Es wird die 17. Auflage der Infobörse, die rein ehrenamtlich von Lehrern, Personalchefs und den Pirmasenser Service-Clubs Rotarier sowie Lions auf die Beine gestellt wird. An einem Morgen soll allen Schülern die Möglichkeit gegeben werden, sich umfassend über die künftigen beruflichen Möglichkeit zu informieren. Eine Gelegenheit, von der viele dankbar Gebrauch machen.
Das Pirmasenser Messegelände mit der riesigen Halle bietet die idealen Voraussetzungen für die Aussteller zur Eigenpräsentation, was in Zeiten des vielbeschworenen Fachkräftemangels immer wichtiger wird. Die Unternehmen präsentieren sich immer professioneller auf der Jagd nach dem Nachwuchs.
Die Palette der 102 Aussteller reicht von AFL-Bahndienste bis zum Vermessungs- und Katasteramt. Mit Sicherheit sind viele Aussteller in der Halle, mit denen die Schüler gar nicht rechnen würden. Oder wer kommt als junger Mensch von alleine schon auf die Idee beim Hauptzollamt Saarbrücken, der Justizvollzugsanstalt Zweibrücken oder der US-Air Force Ramstein für einen Ausbildungsplatz anzuklopfen. Die Bib bietet hier die einfache und unkomplizierte Gelegenheit mit einem kurzen Gespräch sich über die dortigen Berufe und Zugangsvoraussetzungen zu informieren.
Auch quasi unbekannte Ausbilder sind da
Mit dabei sind nicht nur direkt in der Südwestpfalz ansässige Firmen. Die Annweiler Firma Stabila Messgeräte oder Globus Handelshof aus Homburg-Einöd werben in der Messehalle ebenso um Nachwuchs wie das Autohaus Euler in der Zweibrücker Straße, Kennel & Schmenger oder McDonalds Getrey sowie das Zahnärzte MVZ am Exerzierplatz. Wer nicht direkt in den Job einsteigen will, sondern weitere Zusatzqualifikationen erwerben möchte, kann sich auf der Bib über die Studienmöglichkeiten der umliegenden Universitäten und Hochschulen von Kaiserslautern, Saarbrücken bis Mainz informieren. Die Ausbildungsmöglichkeiten an der Kaiserslauterer Meisterschule werden am Freitag ebenso vorgestellt wie Weiterbildungsinstitute, die gar nicht so bekannt sind wie die Sprach- und Wirtschaftsschule Rahn.
Fester Bestandteil der Bib ist der grenzüberschreitende Austausch. Während bei den Ausstellern aus dem benachbarten Frankreich offenbar kein Bedarf nach deutschen Azubis besteht und diese auch nicht auf der Bib zu finden sind, werben deutsche Firmen offensiv um Franzosen und Französinnen als neue Kollegen. Die Schule aus Bitsch sind seit vielen Jahren schon als Besucher auf der Bib zu sehen. Florence Vieregg, Lehrerin am Lycée Teyssier in Bitsch ist begeistert von dem Angebot: „Die Bib ist eine hervorragende Gelegenheit, meinen Schülern alle Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten vorzustellen, die Deutschland bietet. Außerdem kann ich sie dadurch stets zum Erlernen der deutschen Sprache und Kultur motivieren. Nach dem Besuch der Bib sind meine Schüler oft aufgeschlossener, ein Praktikum in Deutschland zu absolvieren.“ Gerade die grenzüberschreitende Kooperation hat vor Jahren auch die damalige Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles begeistert, die in Pirmasens verkündete: „Sie sind in Pirmasens ja schon so weit, wie wir es uns in Berlin für die Zukunft vorgestellt haben.“
Tipps für die Bewerbung gibt es noch dazu
Das Infoangebot erstreckt sich dabei nicht nur auf den Freitagmorgen in der Messehalle. Auf der Internetseite der Bib geben die Personaler und Lehrer wichtige Tipps für die Bewerbung vom Lebenslauf bis zum Bewerbungsfoto oder dem richtigen Outfit für das Vorstellungsgespräch. Und es werden Bitten an die Unternehmer gerichtet, die Verständnis für nervöse Bewerber zeigen sollen.
