Bei heiterem Wetter verspricht ein Spaziergang zum Zeppelinturm viele Lichtblicke: Die Wege führen meist durch hellen Birkenwald. Ziel ist der 342 Meter hohe Ebersberg nahe des Dürkheimer Ortsteils Seebach. Auf mehreren Wegen kommt der Spaziergänger zu dem Punkt, wo es vor knapp 120 Jahren ein besonderes Ereignis zu sehen gab. Ferdinand von Zeppelin, württembergischer Graf und Entwickler des starren Luftschiffes, überflog mit einem Zeppelin die Region. Das Spektakel wurde von vielen Schaulustigen beobachtet.

Seit jener Zeit heißt die Dürkheimer Aussichtsplattform Zeppelinturm, um an die damalige Zeppelinfahrt zu erinnern. Allerdings bezeichnet der Volksmund das Bauwerk wegen seiner Form zumeist als „Schneckennudel“. Startpunkt des etwa einstündigen Spaziergangs ist der Buswendeplatz in der Hammelstalstraße. Hier führt ein leicht ansteigender Weg in südwestliche Richtung, von dem man gleich wieder nach links abbiegt. Zunächst herrschen Kiefern vor, durchmischt mit Eichen, Birken, Edelkastanien und Robinien.
Dass Birken ausgeprägte Lichtbäume sind, zeigt sich an vielen Fußwegen des Ebersbergs. Im Mai haben sie ihr kleinblättriges Laub bereits ausgetrieben. Wo zwischen den Schatten ihrer beweglichen Blätter das Sonnenlicht durchscheint, leuchtet die weiße Rinde ihrer Stämme. Über die erste Wegkreuzung geht es geradeaus weiter, an der zweiten biegt man nach rechts ab. An einem Baum sind Verse angeheftet: Sie preisen die Vorzüge von „Doktor Wald“ gegenüber Pillen und Pulvern. Nach wenigen Metern ist eine lang ausgebaute Betontreppe erreicht. Mit kleinen Unterbrechungen geht es 50 Stufen hinauf. An warmen Tagen wird man dabei angenehm von den Baumkronen beschattet.
Bald ist der Aufstieg geschafft. Oben laden Bänke zu einer beschaulichen Pause ein, eine davon trägt ein kleines Schild mit dem Spruch: „Viele Steine, müde Beine, Aussicht keine - Heinrich Heine“. Einer Wanderlegende zufolge schrieb der Dichter vor rund 200 Jahren diese Worte ins Gipfelbuch des Brockens im Harz. Wie man bald feststellt, passen die Verse auch auf den Ebersberg.
Zunächst führt unterhalb des Zeppelinturms ein Treppchen hoch. In der steinigen Umgebung kann man an warmen Tagen flinke Mauereidechsen beobachten. Auch an den Mauern der „Schneckennudel“ laufen sie empor. Rundherum zieht sich spiralförmig der Aufgang zum Plateau. Von hier bestaunten die Besucher im Jahr 1908 das große, zigarrenförmige Luftschiff, das in der Ferne zu sehen war. In den folgenden Jahrzehnten verfiel der Turm, zusätzlich wurde er durch einen Waldbrand beschädigt. Der Pfälzerwald-Verein Seebach sanierte ihn 1974. Heute verhindern die hoch wachsenden Bäume allerdings den Ausblick.
Will man nicht die gleiche Strecke zurückgehen, bieten sich mehrere Wege an, beispielsweise der Fußweg in nördliche Richtung. Ihm folgt man bis zu einer Bank und geht dann nach rechts weiter. Nach wenigen Metern zweigt man links ab und trifft bald auf einen Weg, der ostwärts zurück zum Ausgangspunkt führt.
Jetzt im Frühling wird der Spaziergänger hier von vielen Vogelstimmen begleitet. In den Gesang von Buchfink, Amsel, Zilpzalp und Rotkehlchen mischt sich mitunter sogar der langgezogene Ruf des Schwarzspechts. Er klingt fast klagend, doch der Vogel zeigt damit seine Anwesenheit und hält Kontakt zum Partner. |lad
Geschichte zum Anfassen und kreative Bastelstunden
Mitmachen beim Werkstattfest und Museumstag
Werkeln, was das kreative Herz begehrt, und spannende Einblicke in die Geschichte: Das ist im Rahmen des Stadtfests beim Werkstattfest sowie Museums-Mitmachtag dem möglich.
Seiner Kreativität freien Lauf lassen können Groß und Klein am 14. Mai beim Werkstattfest im Kulturzentrum Haus Catoir. Von 11 bis 17 Uhr können kreative Erfahrungen mit verschiedenen Basteltechniken gesammelt werden. Zudem kann man sein Glück bei der Tombola versuchen.
Da Werkeln auch hungrig und durstig macht, sorgt der Trägerverein Offene Werkstatt für das leibliche Wohl der Besucher. Der Eintritt zum Werkstattfest ist frei, der Verein freut sich allerdings über eine Spende.
Beim Mitmach-Museumstag des Stadtmuseum Bad Dürkheim steht alles unter dem Motto „Dürkheim in der Franzosenzeit“. Am Sonntag, 17. Mai, wird von 11 bis 17 Uhr beim 15. Bad Dürkheimer Museumstag Geschichte lebendig.
Das „9. Leichte Infanterieregiment“ bezieht Quartier im Museum und lässt die Zeit zwischen Französischer Revolution und Befreiungskriegen (1789 bis 1815) wiederaufleben. Als Soldaten der französischen Armee und der Rheinbund-Truppen geben die Darsteller spannende Einblicke in den militärischen und zivilen Alltag einer Epoche, die die Kurstadt nachhaltig prägte. So wird Geschichte zum Anfassen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene präsentiert. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. |lai