitte des 18. Jahrhunderts, um eine weniger beschwerliche Alternative zur alten Verbindungsstrecke zu schaffen. Über den Wassergraben der Isenach führte einst eine kleine Steinbrücke. Heute sind von ihr nur noch Reste zu sehen. Der Brückenbogen ist im Erdreich verschwunden. Einige Mauerreste wurden von Efeu befreit, um die Bausubstanz nicht weiter zu gefährden. Doch jetzt wuchern hier Gehölze wie ein großer Holunderstrauch, sodass die steinerne Brüstung darunter zu verschwinden droht. Das Bauwerk wäre es wert, wenigstens teilweise wieder freigelegt zu werden, damit nicht nur die Inschrift „Alte Isenachbrücke bis 1739“ daran erinnert.
Um in die Weinberge zu kommen, nimmt man den Weg entlang der Straße nach Ungstein und biegt gleich nach links ab. Hier geht es auf unbefestigter Strecke auf den Michelsberg zu und vor der Anhöhe nach rechts. Am Wegrand reihen sich Gehölze aneinander und bald kommt man an einer schönen Trockenmauer entlang.

Auch im weiteren Verlauf des Spaziergangs zeigen sich bauliche Zeugnisse historischer Weinbaukultur, über Jahrhunderte hinweg aus Sandstein errichtet. An den Hängen von Michelsberg und Spielberg wächst der Wein auf reichhaltigen Böden, in denen auch Kalkstein und Löss vorkommen. Hier verhindern die Mauern, dass bei Regen wertvolles Erdreich abrutscht. Tagsüber nehmen die Steine Sonnenwärme auf und geben sie allmählich wieder ab – ein wichtiger Beitrag zum Mikroklima für die Reben.
Um Trockenmauern auch als Lebensraum für Reptilien, Insekten und andere Tiere zu erhalten, werden sie von übermäßigem Pflanzenwuchs freigehalten. Wo weniger eingegriffen wird, überspannt zunehmend die Waldrebe das Mauerwerk. Da Gehölze wiederum Brutstätten für die Vogelwelt sind, gilt es, einen guten Mittelweg zwischen Bewuchs und freien Blühflächen zu finden. An sonnigen Stellen verschönert beispielsweise die Wilde Malve im späten Sommer die Weinberge.
Während der Weg wieder leicht aufwärts führt, hat der Spaziergänger einen weiten Ausblick nach Osten mit Ungstein im Vordergrund. An der nächsten Weggabelung nimmt man die Strecke nach rechts und geht weiter in nördliche Richtung. Bald ist ein quer verlaufender Weg erreicht und eine Sonnenbank lädt zum Ausruhen ein.
Der Rückweg führt dann wenige Schritte ostwärts. Bei der folgenden Möglichkeit geht es nach rechts. Die Strecke nähert sich nun allmählich der Straße, sodass man parallel zu ihr wieder beim Ausgangspunkt angelangt. lad