psb bietet eigenen Ausbildungstag

Und es geht über den Messetag hinaus, beispielsweise bei psb intralogistics. Wenn sich junge Menschen auf der Messe für eine Ausbildung beim psb interessieren, sich aber nicht trauen, ins persönliche Gespräch zu kommen, haben diese die Chance, am Ausbildungstag des Unternehmens am 30. September mit Auszubildenden auf Augenhöhe zu plaudern. Unter dem Motto „Hightech braucht Profis“ lädt das Unternehmen von 14 bis 19 Uhr in die Blocksbergstraße ein, um direkt am Standort die Ausbildungsberufe sowie duale Studiengänge vorzustellen. „Wir haben eigentlich eine gute Azubi-Quote pro Jahr“, informiert Jasmin Jung aus der Personalabteilung. Es werde allerdings zusehends schwieriger alle offenen Stellen zu besetzen. Deswegen sei es gut, wenn sich Schulabgänger in den Ausbildungsstätten direkt ein Bild davon machen können, wie es wäre, wenn sie sich für eine Ausbildung oder ein Studium dort entscheiden. Im dritten Jahr in Folge gebe es diesen Tag der offenen Türen, informiert Sascha Greis, Leiter Marketing & Kommunikation. Junge Leute, die sich bei psb ausbilden lassen, bekommen eine Übernahmegarantie für den Einstieg in den Beruf. Eine interne Veränderung sei selbstverständlich möglich, versichert Jasmin Jung.
Doch auch die Messe sei optimal, um sich durch die Mitmachstationen am psb-Stand ein Bild von den Berufen zu machen, wirbt die Personalerin. Dort gebe es Kraftmessstationen, die von Azubis gebaut wurden, und bei denen zwei oder drei Komponenten aus der Ausbildung zusammenkommen. Mechanik, Zylinder, Display, das programmiert werden muss. Das zeige das Zusammenspiel aus den Bereichen.
„Messe macht immer Spaß“, findet Stefan Lelle, der von Anfang an bei der Berufsinformationsbörse (Bib) mit im Boot ist und sich besonders darüber freut, dass die Messe inzwischen ein Selbstläufer ist. Obwohl sein Herz nach wie vor für die Bib brennt, will er sich aus gesundheitlichen Gründen sowohl als Vorsitzender des Fördervereins als auch des Organisationsteams zurückziehen. Seine Nachfolge ist bereits geregelt. Höchstwahrscheinlich übernimmt Uwe Bernhardt beide Posten, für die er bereits seit Jahren sein Stellvertreter ist.
Früher sei viel Akquise notwendig gewesen, um Aussteller für die Berufsorientierungsbörse (Bib) zu gewinnen, erinnert sich Stefan Lelle an die Anfänge. Heute würden die Firmen von sich aus anrufen, weil sie den Wert der Messe erkannt haben. Die Aussteller bekommen umsonst eine Standfläche, Tische und Strom zur Verfügung gestellt. Dankbar ist der Messeprofi, beim Aufbau auf die Unterstützung von Profine und dem psb zählen zu können.
Messe sei wie ein Kind, findet er. Man sehe, wie sie wächst und sich Schritt für Schritt entwickelt. Auch bei der Bib, die aus dem Arbeitskreis SchuleWirtschaft entstanden ist, habe sich seit den Anfängen viel verändert. Ein Meilenstein sei sicherlich, dass die Messe durch den Bib-Verein rechtlich abgesichert werde. „Meine Arbeit ist getan“, erklärt Lelle, der alle Voraussetzungen mitgeschaffen hat, damit der Verein gegründet werden konnte und endlich Spendenquittungen ausgestellt werden können. Allein für Strom würden jedes Mal 5000 Euro anfallen.
Ein wichtiger Punkt, um den Erfolg der Messe zu garantieren sei, dass sie immer zum gleichen Zeitpunkt stattfindet, nämlich am dritten Freitag im September. Dieser Termin zwischen Sommer- und Herbstferien sei perfekt.
Was das Schönste für ihn ist? Wenn sich möglichst viele anmelden. Und das sei für die Firmen inzwischen völlig autark möglich. Einfach das Formular herunterladen und einreichen. Was er sich wünschen würde? Dass noch viel mehr Firmen in den Verein eintreten würden. Außerdem müsse ein Umdenken von Seiten der Politik stattfinden. „Ich bin definitiv für eine Ganztagsschule, bei der es nachmittags um Berufe geht“, erklärt er. Das Handwerk sei wichtig und so gut wie gar nicht auf der Messe vertreten. „Wir brauchen Maurer und Elektriker“, sagt Lelle, der sich einen Gemeinschaftsstand der Pirmasenser Handwerker auf der Messe wünscht. ckkm